Mühlenbach

Mühlenbacher Kindergarten stößt an Grenzen

Autor: 
Christine Aberle
Lesezeit 3 Minuten
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31. Juli 2020

Der Kindergarten St. Bernhard in Mühlenbach stößt an räumliche Grenzen – eine sechste Gruppe soll nun in einem Container untergebracht werden. ©Christine Aberle

Die Mühlenbacher Gemeinderat hat beschlossen, dass eine sechste Kindergartengruppe eingerichtet werden soll. Da die räumlichen Kapazitäten ausgereizt sind, soll ein Container aufgestellt werden.

Einerseits waren das erfreuliche Zahlen, die die Kindergartenleiterin Elisabeth Schäfer von Mühlenbach vorstellte. Andererseits stellt es die Verantwortlichen vor große Probleme, was Platz und Personal des Kindergartens für die nächsten Jahre betrifft. 

In seiner letzten Gemeinderatsitzung vor der Sommerpause wurden die Räte über die zu erwartende Situation in den kommenden Jahren informiert. Derzeit besuchen 76 Kinder den Kindergarten St. Bernhard, davon sind 16 Kinder in zwei Krippen untergebracht. Die Betriebserlaubnis ist auf maximal 87 Kinder ausgerichtet.

Neun Neuanmeldungen sind registriert. Spätestens im Januar kommt die Einrichtung an ihre Grenzen. Das Kind, das dann von der Krippe in den Kindergarten wechseln müsste, hat keinen Platz mehr.

Zwölf Plätze würden bis zu den Sommerferien 2021 fehlen, so Elisabeth Schäfer. Und das sei definitiv nicht mit Überbelegung zu bewerkstelligen, merkte sie an. Im Ausblick für die kommenden Jahre sei der Jahrgang 2017/18 mit 31 Kindern „bombastisch groß“.

Trägerschaft befristet

Der Stiftungsrat der Seelsorgeeinheit Haslach übernimmt weiter die Trägerschaft, allerdings befristet für die kommenden drei Jahre. Dafür zeigte sich die Bürgermeisterin Helga Wössner sehr dankbar. Das ganze Management liege so bei der Kirche.

Man müsse das aber als Übergangslösung sehen. Ob es danach einen freien Träger gäbe oder die Kommune übernehme, werde man sehen, sagte sie „Wir können uns jedenfalls ein Kindergarten-Management nicht aus dem Ärmel schütteln“.

Als Konsequenz der großen Kinderzahl, soll eine Containerlösung für eine sechste Gruppe geschaffen werden. Diese soll Platz für 25 Kinder bieten. Die Aufstellung und Inbetriebnahme werde über die Kommune realisiert. Elisabeth Schäfer berichtete von Hofstetten, wo Kinder bereits in einem Container untergebracht sind. Es sei darin tatsächlich wie in einem Neubau. 

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Im Kindergarten gäbe es zwar noch Räume, dort probe aber zum Beispiel auch der Kirchenchor. Die Räume wurden von der Kirche für eine Erweiterung des Kindergartens kategorisch ausgeschlossen.

Schulhaus voll ausgelastet

In der Heinrich-König-Schule sei es auch nicht möglich, da die Hauptschüler derzeit nur in Mühlenbach unterrichtet werden und die Räume gerade in Coronazeiten voll ausgelastet seien. In der Gemeindehalle wären die Kinder isoliert, auch müsste Raum abgetrennt werden, was ebenfalls nicht geschickt wäre, berichtete die Rathauschefin. 

Ob ein Container geleast oder gekauft werden könne, hänge auch von möglichen Zuschüssen ab. Die monatliche Rate für einen Container belaufe sich auf etwa 1500 Euro, dazu komme die Einrichtung.

Im Container seien Toiletten und Waschmöglichkeiten gegeben, was die Zufuhr von Frischwasser und ein Abwassersystem voraussetze, informierte die Bürgermeisterin. Auch wo der Container aufgestellt werden solle, sei noch nicht abschließend geklärt.

Rechtsanspruch auf Kindergartenplatz

Klaus Armbruster (FWV) bemängelte: „Wir haben versäumt, die Sache in den Haushalt aufzunehmen. Das Problem ist nicht erst seit heute bekannt.“  Evmarie Buik (FWV) fragte: „Was ist, wenn wir keine Plätze vorhalten können?“

Michaela Paulat (CDU), selbst Erzieherin, stellte klar, dass es einen Rechtsanspruch für jedes Kind gibt. Schäfer betonte, dass viele Eltern auch gar keine Wahl hätten, da sie arbeiten müssten. Eine leichte Überbelegung und eine damit verbundene Warteliste sei nicht erstrebenswert. „Das gäbe einen Rückstau“  Der Beschluss, eine sechste Gruppe einzurichten, fiel einstimmig.

Außerdem stimmte der Rat einer Erhöhung der Leitungsfreistellung auf 80 Prozent zu. Mehr Kinder bedeuten schließlich auch mehr Büroarbeit. „Ich bin aber sehr gerne auch bei den Kindern“ betonte Elisabeth Schäfer.

Info

Corona-Gebührenregelung

Aufgrund der Einmaligkeit der Corona-Pandemie empfahl Bürgermeisterin Helga Wössner, für die vergangenen Monate von der bisherigen Gebührenregelung im Kindergarten abzuweichen. 
Wie berichtet orientiert sich Mühlenbach dabei auch an anderen Beschlüssen in der Raumschaft. Der Gemeinde Mühlenbach sei die belastende Situation in der Coronazeit für Familien und berufstätigen Eltern sehr bewusst, auch was Eltern geleistet haben und noch leisten. Die Kindergartengebühr für März wurde voll erhoben, April und Mai voll erlassen, da außer im Mai an zwei halben Tagen keine Betreuung stattgefunden hat. Für Juni wird die Hälfte erhoben, da ein reduzierter Regelkindergartenbetrieb stattfand. Ab Juli wird wieder die volle Gebühr erhoben.  Wer die Notgruppe an zwei Tagen genutzt hat, zahlt die Hälfte des Kindergartenbeitrages. Wer die Notgruppe an drei bis fünf Tagen besucht hat, muss 100 Prozent bezahlen, so beschloss der Gemeinderat auf Empfehlung der Verwaltung.
Die Gemeinde Mühlenbach bietet an der Heinrich-König-Schule ein freiwilliges Betreuungsangebot für Grundschüler an.  Das Angebot, das vor oder nach dem Unterricht besucht werden kann, umfasst spielerische und freizeitbezogene Aktivitäten ohne Hausaufgabenbetreuung. April, Mai und Juni konnte das Angebot nicht genutzt werden, somit fallen auch keine Gebühren an. Auch für die Notbetreuung werden keine Gebühren erhoben. 
 

Info

Kindergartengebühren steigen

Die Regelsätze in Mühlenbach werden denen der anderen Kirchengemeinden in der Seelsorgeeinheit angepasst und betragen ab dem Kindergartenjahr 2020/21:
◼ Familie mit einem Kind: 119 Euro, bisher 117.
◼ Familie mit zwei Kindern: 92 Euro, bisher 90.
◼ Familie mit drei Kindern: 61 Euro, bisher 60.
◼ Familie mit vier Kindern und mehr: 20 Euro, bisher 20 Euro

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