Hausach

Odile Kennel ist »Autorin des Jahres«

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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06. Dezember 2016

Odile Kennel war als Hausacher Stadtschreiberin 2013 die erste Gisela-Scherer-Stipendiatin. Die deutsch-französische Schriftstellerin, Lyrikerin und Übersetzerin wurde nun von der Internationalen Autorinnenvereinigung für ihr Gesamtwerk zur »Autorin des Jahres« gekürt. ©Claudia Ramsteiner

Odile Kennel war 2013 die elfte Hausacher Stadtschreiberin und die erste Gisela-Scherer-Stipendiatin. Sie hat sich viele Freunde gemacht – deshalb wird die Nachricht, dass sie von der Autorinnenvereinigung zur »Autorin des Jahres« gekürt wurde, hier auch Freude auslösen. 

»Wir möchten damit ihr literarisches Schaffen im Ganzen würdigen, das Lyrische ebenso wie die Prosa und ihre literarischen Übersetzungen sowie ihre Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Themen«, sagte die Vorsitzende der Autorinnenvereinigung Ute Hacker, die Odile Kennel in Leipzig zur »Autorin des Jahres« kürte. 

Dies bereits die zweite Würdigung der AV für die in Berlin lebende Autorin nach dem ersten Preis des Rheinsberger Autorinnenforums. Und so begründet die Jury laut einer Pressemitteilung die Entscheidung: »Leben und Schreiben, Sprache und Ausdruck sind für Odile Kennel »daseinsumspannend und füllen jeden Augenblick. Sie greift die großen und die kleinen Themen auf, Fantasie und Geschichte, Träume und Alltag, mit offenen Augen, mit großem Herz und sprachverspielt, immer getrieben von Rhythmus und Klang. Sie hat einen Standpunkt in der Welt, aber auch begründete Zweifel an allzu festgefahrenen, nicht oder nicht mehr hinterfragten Standpunkten.«

Hoher literarischer Anspruch

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Odile Kennel ist seit vielen Jahren Mitglied der Autorinnenvereinigung. Und sie will es solange bleiben, bis diese sich selbst überflüssig gemacht hat, »bis Geschlecht in der Gesellschaft und somit auch auf dem Literaturmarkt keine Rolle mehr spielt, jedenfalls keine, die zu geschlechtsspezifischer Beurteilung führt«, sagte sie gestern im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. 
Mit ihrem »hohen literarischen Anspruch und ihrer schriftstellerischen Kontinuität sei sie ein Vorbild für junge Frauen, die ›Autorin‹ als ihre Berufung und ihren Beruf sehen und verwirklichen wollen«, sagte Ute Hacker.Odile Kennel freute sich besonders über die »umfängliche Ehrung«, die Literatur, Übersetzung und ihren Blog mit einschließt,  »die ich ja im echten Leben auch nicht voneinander trennen kann«. 

Erinnerungen an Hausach

»Oh je, wieviel Zeit habe ich?«, fragt Kennel auf die Frage nach ihren Erinnerungen an Hausach. Es seien drei Monate der privaten Suchbewegung (»wer war ich damals, als ich noch im Badischen wohnte und wie war das Badische damals?«) und der historischen Suchbewegungen (»2013 war 80 Jahre nach der Machtübergabe – als ich 1986 wegzog, hatte das Interesse an der Regionalgeschichte gerade erst begonnen«).

Aber auch an die Spracherkundungen, an die Garten-, Wander- und kulinarische Freuden, an die Nähe zu ihren Eltern und zu Straßburg erinnere sie sich gern – und »natürlich an die Menschen, die mir begegnet sind, das Interesse, die Neugier, die Achtung, die nachhaltig wirken«.
Die Autorinnenvereinigung e.V. ist ein internationale Netzwerk für Schriftstellerinnen und Autorinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben und publizieren. Ihr Ziel ist es, deutschsprachige Autorinnen präsenter zu machen. Dazu gehört auch die jährliche Kür einer »Autorin des Jahres«. 

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