Schenkenzell

Neuer Roman „Lumpenkönigin“ spielt in Schenkenzell

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29. Oktober 2019

Helga Harter „Lumpenkönigin“ Isabella King heiratet 1927 in der katholischen Kirche St. Ulrich in Schenkenzell. Die Recherche der Autorin führte sie auch dorthin. ©Martina Baumgartner

Helga Harters Romane spielen in Lehengericht, Schiltach, Alpirsbach und mit der „Lumpenkönigin“ neuerdings auch in Schenkenzell. Sie basieren auf Familiengeschichte, und einige heutige Nachkommen finden ihre Verwandten in Harters Büchern wieder.

Zwei Jahre hat Helga Harter gebraucht, bis die „Lumpenkönigin“ in trockenen Tüchern war. Seit diesem Monat liegt der Roman druckfrisch auf den Büchertischen. Diesmal spielt ihre Geschichte in Schenkenzell. Eine Geschichte, die eng mit der ihres Manns verknüpft ist, denn sie ist ein Teil seiner Familiengeschichte. „Meine Schwiegermutter Berta Harter hat mir vom Schicksal Isabellas erzählt“, so die Autorin im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. 

Ihre Schenkenzeller Romanfigur Isabella King ist eine wahre. Sie stammt aus dem Brambach in Sulgen und aus einer nicht ganz unvermögenden Familie mit Namen King. Ihre Eltern verkehrten mit der Schramberger Unternehmerfamilie Junghans. 

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit Isabella. Sie heiratete ihren Verlobten, der zwar aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte, allerdings durch einen Giftsgasangriff verletzt wurde und sich davon nicht mehr erholte. Mit ihm hatte sie drei Kinder, als er starb. Was sie wohl auch veranlasste, Hans Harter aus dem Schenkenzeller „Dachsloch“ zu  heiraten. 

Eine geborene King wird zur „Lumpenkönigin“ 

„Isabella erlebte einen sozialen und emotionalen Abstieg, vergaß allerdings nie, dass sie eine geborene King war, was übersetzt König heißt und deshalb auch der Anstoß für den Buchtitel ‚Lumpenkönigin‘ war“, erklärt Harter.

Sie vermerkt solche Geschichten gerne mit Bleistift in ihrem grünen Notizbuch. Das nutzt sie nicht nur als Gedankenstütze, sondern auch als eine Art literarisches Tagebuch für Termine mit lebenden Personen, die mit der Familiengeschichte zu tun haben. Offene Fragen und Gesprächsergebnisse, Textfetzen, Fakten und Ideen wandern ins Notizbuch. „Irgendwann verdichtet sich alles, und ich beginne, den Roman zu schreiben“, erklärt die Autorin ihre Vorgehensweise. 

Familiengeschichte und -geschichten nicht vergessen

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Harter ist es wichtig, dass die Geschichte und Geschichten ihrer Familie nicht verloren gehen. Das ist ein Motivator fürs Schreiben. „Die Lumpenkönigin“ ist mittlerweile ihr drittes Buch. „Die Handlungen basieren auf Erzählungen meiner Familie, spielen in Alpirsbach, Schiltach, Lehengericht und Schenkenzell und sind dennoch Romane“, erlaubt sich Harter ihr dichtendes Talent einzubringen mit der Begründung: „Das wahre Leben ist einfach kein Roman.“

Die Heldinnen sind besonders interessant

Harter interessiert sich besonders für die Frauen ihrer Familie. „Die hatten es nicht leicht, arbeiteten hart und waren oft Heldinnen, nicht nur des Alltags“, sagt Harter.

Für die „Lumpenkönigin“ recherchierte sie beispielsweise im Schenkenzeller Tannengrund und Eselbach, besuchte eine Enkeltochter Isabellas in Freudenstadt und schaute sich die Junghans-Familiengeschichte genauer an.  

Authentische Geschichten zum Wiederfinden

„Es kommen Figuren in meinem Buch vor, deren Nachkommen heute noch leben. Das ist einerseits seltsam, andererseits auch toll, weil es authentisch ist“, sagt Harter.

Gemeinsam mit ihrer zweitjüngsten Tochter Sara, die ihre erste Korrekturleserin ist, hat Harter diesmal sogar einen kleinen Werbefilm zum Buch gedreht, gesprochen und intoniert. Und neue Ideen für weitere Geschichten stehen bereits in Harters grünem Notizbuch. 

Info

„Lumpenkönigin“

Helga Harter: „Lumpenkönigin“, Tredition-Verlag, Oktober 2019, ISBN 97837 49747696. Preis: 16 Euro.

Stichwort

Familiengeschichte

Die ausgebildete Erzieherin Helga Harter wohnt mit ihrem Mann und sieben mittlerweile erwachsenen Kindern in Furtwangen. Die Familie ihres Mannes ist nach Alpirsbach, Schenkenzell und Schiltach verwandt. Die Recherche zu ihrem Buch führte die 61-Jährige für ihre „Lumpenkönigin“ nach Schenkenzell.

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