Kinzigtal

Renaissance als »Pilgerkapelle«

Autor: 
Andrea Bohner
Lesezeit 3 Minuten
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21. November 2008
Foto: Andrea Bohner - Erst Gotteshaus, dann Kunstatelier, dann Verkaufsobjekt: Die evangelische Kapelle in Nordrach soll jetzt zum Begegnungsort für Jugendliche werden.

Foto: Andrea Bohner - Erst Gotteshaus, dann Kunstatelier, dann Verkaufsobjekt: Die evangelische Kapelle in Nordrach soll jetzt zum Begegnungsort für Jugendliche werden.

Der Ältestenkreis der Kirchengemeinde Zell hat beschlossen, den Verkauf der Nordracher Kapelle auszusetzen und das Gotteshaus stattdessen wieder einer spirituellen Nutzung zuzuführen. Bezirksjugendreferent Rainer Schnebel hat die Idee einer »Pilgerkapelle« entwickelt.
Nordrach/Zell a. H. Die Kapelle liegt idyllisch am Dorfrand, gleich dahinter beginnt der Wald. Errichtet wurde die kleine evangelische Kirche 1979, als aufgrund der Entwicklung der Kurkliniken mit einem steigenden Bedürfnis nach Gottesdiensten in dem Luftkurort gerechnet wurde. Bis vor sechs Jahren wurden in der Kapelle regelmäßig Gottesdienste abgehalten. In Nordrach leben knapp 200 evangelische Christen. Als die Anzahl der Besucher nur noch äußerst gering war, wurde die Kirche mit Zustimmung der evangelischen Nordracher an die heimische Künstlerin Silvia Ehrlinger als Atelier vermietet. Verkauf auf Eis gelegt Vor rund drei Jahren beschloss der Kirchengemeinderat, die Kapelle zu verkaufen. Obwohl es einige Interessenten gab, wurde ein geeigneter Käufer zu angemessenen Konditionen nicht gefunden. Da inzwischen Bezirksjugendreferent Rainer Schnebel ein neues Nutzungskonzept entwickelt hat, wurden die Verkaufsabsichten offiziell erst einmal auf Eis gelegt. Allerdings, so Pfarrer Martin Brunnemann, spricht sich der Oberkirchenrat bisher unverändert für den Verkauf aus Gebäudes aus. Zudem betont Pfarrer Brunnemann, dass die ökonomische Grundlage des Projektes noch unklar sei. Das Dach des Gebäudes ist sanierungsbedürftig, auch müssten einige bauliche Veränderungen durchgeführt werden. Nun wurden für die Haushalte 2008/2009 zwar die Fördermittel für gottesdienstliche Nutzung wieder bewilligt. Allerdings sind diese zu gering, um die anstehenden Kosten zu decken. Prinzipiell wären aber Fördermöglichkeiten über das Jugendreferat möglich. »Die Jugendlichen sollen Glaubenserfahrungen machen«, umreißt Rainer Schnebel, zuständig für einen Bezirk von Schiltach bis Offenburg, die Planungen. Die Lage der Kapelle im abseits gelegenen Nordrachtal impliziere, dass Konfirmanden-, Jugend- oder Kindergruppen »sich auf den Weg machen«. Dafür wurden bei einem Aktionstag in Haslach schon Ideen gesammelt, wie ein von Zell nach Nordrach führender Weg durch Übungen und den Aufbau von Tafeln gestaltet sein könnte. »Dadurch wird die Kapelle bereits auf dem Weg thematisch gefüllt, bei einer Andacht können dann biblischen Geschichten ganz elementar erlebt werden«, erklärt Schnebel, der gerne für Partnerschaften auf verschiedenen Ebenen offen ist. Ein weiterer Vorteil der Lage sei die Nähe zum Wald, die den Einbau erlebnispädagogischer Elemente erlaube, so 41-jährige Vater von vier Kindern weiter. Eine ganz besondere Erfahrung sei es für die jungen Gläubigen auch, in einem Gottesraum zu schlafen. Anfang November probierte dies der Bezirksjugendreferent mit einer zehnköpfigen Gruppe 15- bis 18-jähriger Jungen aus, die im kommenden Jahr die Ritterfreizeiten des Dekanats als Helfer begleiten werden. »Die Platzverhältnisse in Nordrach sind nicht allzu großzügig«, zieht er eine Grenze bei maximal zwanzig Teilnehmern. Auch Übernachtungen sollen spirituell gefärbt sein, keinesfalls werde in der Kapelle ein Freizeitheim-Charakter entstehen. Andachten und Musik »Das Kircheninnere wird optisch aufgewertet werden«, so der Jugendreferent weiter. Beispielsweise könnten von Jugendlichen gestaltete Dekorationen aus Tüchern die Kapelle auch für andere Gottesdienste wieder attraktiver machen. Denn auch die Kirchengemeinde Zell plant, in der Nordracher Kapelle wieder Freitagabend-Andachten sowie Musikveranstaltungen durchzuführen.

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