Haslach im Kinzigtal

Neuauflage im nächsten Jahr?

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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23. März 2015

Regisseurin Eva (Cornelia Volk, links) hat alle Hände voll zu tun, in der Komödie »’s Städtle im Theaterfieber« am Samstag vor dem »Grünen Baum« ihre Mitspieler zu bändigen. ©Andreas Buchta

Zum ersten Mal spielte eine Gruppe von Laiendarstellern auf einer am Samstag vor dem Gasthaus »Grüner Baum« aufgebauten Bühne eine Komödie – und viele Zuschauer kamen trotz der niedrigen Temperaturen.

Haslach. Es war schon eine besondere Atmosphäre bei der Theateraufführung »’s Städtle im Theaterfieber« am Samstagabend vor dem »Grünen Baum« – wenn’s nur nicht so lausig kalt gewesen wäre. Immerhin an die 70 Zuschauer waren gekommen zu dieser Freilichtpremiere, die, wie zu hören war, im nächsten Jahr eine Fortsetzung haben könnte. Das jedenfalls ließ »Grüner-Baum-Wirt« Christian Weber bei seiner Begrüßung der vielen Gäste durchblicken. Eine einfache Holzbühne, ein schwarzer Hintergrund, das musste als Staffage für den lustigen Zweiakter genügen.
Und das reichte vollkommen, rückte die Mimen erst so richtig in den Mittelpunkt des Geschehens. Eigentlich spielte das ganze »Backstage«, die fiktive Vorstellung fand verborgen statt. Zu sehen waren lediglich die zwölf Akteure mit ihren Streitereien um die Hauptrollen hinter den Kulissen, den Eifersüchteleien, Pannen und technische Katastrophen.
Reichlich Lokalkolorit
Eigentlich heißt die Komödie von Rene Rüprich »Ein Dorf im Theaterfieber«; für diesen Abend wurde sie eigens auf spezifische Haslacher Gegebenheiten »umgedichtet« und in breites Haslacher Idiom gesetzt; und das beherrschten sie alle  – bis auf den »Fischkopf«, der sich ins Dialektstück eingeschlichen hatte. Außerhalb der Bühne, an einem der Stehtische mitten zwischen den Zuschauern, begann fast unbemerkt die Vorstellung; zwei Laienspielerinnen tratschten über Männerfang für das Theaterprojekt der ehrgeizigen Regisseurin Eva. Man war zwar fündig geworden an Möchtegernschauspielern, aber deren Glanz hielt beim genaueren Hinsehen nicht, was er versprach.
Ein heißer Kampf um die weibliche Hauptrolle begann, bei der die Anwärterinnen alle Reize spielen ließen, die sie zu besitzen glaubten – bis zum Machtwort der Regisseurin: »Wehe, mich nennt einer Susi!«
Da gab’s dramatische Texthänger und Wolf-Dieter weigerte sich gar, sich für die Aufführung schminken zu lassen: »I bin doch net schwul!« Eine Liebesszene ging unter im Gezeter einer wachsamen Ehefrau: »Finger weg von minem Mann!« In all diese recht fruchtlosen Vorbereitungen hinein platzte immer wieder Helfer Ernst mit seinen Katastrophenmeldungen: »Halt, halt, mir können nit spiele!«
Theaterregisseurin Cornelia Volk hatte das Ganze recht locker inszeniert, ließ den Laienschauspielern reichlich Raum, ihre gestischen und mimischen Fähigkeiten, die sie durchaus hatten, zu entfalten, ging damit aber auch das Risiko von gelegentlichem Leerlauf ein.
Das Ganze sollte den Spielern Spaß machen, was es sichtlich auch tat. Es war ja kein Profischauspiel beabsichtigt. Aus dieser Perspektive betrachtet: Kompliment! Das Publikum sah es genauso und spendete lang anhaltenden Beifall für die zwölf Akteure.

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