Kinzigtal

»Moosenwald soll Kleinod werden«

Autor: 
Regine Maßholder
Lesezeit 2 Minuten
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18. November 2006
Die Rodung des Moosenwalds hoch über Kirnbach hatte nicht nur den ehemaligen Förster Karl Wöhrle, sondern auch viele Talbewohner empört. Bei der Bürgerversammlung der Stadt Wolfach kam das Thema erneut auf den Tisch.
Wolfach. Das Ökokonto der Stadt Wolfach und der dafür geopferte Moosenwald hatten im Frühjahr für Unverständnis in Kirnbach gesorgt. Karl Wöhrle, einst Förster in Kirnbach, sprach damals gegenüber der Mittelbadischen Presse von »Jünglingsmord« und »Verschwendung öffentlicher Gelder«. Um die Maßnahme verständlich zu machen und die Wogen wieder zu glätten, widmete die Stadt dem Thema bei der gut besuchten Bürgerversammlung in der Kirnbacher Gemeindehalle viel Zeit. Eingriffe in die Ökologie, wie die Erschließung neuer Baugebiete, sind Nachteile für die Natur, begann Alfred Winski seine Erläuterungen zum Ökokonto. Damit die Ökobilanz wieder hergestellt wird, ist ein solcher Einschnitt laut Naturschutz- und Baugesetzt wieder auszugleichen, verdeutlichte der Diplom-Biologe aus Teningen, dass sich eine Gemeinde dieser Aufgabe stellen muss. »Durch Renaturierung einer Fläche, eines Gewässers oder auch durch den Schutz bedrohter Arten kann eine Gemeinde vorsorglich Pluspunkte ansammeln, um sie im Bedarfsfall einem Baugebiet als Ausgleich zuzuweisen«, versuchte Winski die Notwendigkeit eines Ökokontos verständlich zu machen. Verfahren durchlaufen »Wir haben doch ein Gesetzt, dass wir unreifen Wald nicht schlagen dürfen«, blieb die Rodung des Moosenwalds auch Christian Lehmann vom Oberstaigerhof unverständlich. Franz Kaiser gab ihm recht. »Das ist natürlich genehmigungspflichtig«, versicherte der stellvertretende Leiter des Amts für Forstwirtschaft, dass die Stadt Wolfach alle erforderlichen Genehmigungsverfahren durchlaufen hat. Die Tatsache, dass das einstige Niedermoor vor Jahrzehnten durch Entwässerungsgräben trockengelegt und mit Nadelholz bestockt wurde, macht sie für das Ökokonto besonders wertvoll. »Heute würde eine solche Maßnahme nicht mehr genehmigt«, verriet Kaiser, dass sich die Renaturierung mit vielen Pluspunkten auf dem Ökokonto niederschlägt. Die über drei Hektar große Fläche soll durch entsprechende Pflege wieder zu waldfreiem Niedermoor mit naturnahen Gehölzgruppen aus Sträuchern und Laubbäumen werden. Was heute noch rauh aussieht, solle laut Kaiser mit der Zeit ein Kleinod werden. »Für mich bleibt es eine kleine forstwirtschaftliche Katastrophe«, war Karl Wöhrle nicht zufrieden. »Wer bezahlt den Spaß«, blieb auch Werner Weinzierle misstrauisch. Sämtliche Planungs-, Pflege- und Begleitkosten werden auf künftige Bauherren umgelegt, erklärte Gottfried Moser. »Das kann den Quadratmeterpreis um zwei bis vier Euro erhöhen«, nannte der Wolfacher Bürgermeister als Richtsc

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