Hausach

Not an Raum und Personal in der Graf-Heinrich-Schule

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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13. Dezember 2018

Besuch im Mathe-Unterricht der sechsten Klasse in der Graf-Heinrich-Gemeinschaftsschule: von links Konrektor Stefan Zech­meister, die Elternbeiratsvorsitzenden Melanie Welte und Michaela Gutmann, die Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der Grünen Sandra Boser und Schulleiterin Simone Giesler. ©Claudia Ramsteiner

Sandra Boser, Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der Grünen, besuchte gestern die Graf-Heinrich-Gemeinschaftsschule. Eines der Probleme, mit der die Schule zu kämpfen hat, ist der Mangel an Vertretungs-Lehrkräften.

Mathematikunterricht im »Sechser-Gang« – dem Stockwerk für die sechsten Klassen der Graf-Heinrich-Gemeinschaftsschule in Hausach. Es ist wirklich still auf dem Flur und in den Klassenzimmern. In Grüppchen oder allein lösen die Kinder ihre Aufgaben und werden hier und da von Lehrern unterstützt. 

Wenn in klassenübergreifenden Lerngruppen gearbeitet wird, Kinder mit Behinderung gerade im Mathematikunterricht gesondert unterrichtet werden und die Schüler gleichzeitig auf drei verschiedenen Niveaus lernen, sei eine intensive Teamarbeit im Kollegium unumgänglich, erläutert Schulleiterin Simone Giesler ihrer Besucherin, der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen im Landtag Sandra Boser.
Dies bestätigt auch Evi Schlumberger – die einzige Sonderschulpädagogin im ganzen Landkreis, die nicht von Sonderschulen abgeordnet wird, sondern die fest zum Kollegium einer Gemeinschaftsschule gehört. »Ich bin mit fast jedem Lehrer im Kontakt«, sagt Schlumberger. Auch der Kontakt zu den Kindern sei besser, und für die Konzeptentwicklung sei es ebenfalls von großem Vorteil, nicht nur für einige Stunden an eine Schule abgeordnet zu sein. 

Überzeugt vom Konzept der Inklusion

»Mitzuerleben, wie Kinder mit Behinderung hier aufgenommen werden und wie Freundschaften entstehen, ist gigantisch«, ist die Sonderschulpädagogin überzeugt von dem Konzept der Inklusion – auch wenn es immer noch an Stunden für die sonderpädagogische Betreuung behinderter Kinder fehlt. Das Konzept auf das Lernen umzumünzen sei natürlich ein Spagat, »aber das Positive des sozialen Miteinanders überwiegt«, so Schlumberger.

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Der Rundgang führt auch zu den Gemeinschaftsräumen im Telekomgebäude. Nachdem die alte Post abgerissen ist, mangelt es an Raum für das »Mittagsband«. Das wird deshalb getaktet in der fünften/sechsten Stunde für die einen Klassen, in der siebten/achten für die anderen. Im Spielezimmer findet gerade die Sprachförderung für einige Kinder statt. Der Ruheraum mit Knautschkissen und Decken ist gerade leer – er werde aber über Mittag sehr gern genutzt, versichert die Schulleiterin.

Minus von 600 Stellen

Sie ist sehr dankbar über die stetig wachsende Kooperation mit dem Robert-Gerwig-Gymnasium und den Kaufmännischen Schulen, die längst über die gemeinsame Nutzung von Räumen hinausgehe. Ein größeres Problem als die Raumnot sei die Lehrerversorgung. »An einer Schule mit verlässlicher Grundschule und Pflicht-Ganztagsbetrieb kommt man mit einer Lehrerversorgung von 100 Prozent nicht aus«, betonte Konrektor Stefan Zechmeister. 

Dabei fielen Lehrkräfte­ nicht nur durch Krankheit oder Schwangerschaft aus, sondern auch durch Klassenfahrten, Weiterbildung und ähnliche Dinge. Dies alles im eigenen Kollegium zu stemmen, gehe oft über die Grenze des Leistbaren. »Und dort beginnt dann auch meine Fürsorgepflicht«, ergänzte Giesler. Das Ziel einer Lehrerversorgung mit 106 Prozent scheitere schlicht an der personellen Situation, erklärte Boser. Man habe im Land immer noch ein Minus von 600  Stellen, davon seien vor allem die Grundschulen betroffen. 

Ein Thema war auch die Berufsorientierung, die nun an der Gemeinschaftsschule um die Studienorientierung erweitert wurde. Die intensive Hinführung auf den Ab- und Anschluss sei durchaus ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Schulen, betonte Simone Giesler. 

Stichwort

Doppeltes Budget beschlossen

Die Verdoppelung des jährlichen Zuschusses an die Schulen für Klassenfahrten ist beschlossene Sache. Er steigt von rund 3,45 Millionen Euro um zusätzliche rund 3,87 Millionen Euro auf dann 7,32 Millionen Euro. Dies berichtete Sandra Boser gestern im Gespräch mit der Schulleitung der Graf-Heinrich-Schule. Es sei bei diesem Thema aber auch eine große Unausgewogenheit ans Licht gekommen. Man wolle Schulen bremsen, die Klassenfahrten nach Übersee unternehmen und gleichzeitig andere Schulen ermuntern, überhaupt einmal Klassenfahrten zu unternehmen, sagte die Landtagsabgeordnete.

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