Oberwolfach

Oberwolfachs Rat ebnet Weg für Parkleitsystem mit Perspektive

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23. September 2020

Parkchaos im engen Frohnbachtal: Sensoren sollen prüfen, ob bei der Grube Wenzel noch Parkplätze frei sind. Ein Server steuert dann automatisch die Verkehrsleitschilder. Die Kommunikation zwischen Sensoren, Server und Schildern soll über das Lorawan-Netz laufen. ©Matthias Bauernfeind

Oberwolfachs Gemeinderat machte am Dienstag den Weg frei für die Einrichtung eines Lorawan-Netzes. Im Fokus steht zunächst der Tourismus – doch das System öffnet weitere Möglichkeiten.

Ein Long Range Wide Area Network (Lorawan), also ein auf weite Strecken ausgelegtes Funknetz, soll helfen, das Parkchaos am Oberwolfacher Besucherbergwerk Grube Wenzel einzudämmen. Der Gemeinderat ebnete am Dienstag einstimmig den Weg in die Umsetzung des Projekts mit der Saarbrücker Fachfirma Zenner. Einmal eingerichtet sollen perspektivisch auch andere kommunale und private Nutzungsbereiche geprüft werden.

Lukrative Förderung winkt

„Wir haben nun die Möglichkeit, mit der Einrichtung des Besucherleitsystems mit 60 Prozent gefördert zu bekommen, was wir sonst nicht gefördert bekommen“, warb Bürgermeister Matthias Bauernfeind wie schon in der Haushaltsberatung für das Projekt. Denn: Die Installation des Lorawan-Netzes, der Sensoren zur Parkplatzüberwachung und der Schilder, die anhand der Sensorendaten gesteuert werden, soll über das Leader-Programm gefördert werden. Der Antrag ist gestellt. Bei Vorliegen des Förderbescheids, so beschloss es der Rat am Dienstag, soll die Verwaltung die Maßnahme an die Firma Zenner vergeben. Das Saarbrücker Unternehmen, das gleich drei Vertreter in die Sitzung entsandt hatte, gab das günstigste von vier Angeboten zur Einrichtung eines Lorawan-Netzes ab. Rund 43 060 Euro soll es kosten.

Mit zehn sogenannten Gateways soll das Netz in Oberwolfach gesponnen werden. „Wir gehen mal mit zehn ins Rennen, wenn wir nur neun brauchen oder acht sind wir auch froh drum“, sagte Bauernfeind. Schließlich habe man angesichts der Topografie „kein einfaches Umfeld“. Zum Vergleich: Auf Freiburger Gemarkung sind derzeit elf Gateways installiert. Zählt man Gundelfingen und Kirchzarten dazu, sind es aktuell insgesamt 16.

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Weitere Einsatzfelder möglich

Nichtsdestotrotz biete Lorawan in Zukunft weitere Einsatzfelder über den Tourismus hinaus, von der die Gemeinde in der Digitalisierung profitieren könne. „Wir stehen vor vielen Herausforderungen, insbesondere im Bereich unseres Eigenbetriebs.“ Schachtüberwachung, Wasser- und Wärmemengenzähler oder die Quellschachtüberwachung, die man sehr intensiv betreiben müsse – alles das seien mögliche weitere Anwendungsfelder, in denen Sensoren per Lorawan-Netz Daten liefern könnten, um Zeit und Kosten zu sparen. Das Parkleitsystem sei da nur der Einstieg in die neue Technik.

„Meine Überzeugung, die lahmt noch“, betonte Erna Armbruster (FWG): Sie sei skeptisch, ob die Funktechnik angesichts der Topografie fehlerfrei funktioniere. „Ich glaube nicht, ausdrücklich nicht, dass jedermanns Wasseruhr per Lorawan abgelesen werden kann.“ Was in Oberwolfach Täler und Berge seien, seien in Freiburg Hochhäuser und Beton, entgegnete Bauernfeind.

Armbruster mahnt Kommunikation an

Es sei entscheidend, dass man an das Lorawan-Netz, das man nun anlegen wolle, als Grundgerüst auch ohne teure weitere Investitionen einzelne Sensoren anschließen könne, betonte Armbruster: „Es wird schwierig zu vermitteln sein, dass wir 60 000 Euro ausgeben wegen drei Parkplätzen.“ Eberhard Junghanns (CDU) pflichtete Armbruster bei: „Kritische Stimmen gibt es schon.“

Stichwort

Schilderfrage noch offen

Prismenschilder schlug die Verwaltung dem Rat vor, um den Besucherverkehr zur Grube Wenzel künftig zu leiten. Mehrere Räte sprachen sich allerdings dafür aus, die Digitalisierung konsequenter zu wagen. 

„Prismenschilder wie Sie sie kennen von Tunneln oder der Autobahn“, erklärte Matthias Bauernfeind die Idee. Je nach Sensorenergebnis könnten die umklappenden Dreieckselemente drei Informationen geben: „Grube geschlossen, Parkplatz frei oder Parkplatz belegt – Parke auf dem Hexenplatz.“ Zehn Firmen habe die Verwaltung europaweit angeschrieben, das günstigste von drei Angeboten koste 18 695 Euro.

Kritik an der Prismen-Idee gab es unter anderen von Udo Schacher (CDU): „Steinzeit“ sei das. „Ich würde schon sagen: Wenn wir den Weg beschreiten, dann sollten wir es schon richtig machen.“ Er warb wie andere Räte für Digitalschilder, die weitere Infos anzeigen können.

„Wir als Verwaltung meinen, ein Prismenschild wäre an dieser Stelle das Richtige, lassen uns aber auch gern von etwas anderem überzeugen“, sagte Bauernfeind. Art und Anzahl der benötigten Schilder soll die Verwaltung laut Beschluss nach Vorliegen des Förderbescheids festlegen.

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