Verkehrsgutachten Steinach

Noch keine Lösung für Gefahrenstellen in Sicht

Autor: 
Maria Benz
Lesezeit 3 Minuten
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04. November 2014
Die Prinzbacherstraße ist die eigentliche Zufahrt ins Interkommunale Gewerbegebiet....

(Bild 1/3) Die Prinzbacherstraße ist die eigentliche Zufahrt ins Interkommunale Gewerbegebiet.... ©Maria Benz

Die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens für Steinach wurden am Montag in der Bürgerversammlung vorgestellt. Eine Lösung für die Gefahrenstellen, insbesondere in der Kolpingstraße und der Kraftzig, ist jedoch noch nicht in Sicht.

Mit Spannung war von vielen Steinachern das Verkehrsgutachten erwartet worden. Entsprechend gut besucht war die Bürgerversammlung am Montagabend in der Turn- und Festhalle.
Jürgen Wilke vom Ingenieurbüro RS in Achern berichtete, dass am Dienstag, 6. Mai, zwischen 5.30 Uhr und 22.30 Uhr der Verkehr an sechs Knotenpunkten gezählt wurde. Die einzelnen Ergebnisse wurden noch am Montag nach der Bürgerversammlung auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlich und können dort von jedem nachgelesen werden.  

Bei der Zählung ging es vor allem darum, zu ermitteln, wie hoch die Belastung in den verschiedenen Zufahrtsstraßen zu den Gewerbegebieten »Interkom« und »Bildstöckle« ist. 

Verschiebung befürchtet
Wie bereits berichtet, hatten Anwohner der Kolpingstraße per Unterschriftenaktion gefordert, die Unterführung ins »Interkom« zu sperren, weil die Verkehrsbelastung aufgrund des Gewerbegebiets seit Jahren zunehme. Dies hatte jedoch sofort eine Gegenaktions von Bürgern anderer Ortsteile ins Leben gerufen, die dadurch eine Verschiebung des Verkehrsproblems befürchten.

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Nach den Zählungen kam Wilke zu dem Schluss, dass »gravierende Probleme im Verkehrsablauf (...) im Erhebungsgebiet am Zähltag nicht festgestellt werden konnten.«

In der Prinzbacherstraße seien innerhalb von 17 Stunden zwischen 1250 und 1450 Fahrzeuge gezählt worden (immer beide Richtungen zusammengenommen), an der Unterführung Kolpingstraße rund 500 und an der Unterführung Kraftzik 850. Auffällig bei der Kolpingstraße sei, dass an der Einmündung zur Hauptstraße noch 1050 Fahrzeuge gezählt wurden. Der Experte resümiert: »Vom Gesamtverkehrsaufkommen in der Kolpingstraße hat also ca. 50 Prozent Quelle und Ziel in den Gewerbegebieten (...) Dies heißt im Umkehrschluss aber auch, dass über 50 Prozent des Verkehrsauskommens ›hausgemacht‹ ist.
Viele sind skeptisch
Zahlreiche Bürger führten an, dass das Verkehrsaufkommen in den Straßen durch den Ausbau der Gewerbegebiete noch steigen werde, und viele sind skeptisch, ob die geplante Abfahrt von der B 33 ins »Interkom« tatsächlich Entlastung bringen wird. »Sie siedeln Industrie an ohne, dass die Verkehrsprobleme gelöst sind. Anders herum muss man es machen«, wandte sich ein Besucher an Bürgermeister Frank Edelmann. »Was soll ich da antworten. Wenn ich den Vater mit dem 15-jährigen Sohn frage, sagt der: ›Endlich haben wir Ausbildungsplätze in Steinach‹«, entgegnete der Rathauschef. Er habe noch keine Lösung für die Gefahrenstellen in der Kolpingstraße und der Kraftzik parat.

Vor Jahren sei schon mal darüber nachgedacht worden, die Unterführung in der Kraftzik zu erweitern und mit Gehwegen zu versehen. Verkehrsexperten hätten aber damals prophezeit, dass die Autofahrer dadurch nur noch schneller fahren würden.
Das Gutachten sei lediglich eine Bestandsaufnahme und ein erster Schritt, betonte Edelmann. Der zweite, eine tatsächliche Lösung zu finden, ist ungleich schwerer – und erst, wenn eine solche in Sicht sei, mache es auch Sinn, die betroffenen Bürger an dem Planungsprozess zu beteiligen, wie bei der Bürgerversammlung vor einem Jahr versprochen.

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