Wolfach

Sachlicher Austausch rund um Wolf und Offenhaltung in Wolfach

Autor: 
red/tol
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

Unterwegs erklärte Franz Bruder (grüne Mütze) den Teilnehmern der informativen Halbtagswanderung unter anderem die Bauweise herkömmlicher Zäune. ©Herbert Haaser

»Die Rückkehr des Wolfs und die Offenhaltung der Landschaft« hatte die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Wolfach ihre Informations-Tour am Sonntag vergangener Woche betitelt. 24 Teilnehmer wanderten durchs Kirnbachtal und erhielten einen kritischen Blick auf das Thema aus erster Hand.
 

Franz Bruder vom Röcklehof im Grafenloch leitete die Halbtagstour. Zweiter Referent war Schäfer Robert Pachollek, der mit seinen Schafen und Ziegen als Landschaftspfleger steile Hänge in Wolfach und Umgebung freihält. Herbert Haaser, Pressewart der Ortsgruppe, zieht in seiner Mitteilung ein positives Fazit für das oft emotional diskutierte Thema: »Der Nachmittag verlief absolut sachlich und die beiden Landwirte konnten die Probleme anschaulich vermitteln. Es wurde viel miteinander gesprochen und aus der Gruppe auch rege nachgefragt.«

Alte Zäune pflegeleicht

Gleich zum Auftakt wurde an der Terrasse des Naturfreundehauses »Sommerecke« ein Bild von etwa 1930 gezeigt. Damals hatten die Naturfreunde das Land für den Bau des Hauses von Bruders Vorgänger, dem damaligen Bauern des Röcklehofs erworben. Bereits nach wenigen Metern erläuterte Bruder eine erste Zaunform, die den Vorteil gehabt habe, dass sie durch den Bauern nur einmal im Jahr gepflegt werden musste.

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Wenig weiter machten sich die Teilnehmer ein Bild von der Kulturlandschaft im Kirnbachtal: Auf der einen Seite des Tals weideten die Kühe, auf der anderen wurde gerade im steilen Gelände mit dem Handmäher gemäht. Exemplarisch erklärte Bruder, was für ein Aufwand der Landwirt zu erbringen hätte, würde ein Beutegreifer wie der Wolf hier heimisch werden. »Es wurde aber auch aufgezeigt, dass unabhängig vom Wolf diese Kulturlandschaft gefährdet ist«, schreibt Haaser. Dann etwa, wenn die nächste Generation den Hof nicht übernehme, weil die jungen Leute die stringenten Rahmenbedingungen nicht annehmen wollten oder über die geringe Wertschätzung des Berufsbilds frustriert seien.

Eindruck fehlender Pflege

Im alten Rotsalweg sahen die Teilnehmer, wie die Natur aussieht, wenn niemand Wege und Böschungen freihält. Bei den Stallungen von Robert Pachollek zeigte dieser die aktuellen mobilen Weidezäune, die er für seine Steillagen verwendet. Diese seien jedoch nicht als wolfssicher eingestuft, erklärte Pachollek, weil sie nur 90 Zentimeter hoch sind. Bei den empfohlenen mit 120 Zentimetern Höhe gebe es jedoch Schwierigkeiten, diese in den Steillagen aufrecht zu halten. Die Bauern fühlten sich allein gelassen, erklärten die Referenten: Öffentlich werde der Eindruck vermittelt, dass Landwirten bei einem Wolfsriss schnell und unbürokratisch geholfen würde. In der Praxis existierten jedoch nur Empfehlungen. Er müsse als Nebenerwerbslandwirt alles nach Feierabend oder am Wochenende stemmen, erklärte Pachollek. Würde der Wolf heimisch, müsste er sieben Helfer suchen, um seine acht Koppeln regelmäßig zu überwachen, erläuterte der Schäfer.

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