Oberwolfach/Mittleres Kinzigtal

Sandra Boser über Forstreform: »Es gibt keine Verpflichtungen«

Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
15. März 2019

Auch die drei Bürgermeister (von links) Thomas Schneider (Fischerbach), Siegfried Eckert (Gutach) und Matthias Bauernfeind (Oberwolfach) nahmen an dem Gespräch mit Sandra Boser zur geplanten Forstreform teil. ©Anna Teresas Agüera

Verpflichtungen, 50-Hektar-Grenze und Arbeit für das Gemeinwohl: Privatwaldbesitzer sowie drei Bürgermeister tauschten sich am Freitag mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Sandra Boser in Oberwolfach über die geplante und bereits mehrfach diskutierte Forstreform aus.

Bereits beim Gespräch am 15. Februar mit dem forstpolitischen Sprecher der CDU, Patrick Rapp, und der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges wurde der Wunsch geäußert, auch mit den Grünen in den Austausch über die geplante Forstreform zu treten. Am Freitag war die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser nun der Einladung gefolgt. Im Oberwolfacher Rathaus tauschte sie sich mit Vertretern der beiden Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) Wolfach/Oberwolfach und Gutach sowie mit den drei Bürgermeistern Thomas Schneider (Fischerbach), Siegfried Eckert (Gutach) und Matthias Bauernfeind (Oberwolfach) aus. »Ich bin da, um zuzuhören«, betonte sie. 

Für das Gemeinwohl

Themen wie drohender bürokratischer Mehraufwand – »Wir wollen die Förster da haben, wo wir sie brauchen, nämlich im Wald«, so Schneider – Arbeit für das Gemeinwohl oder anstehende Verpflichtungen durch die neue Reform kamen erneut auf den Tisch. Dabei betonte Boser aber immer wieder: »Mit diesem Gesetz gibt es keine Verpflichtungen, dass Sie ökologisch arbeiten müssen.« Ziele seien formuliert, um die Böden nachhaltig zu schützen oder zu bewirtschaften. 

- Anzeige -

Peter Wälde aus Gutach aber sprach von einem »zweischneidigen Schwert«. Ziele seien dafür da, dass sie auch umgesetzt werden. Und Waldbesitzer Bernd Wöhrle aus Gutach betonte: »Es ist unser Eigentum, und es wird uns schlicht und ergreifend sukzessiv weggenommen.« Und was das Thema ökologische Arbeit angehe, so betonte der ehemalige Vorsitzende der FBG Wolfach/Oberwolfach, Werner Weinzierle: »Wir arbeiten nachhaltig. Wir wissen, was wir machen und brauchen dafür kein Gesetz.« Dem schloss sich auch Robert Müller, Geschäftsführer der FBG Wolfach/Oberwolfach, an: »Ökologische Arbeit: Ich habe noch nie was anderes gemacht.«

50-Hektar-Grenze

Auf den Tisch kam der geplante Rahmenvertrag mit Kostenbeteiligung ab einem Waldbesitz von 50 Hektar. Immer wieder betonten die Anwesenden am Freitag, dass Privatwaldbesitzer mit mehr als 50 Hektar – und das seien im Kinzig-, Wolf- und Gutachtal im Vergleich zum Rest Baden-Württembergs deutlich mehr – einen solchen Vertrag voraussichtlich nicht unterschreiben werden. Und wenn das passiert, so Bauernfeind, »dann triften wir auseinander, ziehen nicht mehr an einem Strang.« Kommunaler Wald, Privatwald: »Jeder kocht sein eigenes Süppchen, niemand hat das große Ganze im Blick.« Das bedeute dann auch, der Kreis der Förster reduziere sich und deren Reviere würden größer. Für den Spezialfall im Schwarzwald – große Flächen in privater Hand –  brauche es deshalb eine Sonderregelung, damit so etwas nicht passiere. 

