Gemeindebeusch

Sandra Boser besucht Mühlenbacher Stallgemeinschaft

Autor: 
Lars Reutter
Lesezeit 3 Minuten
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14. Juli 2018

(Bild 1/2) Franz Hansmann (von links) und Daniel Uhl stellten Sandra Boser und Helga Wössner ihre Stallgemeinschaft Büchern vor - und natürlich auch Peter, das Rind (Mitte). ©Lars Reutter

Sandra Boser (Grüne) schaute am Freitag beim Gemeindebesuch in Mühlenbach auch bei der Stallgemeinschaft Büchern vorbei. Zuvor ging es im Rathaus auch um Themen abseits der Landwirtschaft.

Bürgermeisterin Helga Wössner hatte am Freitag mit der Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) viele Themen zu besprechen. Schwerpunktmäßig ging es beim Gemeindebesuch um das Gebiet Landwirtschaft.

Der Politikerbesuch begann morgens im Rathaus und endete nach dem Mittagessen bei der Stallgemeinschaft Büchern. Dort gaben Franz Hansmann und Daniel Uhl mit ihren Familien einen Einblick in moderne und nachhaltige Biomilch-Produktion. 

Seit 2016 steht der gemeinsame Stall der beiden Landwirte zwischen ihren beiden Höfen, die sie zuvor alleine betrieben hatten. Derzeit haben sie etliche Jungtiere und 54 Kühe. »Alle zwei Tagen gehen an die Schwarzwaldmilch  rund 1200 Liter Milch«, sagte Hansmann, der zuvor bekannt hatte, dass ihm damals die Umstellung auf Bio schwer gefallen sei.

Förderung für Landwirte auf dem Prüfstand

Bei der Vorstellung war ihm nun allerdings anzumerken, dass er diese Entscheidung nicht bereut hat. Derzeit gebe es für den Liter Milch rund 46 Cent, sagte er auf Rückfrage von Boser. »Mehr dürfte es natürlich immer gerne sein«, meinte er.  Und Wössner merkte an, dass sie die Spanne zum Verkaufspreis als sehr groß ansehe. »Es wäre gut, wenn da mehr bei den Landwirten hängen bliebe«, fand sie.

Von der EU hätten die beiden Landwirte für die Großinvestition in ihren neuen Stall 30 Prozent Förderung bekommen, informierte Hansmann. Von der EU hatte Boser allerdings auch weniger erfreuliches zu berichten. So werde derzeit in Brüssel über die künftige Förderung diskutiert. »Uns vom Land gefällt es gar nicht in welche Richtung das geht«, sagte Boser. Denn bei der auf zwei Säulen aufgebauten Förderung sind ausgerechnet bei der für kleine Betrieben wichtigen zweiten Säule starke Kürzungen geplant.

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»Wir versuche da gegenzusteuern, aber die Bundesregierung unterstützt auch eher den Weg von Brüssel«, sagte Boser. Dieser Weg komme großen Betrieben mit großer Fläche wie etwa in Niedersachsen entgegen. In Bayern, Baden-Württemberg oder auch Österreich seien die Strukturen dagegen eher kleinteilig. In den deutschen Bauernverbände seien aber auch viele Große vertreten.

Helga Wösser freute sich, dass es in Mühlenbach noch 25 Vollerwerbslandwirte gibt. »Sie tragen dazu bei, dass dieses Paradies hier erhalten bleibt«, lobte sie Landwirte für die Offenhaltung der Landschaft, die auch wichtig für den Tourismus sei. Eine Lockerung im Bereich der Bestimmungen für Bauen im Außenbereich fände sie daher erfreulich.

»Es geht dabei ja nicht um eine Zersiedelung, sondern darum, dass Familien zusammenbleiben«, fand sie. Und Boser merkte an, dass sie selbst auch Erweiterungen von Höfen zur Unterbringung von Touristen sinnvoll findet.

Maßnahme auch gegen Insektensterben

Begrüßenswert fand Boser auch das später Abmähen von Wiesen durch den Bauhof der Gemeinde. Dies hat laut Wössner neben einer Kostenersparnis auch den positiven Nebeneffekt, dass länger Blumen stehen bleiben. Dies sei angesichts des Insektensterbens wichtig, waren sich die Abgeordnete und die Bürgermeisterin einig.

Wössner sprach auch das Thema öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) an, wo sie sich häufigere und besser getaktete Verbindungen wünscht. »Das Land hat vor drei, vier Jahren den Vorschlag gemacht, die Eirnichtung eines Expressbusses zwischen Haslach und Elzach zu fördern, was leider aber vom Kreis nicht verwirklicht wurde«, sagte Boser.

Sie und Wössner waren sich einig, dass angesichts einer stark zunehmenden Zahl von Berufspendlern, ein bessere ÖPNV-Angebot sehr wünschenswert wäre. Dem stimmte Gemeinderätin Monika Öhler, die selbst nach Freiburg pendelt, zu.

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