Schnurren 2020

Schapbacher nehmen Land und Leute auf der Schippe

Autor: 
Wilfried Weis
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. Februar 2020

(Bild 1/4) „Zwei Hoferer mit ’nem Herrmann“ mit Marvin (von links), Andy und Sylvia. ©Wilfried Weis

Vier Stunden lang wurde am Samstagabend in Schapbach gewitzelt, gereimt und gelacht: Das Schnurren stand an. Im Gepäck hatten die vier Schnurrgruppen dabei wieder einige Missgeschickte, die spöttisch aufbereitet wurden.

Vier Schnurrgruppen und die „Hamperle-Harmonie“ sorgten am Samstagabend vier Stunden lang für gute Laune in drei Schapbacher Lokalen. Geschnurrt wurde in der „Tanne“, „Alban-Sonne“ und im „Kuhstall“ des „Alisehofs“, die alle bis zum letzten Platz besetzt waren. Geistreich und spöttisch nahmen sie Land und Leute auf die Schippe. Dabei wurden viele Missgeschicke vom Dorfgeschehen aufgedeckt. Die Schnurrgruppen brachten das bestens aufgelegte Publikum stets zum Lachen.

Die beiden neuen Elferräte Stefan Kaluza und Sven Schmieder begrüßten zu Beginn das närrische Volk, und sie stellten auch die Schnurranten vor. Danach marschierte die „Hamperle-Harmonie“ in den Saal. Mit dem Hamperlelied brachten sie gleich eine gute Stimmung in die Lokale. Außerdem spielten sie unter Leitung von Erwin Heinrich Hits wie „Skandal um Rosi“, „Anneliese“ und „Schwarzwaldmarie“. 

Als erste Gruppe kamen die „Hoferers“, Andy und Schwester Sylvia mit Neuling Marvin Herrmann. Unter Glockengeläut der Schapbacher Pfarrkirche waren sie in das Lokal eingezogen. Sie erzählten, dass im Tal einfach nichts mehr „laufe“, da die Infrastruktur fehle und die Gemeinde ohne Pfarrer ganz verloren sei. Auch hatten sie sich den Partnerschaftsbesuch in La Tranche notiert, als bei der Predigt von Pfarrer Frank Maier gerade sein Handy klingelte. Dass man beim Marmelade einkochen nicht mit den Nachbarn „tratschen solle“, erlebte eine Kaffeetante, die danach mit großem Aufwand den Herd und den Boden allerdings wieder sauber brachte. 

Rüge für den Hamperlepräsidenten

Phänomenal waren die „Seichbüxen“: Doch dieser Name war nicht angemessen, und sie nannten sich „Glaswaldsee-Nixen“ mit Caroline Hoferer, Mutter Rita und Vater Georg. Caro Hoferer bildete früher eine Schnurrgruppe mit Patricia Oehler, die aber beruflich nach Freiburg ging. So nagelte Caro ihre Mutter fest. Die Schnurrgruppe hatten sagenhafte Wassergeschichten auf Lager, wussten dass Brunnenwasser genau so gut sei wie das teure „Black Forest“, und sie rügten den Hamperlepräsidenten, der das Datum der Frauenfasnacht falsch angab. Sie glänzten dabei mit Pointen, Wortwitz und Gesang, und es gab großen Beifall für die kessen Vorträge der „Glaswald-Nixen“.

- Anzeige -

Die nächste Gruppe waren die „Hoferers“ mit Ludwig, Martin und Fabian. Die „Glaswälder“ seien eine neutrale Zone und unterstützen gerne die Schapbacher Schnurranten. Wenn man glaube, es gäbe keine Schnurranten mehr, dann kommen irgendwie die „Hoferers“ her – was inzwischen 75 Prozent der Schnurranten ausmache, so Schnurrant Ludwig Hoferer bei seiner Rechnung. Sie hatten Gemeindepolitik auf ihrer Agenda und Verkehrsminister Winfried Hermann, der sich in Schapbach stark mit den neuen Zebrastreifen beschäftigte. Es gab lange Diskussionen, wo in Bad Rippoldsau-Schapbach überall die Zebrastreifen angebracht werden sollen. Sie lobten auch Bürgermeister „Bernhard“, der es fertigbringe von überall her Zuschüsse zu erhalten, was natürlich für den Ort eine Riesen-Nummer sei. Zum Schluss hatten die drei Hoferers noch „feste und hart gesottene Sprüche“ auf Lager.

