Wolfach

Raiffeisen Kinzigtal steigert Gewinn auf niedrigem Niveau

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22. Oktober 2020

Der wiedergewählte Vorstandsvorsitzende Thomas Dieterle (von links) und die wiedergewählten Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Hoch, Helmut Bader sowie Franz Schöner mit Geschäftsführer Adrian Steiner und Aufsichtsrats-Chef Klaus Doll. Helmut Bader erhielt am Mittwoch für 30 Jahre im Aufsichtsrat die Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille. ©Tobias Lupfer

Trotz Umsatz-Plus fiel der Gewinn der Raiffeisen Kinzigtal für Geschäftsführer Adrian Steiner auch 2019 zu klein aus. Das Corona-Jahr 2020 bietet dagegen Überraschungen – auch positive.

Vor ungewohnt kleiner Kulisse fand am Mittwoch in Wolfachs Festhalle die Hauptversammlung der Raiffeisen Kinzigtal statt. Die Bilanz fiel dagegen vertraut aus: Erneut steigerte die Genossenschaft ihren Gesamtumsatz und legte im Vorjahresvergleich 2019 auch beim Gewinn zu. Doch bei dessen Einstufung blieb Geschäftsführer Adrian Steiner dabei: Um wirklich zufriedenstellend zu sein „müsste bei unserem Engagement mehr Überschuss erzielt werden“.

Zugpferd „Grüne Theke“

„2019 – kein einfaches Jahr für die Raiffeisen Kinzigtal“, blickte Steiner auf die Geschäftsentwicklung. Und doch: Insgesamt steigerte die Genossenschaft ihren Umsatz um rund 39 000 Euro auf 12,64 Millionen Euro. Der Anteil des Großhandels ging dabei nach 2018 auch 2019 weiter zurück auf insgesamt 4,78 Millionen Euro (Minus 150 000 Euro). Im Einzelhandel legte die Genossenschaft weiter zu, hier wurden 2019 insgesamt 7,73 Millionen Euro umgesetzt (Plus 195 000 Euro).

Zugpferd und Alleinstellungsmerkmal im Einzelhandel sei weiterhin die „Grüne Theke“, bei der allein ein Umsatzzuwachs von 148 151 Euro (10,7 Prozent) verzeichnet worden sei. Unterm Strich fiel das Ergebnis 2019 besser aus als im Vorjahr: Der Bilanzgewinn stieg um gut 7520 Euro auf rund 24 100 Euro. Auf Vorschlag des Vorstands beschloss die Versammlung am Mittwoch eine dreiprozentige Dividende für die 653 Mitglieder. Insgesamt sei das Jahr trotz Plus „nicht ganz zufriedenstellend zu bewerten“, so Steiner.

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Umdenken nötig

Im Großhandel gingen die Umsätze im Bereich Gastronomie und Veranstaltungen zurück – teilweise auch durch die Weiterentwicklung des 2018 eingeführten Leitfadens. „Einige Kunden und Veranstalter sind zum Wettbewerb gewechselt“, bilanzierte Steiner. „Wir konnten – und ich betone es – und wir wollten den Weg des Wettbewerbs nicht mitgehen. Die Einführung des Leitfadens war mehr als wichtig und notwendig. Dennoch verstehen viele Kunden und Vereine den Weg noch nicht.“ Gerade in Zeiten der Corona-Krise müssten viele Getränkehändler aber ihr Firmenkonzept überdenken, sagte Steiner: „Hier ist ein klares Umdenken erforderlich, um zu überleben.“

Discounter-Preisdruck

Im Einzelhandel spüre man den Preiskampf: „Preisknaller wie die der Discounter sind nicht mehr nachvollziehbar.“ Das führe dazu, dass Lebensmittel nirgends günstiger angeboten würden als hierzulande. „Nur: Wo führt das hin? Die gesamte Wertschöpfungskette steht unter einem ernormen Druck“, warnte Steiner.

In der Einzelbetrachtung der Filialen legten beim Umsatz insbesondere Wolfach (Plus 56 000 Euro, 4,88 Prozent), Biberach (Plus 68 000 Euro, 4,37 Prozent) und Hausach (Plus 58 000 Euro, 4,17 Prozent) zu. Zunsweier musste zum 31. November 2019 geschlossen werden, der Umsatz ging im letzten Verkaufsjahr auf 387 000 Euro zurück (Minus 5,84 Prozent). Rückgänge gab es aber auch in Durbach (Minus 24 000 Euro, 6,12 Prozent) und Gengenbach (Minus 9000 Euro, 2,18 Prozent). In Gengenbach sei das vor allem auf die Eröffnung des neuen Edeka-Markts in unmittelbarer Nähe des eigenen Markts zurückzuführen.

Stichwort

Zwischenbilanz fürs Krisenjahr 2020

Die Regionalität sei ein Trumpf, mit dem man punkten könne – auch im Krisenjahr 2020. Das hatte es in sich: Lockdown, geschlossene Gastronomie „und bis heute keine Veranstaltungen. Die Umsätze im Großhandel waren und sind so gut wie weg.“

Umsatzeinbußen von rund 1,13 Millionen Euro im Großhandel vermeldete Geschäftsführer Adrian Steiner im laufenden Jahr bisher. Doch, es gab auch eine positive Überraschung in der Krise: „Im Einzelhandel konnten wir einen Mehrumsatz von über 1,03 Millionen Euro erzielen. Der Kunden- und Umsatzzuwachs in den Märkten war grandios.“ Dabei seien vor allem viele neue, junge Kunden in den Märkten anzutreffen. Dennoch betonte Steiner: „Wir brauchen einen langen Atem, um die Pandemie und das tiefe Loch, das kommen wird, zu überstehen.“

Mit Kurzarbeit in Lager und Transport, Tilgungsaussetzungen bis Jahresende sowie der Stillegung nicht benötigter Fahrzeuge habe man alles getan, um möglichst geringen Schaden aus der Pandemie mitzunehmen. Steiner: „Der Vorstand stellt sich aber auf ein nicht allzu erfolgreiches Betriebsergebnis für das laufende Jahr ein.“

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