Wolfach

Sandra Boser besucht Wolfachs Schule mit besonderem Auftrag

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18. Januar 2019

Sandra Boser (rechts) stellte sich am großen Tisch in der Schulküche nicht nur den Fragen des Kollegiums um Barbara Moser (Vierte von rechts), sondern ließ sich auch von den SMV-Vertretern über die Wünsche der Schüler aufklären. ©Tobias Lupfer

Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser machte sich am Freitag ein Bild von der Arbeit des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Wolfach. Dabei betonte Leiterin Barbara Moser: »Ich wünsche mir eine höhere Wertschätzung in der Öffentlichkeit.«

Die Herausforderungen am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) sind vielfältig – und auch der Name selbst ist fordernd: »Das ist für unsere Schüler kaum nachzusprechen«, resümierte Leiterin Barbara Moser. »Wir sind eine Schule«, brachte sie den Kern der Arbeit des Kollegiums beim Besuch von Sandra Boser (Grüne) auf den Punkt.

Gleichwertig zu anderen Schulen

Eine gleichwertige Schule, wie Moser hervorhob. »Insgesamt machen wir in der Schule ein sehr gutes Bildungsangebot«, bilanzierte die Leiterin.Einen Einblick in die vielfältige Praxis gaben der Wolfacher Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecherin ihrer Fraktion neben Moser die vier Vertreter der Schülermitverwaltung aus Mittel- und Oberstufe, die Lehrer Volker Neumaier und Uta Friedemann sowie Anika Ferreira aus dem Elternbeirat.

Die Schüler führten Boser durch ihre Schule und benannten ihre Wünsche (Stichwort). Politisch wurde es beim Blick auf die personelle Ausstattung: Acht Lehrkräfte in Voll- und Teilzeit hat das SBBZ, davon zwei mit befristeten Verträgen. »Diese Unsicherheit, die ist nicht gut«, warb Moser für eine dauerhafte Anstellung. Zudem umfasst das Team vier Auszubildende zum Jugend- und Heimzerzieher, zwei Honorarkräfte für das erweiterte Bildungsangebot am Nachmittag und eine Honorarkraft in der Werkstätte für Menschen mit Behinderung. Im Bereich des SBBZ gebe es oft Quereinsteiger, die trotz jahrelanger Erfahrung nur befristete Verträge erhielten, bedauerte Moser.

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»Ich weiß, dass diese Menschen auch qualifiziert sind«, entgegnete Boser – dennoch wolle das Land für unbefristete Arbeitsverhältnisse an der förmlichen Qualifikations-Voraussetzung festhalten. Unter anderem sei die Landesregierung dabei, die Qualifizierung für Haupt- und Werkrealschullehrer zu Sonderpädagogen attraktiver zu gestalten. Es habe sich gezeigt, dass das zweijährige Aufbaustudium neben dem Beruf schwierig zu stemmen sei. Darum wolle man die Bedingungen anpassen.

600 Lehrerstellen offen

Doch auch so sei auf dem Personalmarkt »aus verschiedenen Gründen ein Mangel da«. Landesweit seien 600 Lehrerstellen offen – schlicht, weil sich niemand dafür finde. Eine Überlegung, um Schulen zu entlasten, sei, nicht pädagogische Aufgaben in der Verwaltung an Assistenzstellen zu delegieren. Dazu bedürfe es aber auch noch weiterer Abstimmung mit den Kommunen.

Die Beratungsstelle – neben der Schule und dem sonderpädagogischen Dienst der bisher dritte Aufgabenkomplex des Wolfacher SBBZ-Teams – werde zum neuen Schuljahr nach Steinach verlagert, blickte Moser voraus. »Fachlich kann ich das nachvollziehen. Es bedeutet aber auch weitere Wege.«

Stichwort

Wolfacher Wünsche

Ganz oben auf der Schüler-Wunschliste: Eine bessere Gestaltung des Pausenhofs mit einem Trampolin, einem zusätzlichen Klettergerüst und insbesondere der Möglichkeit zum Fußballspielen. »Das ist ein ganz dringender Wunsch – auch von den Grundschülern«, sagte Volker Neumaier zum Thema Fußball. Feste Tore, vielleicht sogar ein eingezäunter Bereich – eben ein Bolzplatz. »Die Schüler wollen lieber oben in den Klassenräumen bleiben als in die Pause zu gehen, vor allem bei Regen«, sagte Barbara Moser.

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