Hausach

»Sack Zement« für Douroula

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. Juni 2014

(Bild 1/3) Die Schule in Douroula (Burkina Faso), für die sich der Verein »Wir für Burkina« mit Schülern des Robert-Gerwig-Gymnasiums seit vielen Jahren engagiert, muss dringend erweitert werden. Die Schüler wollen wie vor zwei Jahren tagsüber arbeiten und abends mit der Dorfbevölkerung feiern. ©Verein "Wir für Burkina"

Am 29. Juli fliegen Schülerinnen des Robert-Gerwig-Gymnasiums – begleitet von ehemaligen Schülern und Vorstandsmitgliedern des Vereins »Wir für Burkina« wieder nach Burkina Faso. Das vordringlichste Projekt ist der Anbau der Schule – für die Finanzierung des Materials ist die Mithilfe der OT-Leser gefordert.

Hausach. Wörtlich übersetzt heißt Burkina Faso »Land der Aufrichtigen«. Das westafrikanische Land ist eines der ärmsten Länder der Welt – und doch kommen die Schüler des Robert-Gerwig-Gymnasiums, die seit vielen Jahren alle zwei Jahre gemeinsam mit Jugendlichen der Partnerstadt Arbois das Dorf Douroula besuchen, jedes Mal reich zurück – reich an Erfahrungen und Eindrücken, die sie zu Hause in ihrer Schule niemals gewonnen hätten.
Eine dieser Erfahrungen war vor einigen Jahren, dass wirksame Hilfe für das Land und die Kommune Douroula nur über die Bildung geleistet werden kann. So entstand 2008 der Verein »Wir für Burkina« mit der Vorsitzenden Sabrina Dold. Die Steinacherin war 2003 als Schülerin des Robert-Gerwig-Gymnasiums erstmals in Douroula, kehrte immer wieder dorthin zurück, heiratete inzwischen einen einheimischen Krankenpfleger und kümmert sich nun um die Koordinierung der Projekte vor Ort.
Die Gemeinde Douroula besteht aus dem Dorf Douroula selbst mit etwa 3500 Einwohnern sowie elf weiteren Dörfern mit insgesamt 9000 Einwohnern. Da nur sehr wenige Familien das Geld hatten, ihre Kinder in die weiterführende Schulen in die nächste Stadt zu schicken, half der Verein »Wir für Burkina« 2007 dabei, eine weiterführende Schule in Douroula einzurichten und pro Schüler mit 50 Euro Schuluniformen, Schulgeld und das Mittagessen zu finanzieren.
»Das hat wunderbar funktioniert«, berichtet Angela Menke. Die Familien in Douroula hätten begriffen, was die Bildung für ihre Kinder bedeutet. Weit mehr Familien als früher schicken ihre Kinder heute zur sechsjährigen Grundschule – »und die platzt nun aus allen Nähten«, so Angela Menke. Die Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses fliegt auch in diesem Jahr wieder mit nach Afrika – ebenfalls ihr Lebensgefährte Michael Waitz, zweiter Vorsitzender des Vereins »Wir für Burkina«.
Die Kassiererin Christine Dold ist ebenfalls dabei, außerdem deren Neffe Matthias, deren Tochter Julie und Annica Auel – die beide bereits vor zwei Jahren noch als Schülerinnen in Douroula mitarbeiteten. Gemeinsam mit den RGG-Schülerinnen Maren Kasper und Sarah Lauble (beide Steinach) sowie Mathilde Schaeffer (Haslach) wollen sie drei Wochen ihrer Sommerferien nicht nur beim Anbau der Schule mithelfen, sondern mit ihrer Spendenaktion »Sack Zement« auch das Material dafür finanzieren.
400 Säcke Zement à zehn Euro und 140 Quadratmeter Wellblech, zwei Quadratmeter kosten ebenfalls zehn Euro, möchten sie sammeln. Falls es mehr werden: Die neuen Klassenzimmer müssen ja auch noch mit Stühlen, Tischen und Tafeln eingerichtet werden.
Das Material wird dann vor Ort eingekauft, ein einheimischer Polier wird den Bau leiten, die Jugendlichen und die Erwachsenen Begleiter aus Hausach und aus der Partnerstadt Arbois werden gemeinsam mit der Dorfbevölkerung mithelfen, die Steine zu gießen und den Schulanbau aufzurichten.
Außerdem muss auch das Gästehaus saniert werden, der Bürgermeister von Douroula – übrigens ein Ethnologe, der nach seinem Studium wieder in sein Dorf zurückgekehrt ist – will versuchen, mit Tourismus Geld ins Dorf zu bringen.
Das Offenburger Tageblatt begleitet die Spendenaktion der Schüler und des Vereins »Wir für Burkina« und wird an jedem Samstag das Spendenbarometer samt den Spendenkonten veröffentlichen.

