Seelsorgeeinheit Haslach

Prinzbach: Erzdiözese ist „auf dem Holzweg“

Autor: 
Reinhold Heppner
Lesezeit 3 Minuten
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15. Februar 2020

Geplant ist die Reduzierung von derzeit 224 Kirchengemeinden in der Diözese Freiburg auf etwa 40 Kirchengemeinden. Hier ist die Haslacher Kirche zu sehen. ©Reinhold Heppner

Resignation und Frust machten sich am Donnerstagabend im katholischen Gemeindehaus St. Sebastian in der Pfarrgemeinderatssitzung breit. Zur Beratung stand das Antwortschreiben des Erzbischöflichen Ordinariats auf das Schreiben der Seelsorgeeinheit Haslach an. 

Der Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Haslach hatte im Oktober 2019 in einem Schreiben an Erzbischof Stephan Burger kritisch Stellung zum Diskussionspapier „Kirchenentwicklung 2030“ (wir haben berichtet) bezogen. Nun stand am Donnerstagabend das Antwortschreiben auf der Tagesordnung. Da Wolfgang Müller von der Abteilung Grundsatzfragen das Projekt  der Kirchenentwicklung leitet, hatte Erzbischof Stephan Burger die Beantwortung des Briefs ihm übertragen.

In dem damaligen Schreiben ging es zum einen um die angedachte neue Seelsorgeeinheit Kinzigtal mit der Reduzierung von derzeit 224 Kirchengemeinden in der Diözese Freiburg auf etwa 40 Kirchengemeinden. Hier sieht der Pfarrgemeinderat eine wachsende Entfremdung der Gemeindemitglieder und vieler ehrenamtlichen Engagierten bei Fernsteuerung durch Großkirchengemeinden.

Gefahr der Entfremdung minimieren

Die beschriebene Gefahr der Entfremdung sieht Wolfgang Müller ebenso. Jedoch weist er darauf hin, dass Erfahrungen in größeren Seelsorgeeinheiten, die heute schon auf lebendige Gemeindeteams setzen, zeigen, dass die Gefahr der Entfremdung minimiert werden könne. 

Bei der vom Pfarrgemeinderat im Brief an den Erzbischof aufgeworfene Frage zur Rolle der Frauen in der Kirche und die mögliche Zulassung von Frauen zu Weiheberufen verweist Müller etwas lapidar darauf, dass die Zulassungsbedingungen zum priesterlichen Amt für Verheiratete und für Frauen sowie der Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen nur auf der Ebene der Weltkirche entschieden werden können. Auf der Ebene der Weltkirche würden die Themen kontrovers diskutiert. 

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„Ich halte es im Kopf nicht mehr aus“

Beim Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen plädiere Erzbischof Stephan Burger für eine pastorale Lösung, die den Einzelnen gerecht werden.

In der Diskussion formulierte es Eckhard Schmieder (Fischerbach) sehr drastisch: „Ich halte es im Kopf nicht mehr aus, was die da oben machen. Wir haben viel zu wenig Priester und die oben tun nichts dagegen“. Bruno Prinzbach sieht die Erzdiözese bei der Zentralisierung der Seelsorgeeinheiten „auf dem Holzweg“. 

Diese Woche sei für ihn ohnedies frustrierend gewesen, einmal diese „nicht ermutigende Antwort aus Freiburg, dann dass Kardinal Marx nicht mehr kandidieren wolle und letztlich die Entscheidung des Papstes in Verbindung mit der Amazonas-Region am Festhalten am Zölibat.“  

Unterschriftenaktion sinnvoll?

Prinzbach stellte die Frage an den Rat, ob es Sinn mache, in Form einer Unterschriftenaktion gegen die künftigen großen Seelsorgeeinheiten weiter Druck zu machen. Auch sollte man in anderen Seelsorgeeinheiten werben. 
In der Sache selbst stimmt Pfarrer Helmut Steidel Bruno Prinzbach zu, nicht jedoch über eine mögliche weitere Vorgehensweise – für ihn „sei das Thema Kirchenentwicklung 2030“ in der Erzdiözese so weit vorangetrieben, dass eine Aktion nichts mehr bringen würde.

  •  Info: Das Antwortschreiben wird auf der Homepage der katholischen Kirchengemeinde in den nächsten Tagen veröffentlicht. Bei Interesse kann auch eine Kopie des Briefs im Pfarrbüro abgeholt werden.
     

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