Hausach

Oberberg-Klinik: Auch Privatkliniken sind systemrelevant

Autor: 
red/ra
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06. August 2020

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (rechts) informierte sich bei dem Ärztlichen Direktor der Oberberg-Klinik Andreas-Wahl-Kordon und der Kaufmännischen Direktorin Sabine Pirnay-Kromer über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in finanzieller und medizinischer Sicht. ©Günter Vollmer

Keine leichte Zeit für die Kliniken im Land: Bundestagsabgeordneter Thorsten Frei sprach mit der 
Klinikleitung der Oberberg-Klinik Hornberg über die Situation der Privatklinik und Zukunftswünsche

Die Oberberg Fachklinik in Hornberg ist eine private Akutklinik mit 60 Betten. Von hier aus ist in den vergangenen Jahren im ganzen Land ein Verbund aus mehreren Häusern, die Oberberg Kliniken GmbH, entstanden, in der seelisch, psychosomatisch und psychiatrisch erkrankte Menschen Hilfe erhalten. Eine schwierige Phase musste das Klinikum in den vergangenen Monaten selbst durchleben, da wegen der Corona-Pandemie die Patienten ausblieben und somit auch die Einnahmen wegbrachen. 

In dieser Zeit hätte die Klinikleitung gerne ihre Holding unter dem von der Bundesregierung aufgespannten Schutzschirm für öffentliche Kliniken gesehen. Über diese Problematik und Möglichkeiten der Verbesserungen in der Zukunft sprach der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (CDU) in dieser Woche mit Andreas Wahl-Kordon, dem Ärztlichen Direktor, und der Kaufmännischen Direktorin Sabine Pirnay-Kromer und berichtet in einer Pressemitteilung von dem Besuch.

„Wir sehen uns mit unserer Arbeit als wichtigen und unverzichtbaren Teil des Gesundheitssystems in Deutschland“, betonte Andreas Wahl-Kordon, „und es wäre schön, wenn wir als systemzugehörig von Politik und Krankenkassen gesehen würden.“  Thorsten Frei widersprach diesem Wunsch nicht: „Sie rennen offene Türen bei mir ein.“ Denn er erkenne die großen Leistungen der privat geführten Kliniken zum Wohl der Gesellschaft. Diese sollten Politik wie Krankenkassen anerkennen und zumindest mit den üblich gezahlten Behandlungssätzen in öffentlichen Krankenhäusern vergüten. 
„Psychische Belastungen haben inzwischen andere Erkrankungen als Grund für Arbeitsausfälle an der Spitze abgelöst. Jeder Ausfall einer Arbeitskraft kommt unsere Gesellschaft teuer zu stehen. Rasche Hilfe bedeutet in meinen Augen eine schnellere Genesung. Das ist doch im Sinn aller“, so Frei.

Aktuelle Problematik

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Andreas Wahl-Kordon zeigte hierzu die aktuelle Problematik im System am Beispiel einer Patientin auf: „Ihr wurde ein Therapieplatz in einem Jahr in Aussicht gestellt. Bei uns liegt die Wartezeit aktuell bei drei bis vier Wochen.“ Wie sieht die Lage nach der bedrohlichen Flaute im Frühjahr jetzt aus? „Wir haben im Haus stets einen hohen Anteil an Ärzten, die unsere Hilfe suchen. Und aktuell haben wir auch deutlich mehr Patienten aus allen Bereichen mit Angststörungen“, meinte Wahl-Kordon. Und:  Corona habe in der Breite deutliche Spuren im psychischen Bereich hinterlassen. 

Sabine Pirnay-Kromer wies dabei auch auf den finanziellen Schaden bei den Krankenkassen hin: „Nach sechs Wochen Arbeitsausfall muss die Krankenkasse finanziell mit dem Krankengeld einspringen. Sie spart also nichts. Private Angebote sehe ich daher auch als wirtschaftliche Option für die Kassen, wenn diese einen Teil der Behandlung übernehmen. Viele Patienten seien für eine schnelle Behandlung bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen.“ Nicht wenige gesetzlich Versicherte nähmen bereits heute die gesamten Kosten in Kauf, nur um schnell wieder gesund zu werden.

Weitere Schieflage

Andreas Wahl-Kordon sprach noch eine zweite Schieflage im Wettbewerb der Kliniken an: „Wir müssen unsere Leistungen mit dem vollen Umsatzsteuersatz abrechnen. Das macht unsere Leistungen nochmals deutlich teuer im Vergleich zu öffentlichen Kliniken.“ Thorsten Frei versprach, auch dieses Thema in Berlin zu adressieren.
 

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