Stichwort

Aktion »Sack Zement«

Für den Schulanbau in Douroula wollen die Schüler und der Verein »Wir für Burkina« mindestens 4700 Euro sammeln. Die Kosten für die 400 Säcke Zement und die 140 Quadratmeter Wellblechdach wurden in 470 Säcke Zement umgerechnet für die Aktion »Sack Zement«. Wer einen Sack – oder auch mehrere – spenden möchte, kann die Spende auf folgende Konten überweisen:
Sparkasse Haslach-Zell, DE 28 664 515  48 0000 5462 78 oder Volksbank Kinzigtal, DE 
85 664 927 00 0089 
1040 09. Verwendungszweck: Sack Zement. Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, sollte eine E-Mail an: wirfuerburkina@hotmail.de senden.
Jeder Cent der Spenden wird für die Hilfsprojekte in Douroula verwendet. Die Erwachsenen tragen ihre Reisekosten von 1400 Euro ganz selbst, die Schüler werden von der Stadt Hausach und vom Verein Partnerschaft mit insgesamt rund 500 Euro unterstützt.
Das Abenteuer beginnt am 29. Juli – bis dahin möchten die Schüler mit der Hilfe der OT-Leser das Baugeld beisammen haben. Sie fahren mit dem TGV nach Paris, fliegen mit France Air in die burkinische Hauptstadt Ouagadougou und fahren von dort mit dem Bus weiter nach Douroula.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

