Kinzigtal

Musikalisch-kabarettistische Lesung mit Harfe in Haslach

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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24. November 2021
Die Harfenistin Silke Aichhorn erklärte den Zuhörern ihr imposantes Instrument.

Die Harfenistin Silke Aichhorn erklärte den Zuhörern ihr imposantes Instrument. ©Buchta, Andreas

Die gefragte Harfenistin Silke Aichhorn lud am Sonntagabend in Haslach zu virtuosem Harfenspiel und zu skurrilen Episoden aus ihrem Buch „Lebenslänglich frohlocken“ ein.

„Lebenslänglich frohlocken“ hieß die musikalisch-kabarettistische Lesung in der Reihe Kleinkunst im Kloster, die am Sonntag ausnahmsweise in der evangelischen Kirche stattfand – aus Platzgründen, wie Kulturamtschef Martin Schwendemann erklärte; bei den wegen Corona erforderlichen Abständen hätten im Kloster viel weniger Besucher Platz gefunden.

Silke Aichhorn, die zu den erfolgreichsten Harfenistinnen Europas zählt, hatte zu einer Lesung aus ihrem Buch „Lebenslänglich frohlocken“ und zum Spiel auf dem „himmlischen Instrument Harfe“ eingeladen. Auf diesem schon optisch beeindruckenden Instrument frohlockte sie nicht nur, sondern sie präsentierte auch ungemein virtuos gespielte Stücke vom Barock bis zum Ragtime.

Gut fürs Gehirn

Mit dem wunderschön für Harfe bearbeiteten „Kanon“ von Johann Pachelbel begann sie ihr Spiel – und begeisterte auf Anhieb mit ihrem kunstfertigen Können. „Warum tue ich mir das an?“ fragte sie sich ob des schwierigen Spiels auf diesem „zickigen“ Instrument. Es solle so gut fürs Gehirn sein, habe sie gehört. Allerdings bringe der Transport des sperrigen Instruments zum jeweiligen Veranstaltungsort vor allen mit der Bahn so seine Probleme mit sich.

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Davon und von musikignoranten Unternehmerinnen, chaotischen Hochzeitsgesellschaften und vom Glockengeläut zum Tode bayerischer Prinzessinnen las sie ein paar der 42 skurrilen Episoden aus ihrem Buch „Lebenslänglich frohlocken“ und reizte ihr Publikum zu Lachanfällen.

An die 40 Kilogramm

Immer wieder trat sie zu ihrer Harfe, um zu spielen, etwa Deborah Hansons „New Blues“, Pietro Mascagnis „Intermezzo sinfonico” oder Mozarts „Türkischen Marsch“. Nebenbei erzählte sie Episoden aus dem Leben einer Harfenistin und stellte dem Publikum ihr Instrument vor. So erfuhr man, dass so eine Harfe an die 40 Kilogramm auf die Waage bringt, dass sie den Wert eines Mittelklassewagens verkörpert und dass beim Spiel 47 Saiten mit Händen und sieben Pedalen unter Kontrolle zu halten sind.

Als sie dann im vollen Klang eines ganzen Orchesters Bedrich Smetanas „Die Moldau“ anstimmte, da konnte sich mancher nur noch die Ohren reiben ob des raumfüllenden, meisterhaften und kunstfertigen Spiels.
Der Beifall des begeisterten Publikums war gewaltig, und so kam es noch in den Genuss einer spektakulären Zugabe: eines schwungvollen Ragtime von atemberaubendem Tempo. Anschließend konnten die Besucher das imposante Instrument einmal aus nächster Nähe betrachten, es sich erklären lassen oder zur Probe auf ihm zupfen.

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