Hornberg-Niederwasser

Pfarrhaus liegt katholischer Pfarrgemeinde auf der Tasche

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25. Januar 2020

Das Pfarrhaus in Niederwasser wurde 1972 außen und innen renoviert. Rund 50 Pfarrer beherbergte das Gebäude seit seinem Baujahr 1826. Zurzeit wohnen zwei syrische Familien mit Kindern dort. Foto: Martina Baumgartner ©Martina Baumgartner

Das katholische Pfarrhaus in Niederwasser wird verkauft. Das Offenburger Tageblatt traf sich mit dem ehemaligen Ortsvorsteher Bernhard Dold. Der historisch Interessierte weiß auch deshalb um die Geschichte des Gebäudes.

Zwar ist das katholische Pfarrhaus in Niederwasser zurzeit mit zwei Familien bewohnt, doch die Einnahmen decken den Unterhalt des Gebäudes nicht. Auch dessen eigentlicher Zweck, die Unterbringung eines Pfarrers, steht nicht mehr zur Disposition, schon gar nicht mit Blick auf Pastoral 2030. Deshalb will die Pfarrgemeinde seit vergangenen Sonntag das Niederwasser Pfarrhaus verkaufen. 

Seit 1811 bis 1856, als Anton Nöltner starb, hatte Niederwasser einen eigenen Pfarrer. Und auch danach verbrachten einige Pfarrer ihren Ruhestand dort, zuletzt und bis zu seinem Tod 2014, Theodor Benz.

Mancher Standort für die Altersruhe interessanter

Die Auswahl der Altersruhesitze für katholische Pfarrer ist heute auch größer, weil es weniger von ihnen gibt: „Da ist so mancher Standort vielleicht interessanter als Niederwasser“, vermutet Bernhard Dold, der bis 2019 35 Jahre Ortsvorsteher dort war.

Im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt informiert das Pfarrgemeinderatsmitglied zum Pfarrhaus, dessen Geschichte und Zukunft.

Kaiserin will fußläufig erreichbare Kirchen bauen

Dass das katholische Pfarrhaus 1821 überhaupt gebaut wurde, verdanke Niederwasser Kaiserin Elisabeth, der Gemahlin Franz Joseph II von Österreich, wozu Niederwasser (Niederösterreich) gehörte.

Sie wollte, dass im Reich ihres Gemahls jede Gemeinde eine Kirche bekäme, die jeder Katholik innerhalb von höchstens einer Stunde Fußmarsch erreichen konnte.

Für Gremmelsbach und Niederwasser sollte das zunächst eine gemeinsame sein. Doch der ausgesuchte Platz beim Sägewerk Finkbeiner, der genau auf der Mitte der beiden  Gemeinden hätte liegen sollen, wäre für manche Gremmelsbacher Fußgänger weiter weg, als die geforderte Stunde gewesen. 

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Nach aktiven Pfarrern kommen die im Altersruhestand

Also bekam Niederwasser 1821 eine eigene Kirche. Zur Kirche gehörte, laut der Kaiserin, auch ein Pfarrhaus, was allerdings erst 1826 gebaut wurde. Dort waren rund 50 Pfarrer für die Dauer ihres Amtes oder Ruhestands – „modicum“, also zeitweise, wie über dem Eingang zu lesen ist – untergebracht.

Pfarrpfründe weiterhin bedienen

Damit die Pfarrer sich, wie damals üblich, selbst versorgen konnten, wurde eine Pfarrpfründe gegründet, die genügend Land um Kirche und Pfarrhaus zu diesem Zweck zur Verfügung stellte.

Die Pfarrpfründe ist, nicht in vollem Umfang wie bei Gründung, aber dennoch vorhanden und wird als eigenständiges Land von der Erzdiözese Freiburg verpachtet.

Deshalb wird bei Verkauf des Gebäudes das Grundstück im Erbbaurecht an den neuen Eigentümer vergeben. Der jährliche Erbbauzins beträgt bei circa 700 Quadratmetern  rund 2400 Euro. 

Solide gebautes Gebäude

Das Pfarrhaus sei solide mit dicken Mauern und einem großen Gewölbekeller gebaut, weiß Dold. In den 1970 er-Jahren renoviert, hat es eine Ölheizung, eine Wohnfläche von circa 186 Quadratmetern im Erd- und Obergeschoss sowie rund 82 Quadratmeter Nutzfläche mit Kellerraum und Technikraum im Erdgeschoss. 

Der Kaufpreis des Pfarrhauses von Niederwasser richtet sich nach dem Meistbietenden, heißt es in der Verkaufsanzeige. Bei Verkauf soll die angrenzende Garage abgerissen und das Pfarrhaus vom Kirchplatz optisch getrennt werden, so Dold.

Die Einnahmen durch den Verkauf gehen zwar an die Erzdiözese und nicht an die Gemeinde, doch die Pfarrgemeinde Niederwasser würde künftig die Instandhaltungskosten sparen.

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