2019 hatte die „Big Band Surprise“ noch im Haslacher Pfarrheim das Publikum ins Winterwunderland entführt. Heuer wird das Konzert über Internet übertragen.
vor 2 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Schöne Überraschung bei all den Absagen: Die „Big Band Surprise“ wird ihr Winter-Wonderland-Konzert zwar nicht vor Publikum geben, aber via Livestream im Internet übertragen
Bauamtsleiter Hermann-Josef Keller (von links), Bürgermeister Wolfgang Hermann und Michael Mathuni vom E-Werk Mittelbaden nehmen die beiden E-Ladesäulen in der Hausacher Innenstadt in Betrieb. 
vor 5 Stunden
Hausach
Die Stadt Hausach nahm am Montag gemeinsam mit dem E-Werk Mittelbaden zwei neue E-Ladesäulen mit vier Ladeplätzen in der Innenstadt in Betrieb. Weitere gibt es beim Kinzigtalbad und beim E-Werk Mittelbaden.
Bruno Armbruster (rechts) und Arnold Hermann (links) gratulierten ihrem Band-Kollegen Rolf Schmid zum 90. Geburtstag. Links dessen Ehefrau Inge.
vor 8 Stunden
Bad Rippoldsau-Schapbach
Die Wolftal-Rentnerband gratulierte ihrem Band-Kollegen zum runden Geburstag
Kirchenmusiker Bernhard Mussler kennt sein Lieblingsadventslied seit seiner Kindheit.
vor 8 Stunden
Weihnachtssoundtrack (7)
In der Reihe „Mein Weihnachtssoundtrack“ stellen vom 1. Dezember bis ins neue Jahr Kinzigtäler ihre ganz persönlichen Hits vor, die für sie untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden sind – und warum. Heute: Bernhard Mussler, Kirchenmusiker und Chorleiter aus Haslach.
Mit diesem Symbol des „Judensterns“ vergleicht sich an der Eingangstür des „Käppelehofs“ ein Ungeimpfter mit den Opfern des Nationalsozialismus.
vor 8 Stunden
Hausach
An die Eingangstür des Hausacher „Käppelehofs“ wurde über Nacht ein Davidstern geklebt mit einer Aufschrift, die Ungeimpfte mit den Opfern des Nationalsozialismus vergleicht. Der Wirt reagiert mit Fassungslosigkeit.
Matthias und Elke Gruber (von links), Simon Wolber, Sandra Fehrenbacher und Ulrike Wolber, Waltraud und Karl Fehrenbacher sowie Patrick Schrempp (nicht auf dem Foto) haben das weihnachtliche Ausflugsziel in der Bachstraße geschaffen.
vor 11 Stunden
Schiltach
Die befreundeten Nachbarn in der Schiltacher Bachstraße und beim Sägergrün haben ein neues vorweihnachtliches Ausflugsziel gebaut: eine Tagelöhnerhütte aus der Zeit um 1880.
Einrichtungsleiterin Kathrin Kesy (links) mit dem Team beim Aufhängen der Sterne.
vor 13 Stunden
Oberwolfach
Im Oberwolfacher Pflegeheim St. Luitgard gibt es in diesem Jahr erstmals einen Weihnachtswunschbaum: Potenzielle Erfüller können auf dem Balkon zugreifen und Gutes tun.
Von Donnerstag bis Samstag wird in Rottweil gegen Corona geimpft.
vor 13 Stunden
Kinzigtal
Das Landratsamt zieht nach den ersten beiden Impftagen positive Bilanz: Insgesamt rund 500 Impfungen, ein Viertel davon Erstimpfungen, wurden verabreicht. Am Donnerstag öffnet der Stützpunkt wieder.
Siegerbild (hinten von links) Hans-Jürgen Brosemer, Manfred Armbruster, Ingo Zehnle, Bernd Dold, Ute Dold sowie (vorne von links): Nico, Sophia und Jannik Dold
vor 13 Stunden
Haslach im Kinzigtal
In diesem Jahr musste die Lokalschau des Kleintierzuchtvereins C 70 Haslach wegen Corona in völlig veränderter Form veranstaltet werden: Keine Besucher waren zugelassen, und es wurde lediglich eine Tierbewertung vorgenommen.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Gassner-Herz (von links) und Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth ließen sich von Atemag-Vorstand Maximilian Schmidt das Unternehmen zeigen.
vor 13 Stunden
Hofstetten
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Gassner-Herz war zu Gast in Hofstetten und besichtigte dabei unter anderem die Firma Atemag.
Die äußere und innere Sanierung des Grundschulgebäudes Bergzell 1911 kostete 37 300 Euro mehr, als Mittel im Haushaltsplan (240 000 Euro) eingestellt sind.
vor 20 Stunden
Schenkenzell
Aufgrund steigender Material- und Baukosten wurde die Sanierung des alten Grundschulgebäudes in Bergzell über 37  000 Euro teurer. Diese müssen außerplanmäßig im Haushalt finanziert werden.
Claudia Ramsteiner ist Redakteurin für den Raum Hausach/Gutachtal.
vor 23 Stunden
Hausach
Dass sich Ungeimpfte immer mehr mit Opfern des Nationalsozialismus vergleichen, macht die Hausacher Redakteurin Claudia Ramsteiner fassungslos. In ihrem Kommentar macht sie deutlch, was sie von Menschen hält, die solche Vergleiche bemühen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Alexandra und Thomas Eisinger bieten mediterrane Delikatessen in ihrem Feinkostlasen "Schatz und Schätzchen" in der Offenburger Lange Straße an. 
    vor 6 Stunden
    Schatz & Schätzchen: Weine, Feinkost, Tee und Geschenkideen
    Weine, Öle, Essige und andere mediterrane Delikatessen bieten Alexandra und Thomas Eisinger in ihrem seit September eröffneten Feinkostladen „Schatz und Schätzchen“ in der Lange Straße 28 in Offenburg an. Das Sortiment ist mit Knowhow und Liebe ausgewählt.
  • Bevor es ans Schuhe probieren geht, werden die Füßchen erst einmal in Länge und Breite vermessen. 
    06.12.2021
    Kinderschuh-Spezialist 20/21: Schuhhaus Theobald Gengenbach
    Egal, ob elegant, komfortabel, bequem, luftig, ob für Beruf, den besonderen Anlass, Freizeit, Sport oder den nächsten Trail – im Schuhhaus Theobald in Gengenbach gibt es Schuhe für jede Lebenslage und jede Altersklasse. Auf Kinder ist das Team besonders eingestellt.
  • An den Standorten Offenburg, Oppenau und Achern schnüren die Mitarbeiter des Autohauses Roth ein pralles Servicepaket. 
    30.11.2021
    Ihr Dienstleister in Offenburg, Oppenau und Achern
    Die Teams des Autohauses Roth an den Standorten Offenburg, Oppenau und Achern geben ihr ganzes Know-how, wenn es um besten Service geht. Was für ein umfassendes Leistungspaket täglich abgeliefert wird, ist jetzt in einem neuen Imagefilm zusammengefasst.
  • Seit 2011 befindet sich der Sportspezialist in der Freiburger Straße 21 in Offenburg.
    29.11.2021
    Offenburg: Seit 75 Jahren eine Heimat für jede Sportart
    Ob Bekleidung, Schuhe oder Ausrüstung: Auf 3500 Quadratmetern Fläche hat SPORT KUHN alles, was Sportler brauchen. Der Offenburger Spezialist für In- und Outdoor ist seit 75 Jahren bekannt für Know-how und Beratung. Das Team zählt heute 60 Mitarbeitende.