„Alle sitzen im gleichen Boot“
Dossier: 

Muslime sagen im Kinzigtal alles ab

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26. März 2020

In der Kinzigtal Moschee in Haslach finden zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch keine gemeinsamen Gebete mehr statt. ©Lars Reutter

In der Türkisch Islamischen Gemeinde in Haslach wird unter Befolgung der gesetzlichen Vorgaben auf Rücksichtsnahme und Mitmenschlichkeit gesetzt.

Zur Eindämmung der Verbreitung des Coronaviruses finden in den christlichen Gemeinden keine Gottesdienste mehr statt, aber die Kirchen sind noch offen. Und was machen die Muslime?

„Auch wir halten uns natürlich daran, was unsere Kanzlerin gesagt hat. Wir sitzen unabhängig vom Glauben ja alle im gleichen Boot“, sagt Dialogbeauftragte Binnur Aksu auf Nachfrage des Offenburger Tageblatts. Es wird also auch bei den Muslimen im Kinzigtal der Aufruf, Kontakte auf ein Mindestmaß zurückzufahren, weitergegeben und praktiziert. 

Gebete nicht mehr in Gemeinschaft

Und das ich auch nicht erst seit der Verschärfung der Verordnungen vom Wochenende der Fall. So verschickte der DITIB-Bundesverband bereits am 13. März eine Nachricht. „Von staatlichen Institutionen, über zivile Organisationen und Gemeinschaften bis hin zu jeder einzelnen Person haben wir alle die gemeinsame Aufgabe wie auch die Pflicht, unseren Beitrag zur Eindämmung dieser Pandemie zu leisten, die inzwischen die ganze Welt fest im Griff hat“, heißt es dort.

Daher seien im Rahmen der Empfehlungen und Hinweise der Bundesregierung und der örtlichen Behörden zusätzlichen Maßnahmen zu treffen. Eine solche Maßnahme ist, dass seit dem 13. März bis auf Weiteres in den Moscheen des DITIB-Verbands, die täglichen fünf Pflichtgebete nicht mehr in Gemeinschaft verrichtet werden. Mit der Bedingung, dass die erforderlichen hygienischen und desinfizierenden Bedingungen eingehalten werden, in die Moscheen aber für die persönlich zu verrichtenden Gebete noch offen. 

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Dass nur in der Gemeinschaft zu verrichtende Freitagsgebet fällt ebenfalls bis auf Weiteres aus und auch zukünfitige Aktivitäten wurde aufgrund der aktuellen Lage abgesagt. DITIB ruft auch deutlich  zur allgemeinen Vorsicht auf, die Ansteckungsgefahr ernst zu nehmen. Insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen seien gefährdet.

„Dementsprechend bitten wir auch alle Muslime um Sorgfalt und Rücksicht auf jeden gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft, gemäß dem Qur’an-Vers: „Und wenn jemand einen Menschen das Leben rettet, dann ist es so, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben gerettet.“

Keine Einladung zum Fastenbrechen 

Laut Aksu hätte der Imam, der vor Ort sei, in normalen Zeiten vor der im April beginnenden Fastenzeit zu einem kleine Gottesdienst zu einer der sogenannten „Heiligen Nächte“ eingeladen. Dies sei nun aber nicht möglich gewesen. Fertig hatte Aksu auch bereits die Einladungen für das Fastenbrechen am 15. Mai, diese hat sie nun aber nicht verschickt. 

Die Gemeinde halte auch in dieser Zeit gut zusammen und man halte Kontakt über Telefon oder auf elektronischen Weg. „Wir helfen uns gegenseitig und rufen beispielsweise Leute an, die alleine sind“. 
Auch wenn jemand vielleicht nicht jede deutsche Verordnung zu 100 Prozent verstehe, gebe es immer jemand, der übersetzen könnte, ist sich Aksu sicher, dass die Umsetzung der Vorgaben nicht an etwaigen sprachlichen Hürden scheitern. 

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