PGR-Wahlen 2020

Online-Wahl kommt im Wolftal und Oberen Kinzigtal gut an

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06. April 2020

©Symbolfoto: Barbara Puppe

Übers Internet oder per Briefwahl haben die Wahlberechtigten in den Seelsorgeeinheiten Kloster Wittichen und Oberes Wolftal die neuen Pfarrgemeinderäte gewählt. Am Sonntag wurde ausgezählt.

Die neuen Pfarrgemeinderäte (PGR) in der Erzdiözese Freiburg sind gewählt: Am Sonntag wurden die Stimmen in den Seelsorgeeinheiten ausgezählt. Erstmals war in diesem Jahr eine Online-Wahl möglich. Und erstmals konnten Wahlberechtigte ihre Stimmzettel nicht persönlich in die Wahlurnen werfen, wegen des Coronavirus. 

Oberes Wolftal

Das Virus ist laut Waldemar Schmid auch der Hauptgrund, warum die Wahlbeteiligung in den Seelsorgeeinheiten so niedrig ausgefallen sei. Schmid ist Vorsitzender des PGR der Seelsorgeeinheit Oberes Wolftal. Er stand am Sonntag zur Wiederwahl, ebenso wie Rita Hoferer, Erich Schmieder, Rosemarie Huber und Sabine Hermann. Nicht mehr angetreten waren Bettina Armbruster, Claudia Gebele und Michael Armbruster. Neu im Rat ist die 20-jährige Katrin Schmid. „Es ist schön, dass sich auch junge Menschen einbringen“, freut sich Waldemar Schmid. 

Sechs Räte standen zur Wahl, zehn Plätze hätte es gegeben. Damit schrumpft der Rat weiter, zuletzt waren acht Plätze besetzt. Die Suche sei schwer gewesen, so Schmid. Die Arbeit im PGR habe sich in den vergangenen fünf Jahren verändert – in Richtung Verwaltungstätigkeiten und weg von der Basisarbeit in der Gemeinde. Sich offiziell aufstellen und für fünf Jahre wählen zu lassen, da sei die Hemmschwelle größer. Viele würden sich engagieren wollen, aber das eher in Gemeindeteams, um sich direkt um das Leben und die Kirche vor Ort zu kümmern – und nicht im PGR, wo es gilt, Konzepte aufzustellen. 

Doch es gibt auch eine positive Nachricht: Mit Claudia Herrman könnte ein siebter Platz im Rat besetzt werden. Sie hat am Sonntag 23 Stimmen bekommen. Und sie habe bereits in Aussicht gestellt, dass sie die Wahl auch annehmen würde, so Schmid. „Wir hatten sie schon im Vorfeld gefragt, aber da war sie noch nicht bereit. Jetzt hat sie das Wahlergebnis sicher überzeugt.“ Elf Stimmen braucht es, um in den Rat gewählt zu werden.

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17,04 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Sonntag ihre Stimmzettel ab. Bei einer Präsenzwahl hätte das anders ausgesehen. „20 Prozent wären schon schön gewesen. Aber im Großen und Ganzen sind wir mit der Wahlbeteiligung in Corona-Zeiten zufrieden. Zwei Drittel der Stimmen gingen online ein. „Die Online-Wahl war eine Super-Sache“. Auch die Resonanz sei durchweg positiv gewesen: „Es war einfach. Manche sehen sogar die Zukunft darin.“ Allerdings sei die Wahl in Bad Rippoldsau-Schapbach mitunter auch an seine Grenzen gestoßen, gerade in den Randbereichen. Dort sei eine Online-Wahl wegen der schlechten Internetverbindung nicht möglich gewesen. 

Kloster Wittichen

In der Seelsorgeeinheit Kloster Wittichen war die Online-Wahl ebenfalls sehr beliebt: Dort wurden 189 Stimmzettel (78,1 Prozent) online und 53 per Briefwahl abgegeben. Die Wahlbeteiligung von 11,7 Prozent lag aber deutlich unter der im Oberen Wolftal. Auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Flaig nennt in diesem Zug das Coronavirus und die damit verbunden Konsequenzen, wie den Ausfall der Präsenzwahl und den Ausfall der Gottesdienste.

Und auch der Rat im Oberen Kinzigtal hat sich verkleinert: Sieben Personen standen zur Wahl, im vorherigen Rat waren zehn Plätze besetzt. Die Suche nach Kandidaten sei nicht so einfach gewesen, auch weil Pfarrer Adam Borek zum 1. Mai in Ruhestand geht und sich viele Gedanken darüber gemacht haben, wie es nun weitergehe. Von den ehemaligen Räten sind noch Martin Springmann und Elisabeth Bühler im Team. Familiäre oder Altersgründe hätten viele der aktuellen Räte dazu bewegt, nicht mehr zu kandidieren. Neu im Rat sind Lukas Hauer, Jens Jahnke, Margareta Bodio, Michael Schwientek und Gudrun Matt. 

Wann die neuen Pfarrgemeinderäte im Oberen Kinzigtal und Oberen Wolftal nun ihre Arbeit aufnehmen können, das ist noch unklar. „Ein Datum steht noch nicht fest“, so Flaig. Eigentlich war Ende April geplant – wäre alles nach Plan gelaufen mit einer Wahl am 22. März. Mit dem Dekanat sei sie in Kontakt, so Flaig. Jetzt heißt es aber erstmal abwarten. Bis der neue Rat im Amt ist, laufen die Fäden weiterhin beim alten zusammen. 

Beide Seelsorgeeinheiten rücken nun in naher Zukunft enger zusammen. Vor beiden steht ein größerer Umbruch in einer gemeinsamen Seelsorgeeinheit mit der SE An Wolf und Kinzig um Pfarrer Hannes Rümmele (wir berichteten). Das wird auch die Arbeit der PGR in den kommenden fünf Jahren prägen. 
 

Stichwort

Ergebnis Oberes Wolftal

In der Seelsorgeeinheit Oberes Wolftal waren 1414 Personen wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,04 Prozent. Im Stimmbezirk 1 (Schapbach) wurden gewählt: Rita Hoferer, Glaswald 11, 226 Stimmen, Erich Schmieder, Dorfstraße 7, 206 Stimmen, und Claudia Herrmann, Am Hansenhof 7, 23 Stimmen.

Im Stimmbezirk 2, Bad Rippoldsau, wurden am Sonntag gewählt: Rosemarie Huber, Bad Rippolds­au-Kniebis, 210 Stimmen, Sabine Hermann, Hansjakobstraße 26, 207 Stimmen, Katrin Schmid, Wolftalstraße 13, 207 Stimmen und Waldemar Schmid, Reichenbachstraße 26, 205 Stimmen.

Stichwort

Ergebnis Kloster Wittichen

In der Seelsorgeeinheit Kloster Wittichen waren insgesamt 2068 Gemeindemitglieder wahlberechtigt. 242 Stimmzettel, davon vier ungültig, wurden abgegeben. Das Ergebnis: Martin Springmann (230 Stimmen), Elisabeth Bühler (217 Stimmen), Lukas Hauer (212 Stimmen), Jens Jahnke (211 Stimmen), Margareta Bodio (209 Stimmen), Michael Schwientek (207 Stimmen) und Gudrun Matt (205 Stimmen).

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