Kühe im Regen

Die letzte Gruppe „Trocken“ mit Günter Glöde, Ralf Schmieder, Uwe Weis und Jens-Mathias Bächle (Gitarre) ließen an die vielen früheren Geschäfte im Dorf erinnern. Was man hier früher alles erleben konnte. Sie hatten sich auch den Prozessionsweg bei „‘s Polders“ notiert, wo oft die Kühe im Regen standen: Für sie hatte ein Anwohner extra ein Zelt angeschafft. Doch lange Zeit hielt das Zelt nicht – es wurde nicht nur zerrissen, sondern auch stark mit Kuhfladen versehen. 

Ein weiteres Thema waren die „Dorfkatzen“, die von überall her kommen. „Allen Katzen recht getan, ist eine Kunst, die nicht mal Oskar kann“, lautete ihr Song zum Abschluss der Katzengeschichte. Mit vielen Gags, reichem Wortschatz und hervorragendem Gesang waren die Beiträge der Gruppe „Trocken“ das Sahnehäubchen des Schnurrabends. 

„Hamperlebrägel verteilt“

Am Ende des Schnurr­abends wurde der 37. „Hamperlebrägel“ angeboten. In dem Schapbacher Narrenblättle fanden sich viele „Opfer“ wieder. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 2 Stunden
Steinach
Ideen für die Umgestaltung der Ortsmitte diskutierten rund 30 Steinacher Bürger am Mittwochabend in einem Workshop. Planer und Gemeinderat sollen sich nun mit den Vorschlägen auseinandersetzen und prüfen, was davon realisierbar ist.    
vor 4 Stunden
Schiltach
Wenn der Gutacher Lärmschutzplan so kommt, wie ihn der Gemeinderat mit sieben zu sechs Stimmen abgesegnet hat, dann braucht man künftig zwischen 22 und 6 Uhr knapp drei Minuten länger durch Gutach – dafür können die Anwohner ruhiger schlafen. 
vor 7 Stunden
Fasnachter unterstützen organisierten Hilfsdienst
Der Nachbarschaftshilfeverein bekommt von den Schänzle-Hexen in Gutach bereits zum zweiten Mal eine Finanzspritze. Das Geld soll unter anderem für den Aufwand der Organisation der Dienste verwendet werden.
vor 16 Stunden
Tourismus-Statistik 2019
Sinkende Übernachtungszahlen, aber ein steigender Tagestourismus: Carina Gallus stellte am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung die Oberwolfacher Tourismus-Statistik 2019 vor. Die Grube Wenzel knackte die 9000er-Marke. 
vor 18 Stunden
Oberwolfach
Die Planungen stehen: Die Sanierung der Erdenbrücke für rund 280 000 Euro steht in diesem Jahr an. Brücken-Experte Lukas Osterloff stellte am Dienstag in der Gemeinderatssitzung unter anderem den Bauzeitplan vor. Er verriet auch, wie lange die Brücke wohl voll gesperrt sein wird.
vor 20 Stunden
Rathaussturm
Als „Oscar reif“ bezeichnete Zunftmeister Manuel Seitz das Schauspiel zum Rathaussturm am Schmutzigen Donnerstag. In „Planlos im Weltall“ hatte am Ende Jedi Ritter Philipp Saar den Schlüssel zur Lösung aller intergalaktischen Verkehrsprobleme.
vor 21 Stunden
Zeugen in Schiltach gesucht
Der Schienenbus, der in der Schiltacher Bahnhofstraße besichtigt werden kann, wurde mit einem schwarzen Edding beschmiert. Unbekannte haben dabei unter anderem das Wort „Jude“ auf einen Waggon hinterlassen. Die Polizei ermittelt. 