Weinzierle bat konkret auch darum, direkt im Ministerium für Ländlichen Raum einen Termin zu bekommen, um die angesprochenen Themen in Stuttgart vorzutragen. Boser versprach, sich darum zu kümmern. »Wir wollen den Wald stärken«, betonte sie. Es gehe nicht darum, zu gängeln. »Für den Privatwald versuchen wir, so pragmatisch wie möglich eine Lösung zu finden.«

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.
  • 09.05.2019
    Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch beraten
    80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen - viele sogar chronisch. Ursache dafür ist in den allermeisten Fällen eine mangelnde oder falsche Bewegung. Die Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch zeigen, wie Rückenschmerzen künftig der Vergangenheit angehören können - und beraten kostenlos.
  • 07.05.2019
    Mitgliederversammlung
    Es war eine geheime Abstimmung beim SV Berghaupten. Doch danach stand fest: Die Führungsmannschaft bleibt bis 2021 im Amt. Robert Harter wurde erneut die SVB-Präsidentenwürde zuteil.  
  • 01.05.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das neugestaltete Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 9 Minuten
Wolfach
Seit 40 Jahren gibt es in Wolfach eine Dialysestation – seit 40 Jahren verbringen dort Menschen, deren Nierenfunktion ausgefallen ist, an drei Tagen in der Woche viereinhalb Stunden im Bett und das über Jahre, manche über Jahrzehnte, hinweg. Am Samstag gibt´s einen Tag der offenen Tür.
vor 4 Stunden
Kinzigtal
81 000 Kinder und Jugendliche starten heute tausende Projekte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion. An der nationalen Sozialaktion des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) beteiligen sich auch fünf Gruppen aus dem Kinzigtal, die sich für ein Sozialprojekt in ihrer Nähe engagieren.
vor 7 Stunden
Kommissarin Isabella Bahler
Nun geht’s wieder los. Ein Verbrechen im Kinzigtal – und Kommissarin Isabella Bahler ermittelt. Wie’s weitergeht, ist Ihre Sache. Den Start schrieb der Hausacher Stadtschreiber 2010, Christoph W. Bauer – auf Wunsch mit dem diesjährigen Leselenz-Thema »Natur«.
vor 9 Stunden
Schenkenzell-Kaltbrunn
Seit Freitagabend hat der Narrenverein Schenkenzell-Kaltbrunn einen neuen Vorsitzenden: Luis Kaufmann hat den Posten von Frank Müller übernommen. Kaufmann nutzte sein neues Amt, um Müller gleich zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen.
vor 9 Stunden
Gemeinderat
Der Mühlenbacher Kämmerer Herbert Keller stellte dem Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag die Betriebskostenabrechnung des Kindergartens St. Bernhard für 2018 vor. Der Aufwand lag demnach  bei rund 570.900 Euro (Personal- und Sachkosten). 
vor 9 Stunden
Hauptversammlung
Die Umsetzung der Landesheimbauverordnung und der geplante Neubau anstelle des Engelschulhauses bestimmten am Dienstagabend die Mitgliederversammlung der Diakonischen Gemeinschaft Johannes Brenz.
vor 9 Stunden
Jugend macht Zeitung
Die Abschlussprüfungen an den Kinzigtäler Schulen sind in vollem Gange. Mittendrin und live dabei ist auch unser Journalismus-AG-Mitglied Julia Welle (15), die an der Graf-Heinrich-Schule in Hausach den Hauptschulabschluss macht.
vor 9 Stunden
Orchestertreffen
Beim Orchestertreffen schafften es die jüngsten Musiker der Region am Dienstagabend mit Leichtigkeit, ein großes Publikum im Haslacher Haus der Musik zu begeistern. Es war kein einziger Platz mehr frei.
vor 9 Stunden
Heimathistoriker
»Ich wollte Licht ins Dunkle bringen«, beschreibt Martin Lietzau (55) seine Motivation, ein Buch über »Die Besitzverhältnisse des Landgutes am Artenberg bei Steinach im Kinzigtal« zu verfassen. 
vor 9 Stunden
Hauptversammlung
Der Rad- und Wanderverein Hofstetten zog in seiner Hauptversammlung Jahresbilanz. Bei den Vorstandswahlen ergab sich lediglich eine Änderung: Michael Röck hörte als Beisitzer aus. Zum Nachfolger wurde Armin Kreyer gewählt. 
vor 9 Stunden
Vorschläge einreichen
Die Sparkasse Haslach-Zell hat den Ehrenamtspreis 2019 ausgelobt. Vergeben wird wieder ein Preisgeld in Höfe von insgesamt 4500 Euro, wobei der Erstplatzierte mit 2000 Euro belohnt wird, für den zweiten Platz gibt es 1500 Euro und der Drittplatzierte wird mit 100 Euro ausgezeichnet. Für junge...
vor 16 Stunden
Moosenmättle
Mehr als 200 Jahre hat der Kirnbacher Sumhofspeicher auf den Balken – und wurde am Montag doch ganz neu eingeweiht: Architekt Hardy Happle und ein großes Team von Fachleuten versetzten den Speicher aufs Moosenmättle, wo er nun Raum für Seminare und Kultur bieten soll.