Abgeordnete besucht Haslach

Sandra Boser zu Engerlingen: „Thema brennt hier“

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21. September 2020
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Eine Wiesenfläche von Klaus Duffner am Schänzle, die von Engerlingen befallen wurde und daher neu eingesät werden musste, schaute sich Sandra Boser (Mitte) an. ©Lars Reutter

Beim Besuch von Sandra Boser (Grüne) am Freitag in Haslach ging es um das Thema Engerlinge. Landwirte und BLHV-Kreisvorsitzender Ulrich Müller schilderten der Landtagsabgeordneten, wie stark sie betroffen sind und formulierten einige Wünsche.

Kleine Larve, großer Schaden: Engerlinge treiben in diesem Jahr besonders in der Ortenau auf Wiesen ihr Unwesen (wir haben bereits berichtet). Nun hat sich Sandra Boser in Haslach vor Ort über die Thematik bei Landwirten informiert und auch betroffene Flächen besucht.

„In der Ortenau sind rund 400 bis 500 Hektar betroffen. Das Thema brennt hier“, wusste Boser von Infos aus dem Amt für Landwirtschaft zu berichten. Mit dessen Leiter, Rainer Moritz, hatte die Landtagsabegeordnete bereits über die Engerling-Thematik gesprochen, da sie zuvor schon aus Nordrach davon berichtet worden. Trotzdem hörte sie sich gerne die Sorgen und Wünsche aus Haslach und versprach diese an die zuständigen Stellen und Fachpolitiker weiterzugeben. Sie selbst sah auch die Katastrophe für die Landwirte durch den Engerlingbefall-

Wie eine „Naturkatastrophe“

Zuvor hatte BLHV-Kreisvorsitzender Ulrich Müller die Grünen-Politikerin informiert. Es sei wie eine „Naturkatastrophe“, die schleichend gekommen sei, sagte er. Zusammen mit der extremen Trockenheit, die auch die Engerlingverbreitung begünstigt, hätten die Landwirte mit Futterertragausfällen von 50 bis 70 Prozent umzugehen. Neben den Kosten in Höhe von bis zu 1000 Euro pro Hektar für die Wiederbegrünung der betroffenen Flächen müsste Landwirte auch noch Futter zukaufen. In der Folge des Futtermangels würden auch Notschlachtungen anstehen.

Die Landwirte würde daher mehrere Dinge benötigen. So eine fachliche Beratung auf Grundlage einer intensiv zu betriebenen Forschung über deren Ergebnisse sie fortlaufend informiert werden sollten. Da das Thema noch recht neu sei, gebe es bisher nur vage Ergebnisse, wie man mit der Engerlingproblematik am besten umgehen sollte. Wichtig sei ferner, dass die Landwirte nicht auch noch zusätzlich bestraft würden, weil sie jetzt eventuell gegen Förderrichtlinien verstoßen würden. 

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So fürchtete beispielsweise Sommerhaldenbauer Klaus Duffner, dass wenn er nun Klee neueinsät, Subventionen zurückzahlen müssten. Eben an diesen Klee würden Engerlinge aber nicht gehen und er wolle die Fläche eben wieder schnell begrünen. Und auch sonst wünschte er sich mehr Flexibilität bei den Förderprogrammen, um in der Praxis besser auf Herausforderungen reagieren zu können.

Nach Meinung von Ulrich Müller  sollte es außerdem auch wenn FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) vom Engerlingbefall betroffen seien, keine Sanktionen geben. In diesem Zusammenhang riet  Sandra Boser dazu, auch  den Landschaftserhaltungsverband (LEV) bei Gesprächen mit ins Boot zu holen.

Gerstenpilz zulassen

Ein Landwirt wünschte sich ferner eine schnelle Zulassung des Gerstenpilzes in Deutschland, der gegen die Engerlinge helfen soll. Und Martin Hansmann sagte, dass auch sein Kartoffelacker von Engerlingen befallen sei. Es sind also nicht nur Wiesen betroffen.

Joachim Prinzbach, der als Fraktionschef der Freien Wähler dabei war, berichte von Problemen in Folge der großen Trockenheit für den Wald. „Die Politiker können aber auch nicht mit einem Regentanz für sechs Wochen Niederschlag sorgen“, fand er, dass die Landespolitik in Sachen Bekämpfung des Klimawandels für den man nun die Zeche zahle auf einen guten Weg sei. Zudem merkte er an: „Fördermittel an Landwirte sollten nicht als Almosen gelten, da sie richtig viel Leistung dafür bringen.“ 

Und auch Bürgermeister Philipp Saar fand, man solle die Landwirte nicht allein auf den Kosten sitzen lassen. Laut Boser wird aber auch geprüft, wie man diese nun bei der Engerlingthematik am besten unterstützen könne. Auch glaubt sie nicht, dass deren Handeln am Ende als förderschädlich eingestuft werden wird. „Das muss aber geklärt werden“, gab Boser den Landwirten recht.

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