20.02.2020
Hausach
Die drei Schüler Devin Fritz, Matthias Ludwig und Tobias Pfau des Robert-Gerwig-Gymnasiums belegten beim Wettbewerb „Jugend forscht“ auf Anhieb Platz 3 und ergatterten einen Sonderpreis. 
20.02.2020
Hausach
Es gibt eine Veränderung im Kommando der Hausacher Feuerwehr. Sebastian Holloway wollte das Amt abgeben und hat aus beruflichen und privaten Gründen um Entbindung gebeten. Dem bisherigen Stellvertreter Adrian Stirm wurde das Amt kommissarisch übertragen. 
20.02.2020
Neuer Jugendgottesdienst "OMG! - Oh, mein Gott"
„Etwas Neues muss her damit die Jugend den Draht zur Kirche nicht verliert“, forderte eine Gruppe von Jugendlichen um Nina Kälble, Jamie Sauter, Madeleine Oeser, Joshua Rzepka und der Gemeindereferentin Katharina Gerth, als sie überlegten, wie man den Jugendgottesdienst jugendlicher gestalten...
20.02.2020
Wölfleball am Freitag
Die Oberwolfacher Wolfszunft feiert in diesem Jahr ihr 55-Jähriges. Circa 800 Gäste werden nun am Freitag beim Jubiläums-Wölfleball in der Festhalle erwartet.
20.02.2020
AWO Ferienbetreuung in Hornberg
„Ich bin selig“, strahlte die Vorsitzende der Hornberger Awo, Henriette Haas, beim gestrigen Pressetermin im Hornberger Rathaus mit dem stellvertretenden Hauptamtsleiter, Mattias Litterst, um die Wette.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Paaaaaarty! Kehl Marketing lädt auf den Fasentssamstag zum Gammlerball in die Stadthalle ein.
    14.02.2020
    Feiern, tanzen, Freunde treffen
    In Kehl bleibt es beim närrischen „Gammeln“ am Fasentssamstag – die Terminverschiebung vom Schmutzigen auf den Fasentssamstag vergangenes Jahr hat sich bewährt: Diesmal steigt die Riesenfete am 22. Februar. Saalöffnung ist um 19 Uhr. 
  • 14.02.2020
    Achern
    Kaminöfen spenden nicht nur wohltuende Wärme, sondern verwandeln das Wohnzimmer auch in einen gemütlichen und romantischen Ort. Bei Süd-West-Kachelofenbau in Achern wird der Kunde vom ersten Treffen bis zur Fertigstellung des Traumofens bestens betreut. 
  • Hauskauf ist Vertrauenssache: Mit einem guten Makler kommen nicht nur Familien in die eigenen vier Wände.
    11.02.2020
    Mit dem Makler auf der sicheren Seite
    Standort, Zustand, reelle Bewertung, Verkaufsstrategie, Expose, Verkaufsverhandlung und Notartermin – auch wenn der Markt für gebrauche Immobilien seit Jahren enorm in Bewegung ist, die Preise auch hier klettern, kann es fatal sein, die „Entscheidung des Lebens“ selbst in die Hand nehmen zu wollen...
  •  Der Freizeitpark "Funny World" in Kappel-Grafenhausen ist mit mehr als 50 Attraktionen ein ideales Ausflugsziel für groß und klein.
    07.02.2020
    Spiel, Spaß, Abenteuer in Kappel-Grafenhausen
    Der In- & Outdoor-Familienpark in Kappel-Grafenhausen wartet auch in diesem Jahr mit neuen Attraktionen, Workshops und vielen weiteren Aktivitäten für die gesamte Familie auf. Im Funny World können Kinder und Eltern ganzjährig einen Tag voller Spiel, Spaß und Abenteuer erleben.