Oberwolfach

Oberwolfach hofft für Wolftal-Radweg auf höhere Förderung

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22. Januar 2021

Vom Hansenbauernhof soll der Wolftal-Erlebnisradweg im zweiten Abschnitt bis Vor Battengott weitergebaut werden. Die Mittel sind im Haushalt 2021 eingeplant. ©Anna Teresa Agüera

Der Wolftal-Erlebnisradweg stellt Oberwolfach trotz satter Förderung vor eine finanzielle Herausforderung. Dennoch entschied sich der Rat für die Aufnahme in den Haushalt – als klares Zeichen.

Investieren oder sparen? Oberwolfachs Gemeinderat diskutierte am Dienstag angesichts des finanziellen Corona-Dämpfers in der Haushaltsberatung angeregt über die richtige Entscheidung zum zweiten Bauabschnitt des Wolftal-Erlebnisradwegs. Die Entscheidung fiel letztlich aber mit breiter Mehrheit.

Üppiger Zuschuss reicht nicht

Der zweite Bauabschnitt des Radwegs vom Hasenbauernhof bis Vor Battengott sei „ein klassisches Infrastrukturprojekt“, bilanzierte Bürgermeister Matthias Bauernfeind: hohe Ausgaben und hohe Abschreibungen, denen keine Einnahmen entgegenstehen. Fertig wäre der Radweg mit dem zweiten Abschnitt auf Oberwolfacher Seite noch nicht. Doch, so betonte Bauernfeind: „Definitiv können wir mit unseren Haushaltsmitteln keinen Zentimeter weiter bauen als bis zu dem Bereich, wo er dann gebaut ist. Da hoffen wir sehr stark, dass wir weitere Unterstützung kriegen.“ Zwar gebe es für den Abschnitt eine üppige Förderung, „aber üppig ist halt manchmal nicht genug“, betonte Bauernfeind. Bei Gesamtkosten von 872 000 Euro winken 489 000 Euro Zuschuss.

Martin Dieterle (FWG) schlug angesichts der durch die Corona-Krise 2021 angespanntere Finanzsituation vor, den Bauabschnitt noch ein Jahr zu schieben – zumal der Lückenschluss bis zur Kreisgrenze immer noch fehlen würde. „Auch wenn’s mir im Herzen weh tut: Ich würde das Projekt gerne schieben, bis wir finanztechnisch wieder in etwas sichererem und planbarerem Fahrwasser sind. Was gewinnen wir, wenn wir uns in diesem Jahr diesen einen Kilometer für 800 000 Euro ans Bein heften? Wir enden wieder im Nichts – nur dass wir dann einen Kilometer weiter oben im Nichts enden“, sagte Dieterle. „Ich will dieses Projekt. Aber ich will, dass er in Schapbach anschließt und ich will ihn gesichert finanziert wissen.“

Kritik an Ungleichbehandlung

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„Man könnte meinen, wir bauen 100 Kilometer“, sagte Erna Armbruster (FWG) angesichts der Kosten. „Es kann nicht sein“, kritisierte sie die Ungleichbehandlung der beiden Wolftal-Kommunen in Sachen Förderung. „Immer wieder kann ich nur sagen: Gehen Sie nach Stuttgart“, sagte sie an Bauernfeind gerichtet. „Ich will aber den Radweg. Und das mit Vehemenz.“ 

Der Bürgermeister verwies auf die mit dem Regierungspräsidium abgestimmte Planung. Aus Freiburg sei die Botschaft klar: „So oder statt 489 000 Euro null.“ Wenn man die Mittel im Haushalt 2021 nicht einplane, „dann weiß ich nicht, ob wir im Jahr 2022 oder 23 noch für diesen Radweg eine Förderung vom Land bekommen. Dann geht’s bei null los“, warnte er.

Signal setzen durch Bau

„Da muss man ein Signal setzen“, warb Eberhard Junghans (CDU). „Ich denke, wir müssen auf jeden Fall den Weg mit aufnehmen. Ich denke, dass wir das realisieren können, wenn man auch auf die Zähne beißen muss.“ Auch Roland Haas (FWG) pflichtete bei: „Ich denke auch, dass wir das drinlassen müssen – auf jeden Fall. Das ist gar keine Frage für mich.“ Christian Sum (FWG) teilte die Kritik an der Finanz-Unterstützung: „Von Vor Battengott ist es dann immer noch ein Riesenstück bis Vor Tiefenbach. Das ist dann die Summe mal drei – und irgendwann ist dann wirklich fertig.“

Martin Rebbe (FWG) sagte, er könne die Bauchschmerzen von Martin Dieterle verstehen. „Aber das wäre das falsche Sig­nal“. Die breite Mehrheit des Rats sah es ebenso: Bei elf Ja- und zwei Nein-Stimmen wurde das Projekt in den Haushaltsplan 2021 aufgenommen.

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