Kinzigtal

Punkten mit Domizil für Fledermäuse

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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13. März 2008
Auf Oberwolfacher Gemarkung lassen sich mit wenig Aufwand alte Bergwerksstollen freilegen, um sie etwa dem vom Aussterben bedrohten Mausohr als Lebensraum bereitzustellen.

Auf Oberwolfacher Gemarkung lassen sich mit wenig Aufwand alte Bergwerksstollen freilegen, um sie etwa dem vom Aussterben bedrohten Mausohr als Lebensraum bereitzustellen.

Mit der Pflege von Flächen und Wasserläufen im Rankach sowie der Öffnung von verschütteten Stollen für Fledermäuse will Oberwolfach für seine Baumaßnahmen ökologischen Ausgleich schaffen. Auch ein Auerhahn-Schutzgebiet im Königswald ist dabei.
Oberwolfach. »Die Gemeinde Oberwolfach benötigt einen ökologischen Flächenausgleich von 11,8 Hektar für ihre Baugebiete und die erweiterten Bebauungspläne«, erklärte Alfred Winski vom Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie dem Oberwolfacher Gemeinderat, als er den neuen Plan für Ausgleichflächen vorlegte. Das Naturschutzgesetz Baden-Württemberg schreibt die Einrichtung von Ökokonten zum Ausgleich bebauter Flächen vor. Dazu wird ein Eingriffs-Ausgleichsflächen-Kataster (EAK) angelegt, in dem die Eingriffe in die Flächen bewertet werden und ein Ausgleichsfaktor berechnet wird. Die Ausgleichsmaßnahmen müssen dem Naturschutz dienen und umfassen nicht nur den Schutz des Bodens, sondern auch Wasserschutzmaßnahmen und Artenschutz. Artenschutzmaßnahmen werden mit einem besonders hohen Ausgleichsfaktor gewertet. Auf Oberwolfacher Gemarkung lassen sich mit wenig Aufwand alte Bergwerksstollen freilegen und für Fledermauspopulationen wie etwa das vom Aussterben bedrohte Mausohr, bereitstellen, führte Winski aus. Ein solcher Stollen bringt bereits 0,7 Hektar Flächenausgleich. Siedeln sich nachweislich Fledermäuse an, kann es bis zu 1,6 Hektar Ausgleich für den Stollen geben. Bereits in seiner Sitzung am 17. Juli 2007 hatte der Gemeinderat das Thema »Öko-Konto« beraten und Alfred Winski beauftragt, Einzelheiten auszuarbeiten. Um geeignete Flächen oder Maßnahmen zum Ausgleich aufzuspüren, haben sich die Gemeindeverwaltung, sachkundige Bürger, Grundstückseigentümer und der Planer im vergangenen Jahr mehrmals getroffen. Als Ergebnis dieser Treffen soll der ökologische Ausgleich nun zunächst auf zwei Gebieten erreicht werden: Durch Flächenmaßnahmen und Pflege von Wasserläufen im mittleren Rankach sowie durch Öffnen verschütteter Stollen für die Ansiedlung seltener Tierarten, vor allem Fledermäusen. Sechs Stollen eignen sich laut Planer Winski für eine Öffnung und fledermausgerechte Sicherung mit Querstäben. Das bringt mindestens fünf Hektar Ausgleichsfläche auf dem Ökokonto. Kleinklima verbessert Im mittleren Rankach haben Anwohner im Bereich des ehemaligen Sägewerks den Fichtenwald zurückgenommen, um das Kleinklima zu verbessern. Weitere Auslichtungen sind geplant. Außerdem wurde die »Burgerwiese« als Schafweide vorbereitet. Die im Sinne von Natur und Landschaft aufgewertete Fläche beträgt 8,5 Hektar. Der Ausgleichswert, der beim Ökokonto zu Buche schlägt, liegt bei etwa sieben Hektar. Mit Renaturierungen am Rankachbach könnte das Ökokonto noch zusätzlich aufgefüllt werden, verriet der Planer. Die Gemeinderäte waren vor allem über die Folgekosten der freigelegten Bergwerksstollen besorgt; die Pflege und die jährliche Kontrolle muss über immerhin 25 Jahre gewährleistet sein. Gemeinderat Martin Dieterle wies auf preiswertere Ausgleichsmaßnahmen hin wie etwa die Gewässerpflege durch den Angelsportverein. Auch die Pflege des Königswaldes als Auerhahn-Schutzgebiet soll nun dem Ökokonto gutgeschrieben werden. Nach diesen beiden Korrekturen erklärten sich die Gemeinderäte einverstanden, die vorgeschlagenen Maßnahmen ab 2009 Schritt für Schritt zu verwirklichen.

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