Hausach/Hofstetten

Nachruf auf Bernd-Holger Heise

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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23. September 2018

Der ehemalige Lehrer am Hausacher Robert-Gerwig-Gymnasium Bernd-Holger Heise, Masseur des KSV Hofstetten und Kontaktmann zum Verein Ban Saensuk, starb am 18. September in seiner zweiten Heimat Thailand. ©Hubert Maier-Knapp

Bernd-Holger Heise ist tot. Der ehemalige Lehrer am Robert-Gerwig-Gymnasium und Masseur der Hofstetter Ringer lebte seit mehr als zehn Jahren in Thailand und war dort unter anderem Kontaktman für Ban Saensuk. 

Wie Hubert Maier-Knapp vom Vorstand des deutsch-thailändischen Fördervereins Ban Saensuk über Facebook mitteilte, verstarb am 18. September das Gründungsmitglied des Vereins Bernd-Holger Heise im Alte von 70 Jahren. Er sei eine Woche zuvor mit einem Gehirnschlag ins Krankenhaus in Lampang in Thailand eingeliefert worden, dem er schließlich erlag. 

Der gebürtige Bremerhavener lebte mit seiner ersten Frau Martine Rousselot zunächst vier Jahre in Freiburg und kam dann als Referendar ans Hausacher Robert-Gerwig-Gymnasium, wo er als Lehrer für die Fächer Deutsch und Französisch tätig war. Zur Familie gehörten Sohn Ingmar und Tochter Angelina. Nach einem Unfall wurde er im Alter von 55 Jahren 2003 vorzeitig pensioniert. 

Bernd-Holger Heise war Gründungsmitglied des Vereins Ban Saensuk und lernte über diesen Verein Thailand kennen und lieben. »Mein Vater war schon immer an Asien interessiert«, erzählt sein Sohn Ingmar. Seit einem Klosteraufenthalt Ende der 1980er-Jahre sei sein Vater Buddhist geworden, habe alle Sommerferien in Thailand verbracht und dort auch behinderte Menschen betreut. 

Masseur des KSV Hofstetten

In Thailand studierte er die traditionelle Thai-Massage und besuchte regelmäßig Ausbildungskurse. Dies kam vor allem dem KSV Hofstetten zugute, dem er 1981 beigetreten war. Durch seinen Sohn kam er später zu einem Ehrenamt, das er mehr als 20 Jahre ausfüllen sollte: Er war Masseur der Ringer im KSV Hofstetten. Damals war er auch der einzige »Medizinmann«, wie er liebevoll genannt wurde, im Jugendbereich Südbadens. 

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Von 1993 bis 2000 war er zudem Mannschaftsführer der Ersten Mannschaft. Der KSV hielt zu seinem Gedenken am Heimkampftag am Samstag eine Gedenkminute für Bernd-Holger Heise ab, der zu jener Zeit an vielen großen Erfolgen der Hofstetter Ringer einen nicht unerheblichen Anteil hatte. Sehr gern wirkte Heise auch als Regisseur am RGG, bei der Freilichtbühne Hornberg und bei der Einbacher Landjugend.
Als 2004 seine Mutter gestorben war, zog es den inzwischen pensionierten Lehrer ganz nach Thailand, wo er nach buddhistischem Ritus noch einmal heiratete. Der Kontakt zu Ban Saensuk riss nie ab. Der Kinzigtäler Verein sammelte auch Spenden für ein Projekt Heises, der in Mittelthailand an der Grenze zu Burma half, die Infrastruktur zu verbessern, um  in einem verlassenen Waldkloster den Ausbau einer Sozialstation mit Krankenbungalow zu ermöglichen. 

Weiteres Projekt

Später regte er ein weiteres Projekt an, das aus dem Kinzigtal unterstützt noch immer unterstützt wird: ein Wohnheim, das vor allem Mädchen aus dem Umland den Schulbesuch ermöglicht. Bis zu seinem Tod war er dort engagierter Kontaktmann für den Verein Ban Saensuk, sagt dessen Vorsitzende Jiraporn Maier-Knapp.

Spendenkonto

Der Verein Ban Saensuk hat ein Sonderkonto eingerichtet für Spenden, die der Lebensgefährtin von Bernd-Holger Heise helfen sollen, den Krankenhausaufenthalt und die Beerdigungszeremonie zu finanzieren: IBAN DE 4566 4927 0000 0040 5019.

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