Oberwolfach

Polio-Hilfe-Kenia: "Hilfe, die auch direkt ankommt"

Autor: 
Berit Hohenstein
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17. April 2018
Stellvertretender Vorsitzender Anton Gebert, neue Kassierin Simone Heitzmann, Vorsitzender Otto Bonath, Schriftführerin Marianne Dieterle, Bürgermeister Matthias Bauernfeind.

Stellvertretender Vorsitzender Anton Gebert, neue Kassierin Simone Heitzmann, Vorsitzender Otto Bonath, Schriftführerin Marianne Dieterle, Bürgermeister Matthias Bauernfeind. ©Picasa

»Es ist faszinierend, was der Verein für Hilfe leistet«, sagte Bürgermeister Matthias Bauernfeind am Samstag über die Polio-Hilfe-Kenia. 80.125 Euro spendete der Oberwolfacher Verein 2017 für Projekte in dem afrikanischen Land.

Mit stattlichen 80.125 Euro unterstützte die Polio-Hilfe Kenia im vergangenen Jahr die Behindertenprojekte von Hubert Seifert in Kenia. Der Vorsitzende Otto Bonath und sein Team – Stellvertreter Anton Gebert sowie  Schriftführerin Marianne Dieterle – wurden in der Hauptversammlung am Samstag im Gasthaus »Walkenstein« in Oberwolfach erneut für drei Jahre ins Amt gewählt. Kassierer Daniel Schrempp übergab sein Amt aus beruflichen Gründen in die Hände von Simone Heitz­mann. 

Der Löwenanteil der Spendensumme, rund 53.000 Euro, ging an die Kinderklinik in Mombasa – für laufende Kosten und nötige Operationen. »Es war diesmal stark von uns abhängig, dass dort alles funktioniert«, so Bonath in seinem Rückblick. Wie Hubert Seifert in seinem jährlichen Brief zur Hauptversammlung berichtete, hatten sich die schweren Unruhen, Demonstrationen und Plünderungen nach den Regierungswahlen negativ auf die Wirtschaft und den Tourismus ausgewirkt – und damit auch auf die Handwerksproduktion des Bombolulu-Projekts. 

Schnelle und unbürokratische Hilfe

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Die schweren Überschwemmungen durch starke Regenfälle hatten zudem die Wohnungen behinderter Arbeiter, den Verkaufsraum und die traditionellen Hütten im Kulturzentrum überflutet (wir berichteten). Hier leistete der Verein schnelle, unbürokratische Hilfe mit rund 10.000 Euro. Das Projekt kämpft weiter ums Überleben, die Löhne konnten nicht bezahlt werden und radikale Einsparungen und Entlassungen waren die Folge. 

Weitere 17.000 Euro wurden für Rollstuhl-, Schul- oder Familienpatenschaften nach Kenia transferiert. Insgesamt wurden dem Verein 2017 rund 58.500 Euro gespendet, das beliebte Mühlenfest tat auch seinen Teil dazu, die Spendensumme zu erhöhen. Die Anzahl der Spender erhöhte sich auf 141, wobei 62 Prozent aus Oberwolfach stammen. 

Hohe Spendenbeträge

Großes Lob sprach Bonath wieder der katholischen Frauengemeinschaft aus, die der größte Spender sei. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden wurden wieder Lumpenschuhe genäht, Socken gestrickt, Brot und Busserle gebacken und am Kuchenmarkt verkauft. »Was da geleistet wird an Stunden ist enorm. Wir sind sehr glücklich, wenn das weiterhin so funktioniert«, sagte Bonath. Auch die Weihnachtsaktion des Robert-Gerwig-Gymnasiums in Hausach lobte der Vorsitzende. Der Erlös des Weihnachtsmarkts kommt neben der Polio-Hilfe-Kenia auch dem Verein Wir für Burkina zugute. Ebenso großen Dank sprach er den Organisatoren der Waldweihnacht Manfred und Tanja Harter aus, die einen großen Teil des Erlöses gespendet hatten. 
Schriftführerin Marianne Dieterle hatte in ihrem humorvollen Rückblick das Vereinsjahr Revue passieren lassen. Bürgermeister Matthias Bauernfeind lobte das Engagement: »Es ist faszinierend, was der Verein für Hilfe leistet, die auch direkt ankommt, obwohl es eher ein kleiner Verein ist.«  

Hintergrund

Vereinsinfo Polio-Hilfe-Kenia

  • Vorsitzender: Otto Bonath, Tel. 0 78 34/ 18 53
  • Gegründet: 1991
  • Internet: www.poliohilfe.de

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