Mühlenbach

Rückschau aufs Krisenjahr bei FBG Mühlenbach

Autor: 
Werner Bauer
Lesezeit 3 Minuten
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14. September 2021
FBG-Vorsitzender Thomas Becherer (links) verabschiedete Kassenprüfer Herbert Keller in Mühlenbach mit einem Präsent.

FBG-Vorsitzender Thomas Becherer (links) verabschiedete Kassenprüfer Herbert Keller in Mühlenbach mit einem Präsent. ©Werner Bauer

Nach einem Jahr voller Kalamitäten und mit niedrigen Rundholzpreisen geht es für die Waldbesitzer nun wieder bergauf. Dies wurde in der Hauptversammlung der Mühlenbacher FBG deutlich.

Thomas Becherer rief am Samstag in der Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Mühlenbach (FBG) beim „Bachwirt“ das vergangene Jahr in Erinnerung. „Eine Herausforderung war die Berechnung der Waldprämie für die einzelnen Holzlieferanten, die nur aufgrund der Hektar-Ermittlung über Google-Earth durchgeführt werden konnte“, stellte er fest.

Geschäftsführer Joachim Prinzbach trug nicht nur den Geschäfts- und Kassenbericht der FBG vor, sondern stand in seiner Eigenschaft als Vorstandsprecher der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald (FVS) auch zur Marktentwicklung Rede und Antwort. „Inflationsbereinigt war es der mieseste Rundholzpreis, den wir je erlebt hatten“, sagte er über die Situation im vergangenen Jahr.

"Gut davon gekommen"

Als Gründe nannte der den erheblichen Anfall an Sturm-, Trocken- und Käferholz. „Trotzdem kamen wir in der Kalamität gut davon“, betonte er. Es seien 10.674 Festmeter Stammholz und 3240 Festmeter Industrieholz aus dem Mühlenbacher Forst abgefahren worden, wodurch die Waldbesitzer immerhin noch 811.015 Euro erlösen konnten, was im Schnitt 58,30 Euro pro Festmeter bedeutet.

Die größten Kunden seien nach wie vor die Firmen Streit, Keller und Finkbeiner, aber auch Heinzelmann in Halbmeil sei für die Abnahme von Douglasie ein guter Kunde geworden. Die Firma Ohnemus habe für Esche fast 100 Euro bezahlt, was auch nicht ganz außer Acht gelassen werden könne.

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Das Maschinenring-Konto sei in das FBG-Konto überführt worden, was ein Vorteil hinsichtlich der Abwicklung bedeute. Der Bericht über die vier Holzspalter hörte sich sehr positiv an: kaum Reparaturen und oft im Einsatz und auch der Rückewagen habe sich bezahlt gemacht. Holzhacker und Mulcher belasteten dagegen das Konto.

Herbert Keller verabschiedet

Der Kassenprüfbericht wurde von Herbert Keller vorgetragen. Da er seinen Rücktritt anbot und von Thomas Becherer verabschiedet wurde, wurde er für 32 Jahre Ehrenamt mit Applaus belohnt. Neu in das Amt wurde Christoph Buchholz gewählt, der nun zusammen mit Klaus Prinzbach die FBG-Kasse prüft.

Bürgermeisterstellvertreter Stefan Müller dankte der FBG, der FVS und Förster Nicolai Doll im Namen der Gemeinde. In der Pandemie sei der Wald besonders wichtig gewesen. „Er ist Erholungsgebiet schlechthin, ist Sauerstoffproduzent, Speicher für Wasser, bietet Lebensraum für allerlei Tiere und vieles mehr“, sagte Müller.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Neustrukturierung der FBG-Finanzierung. Bei der alten Regelung wurde eine Unterdeckung sichtbar, weshalb Handlungsbedarf bestand. Die neue Regelung sieht vor, dass die Mitglieder jährlich 1,5 Euro pro Hektar Wald entrichten, mindestens aber 15 Euro. Die neue Gebühr für den Holzverkauf beträgt 0,6 Prozent vom Nettoerlös. Thomas Becherer nannte als Umsetzungszeitpunkt den 1. Januar 2021.

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Licht und Schatten

Joachim Prinzbach führte die positive Entwicklung der Rundholzpreise unter anderem auch auf die zügige Aufarbeitung von Kalamitätsholz zurück, für das die FVS wie berichtet mehrere Nasslager errichtet hatte, die größten in Hausach und Hinterlehengericht. Sein Dank galt auch der Familie Schmider für das Mühlenbacher Nasslager. „Das Holz wäre sonst kaputtgegangen“, war vom FBG-Geschäftsführer zu hören. Prinzbach machte den FBG-Mitgliedern Mut: „Wir haben stabile Rahmenverträge und eine hohe Vermarktungssicherheit“. Doch es gab auch kritische Stimmen: Matthias Ketterer ärgerte sich über die seiner Meinung nach ungerechten Abschläge. Hermann Schmider unterstützte Ketterer: „Das geht vielen so“, und verwies auf die Abholzigkeit, die eine Abstufung mit sich bringen könne. Skeptisch zeigte sich Willi Heizmann, der wissen wollte, ob die Preise stabil bleiben, wenn jetzt alle liefern. Er sieht das ähnlich wie bei der Milch: „Steigen die Milchpreise, stellen die Bauern ihre Kühe in den Stall und melken. Doch durch die Milchschwemme fallen die Preise dann wieder.“ Prinzbach meinte daraufhin, dass man dann auch reagieren könne.

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Waldumbau

Förster Nicolai Doll referierte über den viel zitierten Waldumbau. „Jetzt einfach Eichen und Buchen für Fichten und Tannen einpflanzen, so einfach und kurzfristig geht das nicht. Es erfordert Generationen“, stellte er fest und nannte Maßnahmen wie Jungbestandspflege, Durchforstung und einiges mehr. Ein weiterer Punkt beinhaltet die Wegeunterhaltung in Mühlenbach. Es geht um die zentrale Organisation der Wegpflege wie Lichtprofil, Wassergräben, Dolen, Mulchen am Wegesrand, den Ablauf von Wasser sichern durch die Herstellung eines Dachprofils und vieles mehr. Die FBG würde diese Arbeiten vergeben, die Fälligkeit begleichen und das Ganze durch die Gemeinschaft finanzieren. „Es ist eine Option für die Zukunft“, sagt Doll. Die Teilnahme sei freiwillig.

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