Grundschule Schiltach/Schenkenzell

Schenkenzeller Rat stimmt für Schulsozialarbeit

Autor: 
Lothar Herzog
Lesezeit 3 Minuten
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30. Juni 2020
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©Archivfoto: Martina Baumgartner

Auch der Schenkenzeller Gemeinderat hat am Mittwoch zugestimmt, in der gemeinsamen Grundschule einen Schulsozialarbeiter-Stelle zu schaffen. Zum neuen Schuljahr soll die Stelle besetzt sein.

Die Schulsozialarbeit an der gemeinsamen Grundschule Schiltach/Schenkenzell kann kommen. Ab dem kommenden Schuljahr wird eine Halbtagsstelle eingerichtet. Nachdem der Gemeinderat Schiltach in seiner vergangenen Sitzung dies einstimmig befürwortet hatte (wir berichteten), zogen nun auch die Räte in Schenkenzell einstimmig nach. Es werde für die Einrichtung immer schwerer, jedem einzelnen Schüler im Hinblick auf die Familiensituation und anderen sozialen Aspekten gerecht zu werden, sagte Bürgermeister Bernd Heinzelmann am Mittwoch in der Gemeinderatssitzung.

Oftmals seien es besonders jene Schüler, die auch im Elternhaus soziale Probleme hätten und die einer größeren Aufmerksamkeit bedürften. Der Bedarf von Schulsozialarbeit habe in den vergangenen vier Jahren stark zugenommen: Das Thema Kinderschutz und Kindeswohl rücke immer stärker in den Blickpunkt. „Da setzt die Schulsozialarbeit an und unterstützt Lehrer und Eltern. Die präventive Arbeit ist sehr wichtig, um den Wind aus den Segeln zu nehmen“, bekräftigte der Bürgermeister.

Stiftung „Lernen, Fördern, Arbeiten“

Von den Gremien der gemeinsamen Grundschule sei der Wunsch zur Einführung der Schulsozialarbeit an die Trägerkommunen herangetragen worden. Vorgesehen sei die Schaffung einer 50-Prozent-Stelle. Schiltachs Gemeinderat Axel Rombach verfüge als Pädagoge über gute Erfahrungen und habe den Kommunen als Kooperationspartner die Stiftung „Lernen, Fördern, Arbeiten“ (LFA) empfohlen, die bereits stark in der Schulsozialarbeit in verschiedenen Schulen im Landkreis tätig sei. Die LFA habe nach einer Anfrage ein Angebot und eine Konzeption unterbreitet, schilderte Heinzelmann. Letzteres stellten Bezirksleiterin Marie-Kristin Breddin und Projektleiter Simon Schneider vor (wir berichteten).

Das Angebot der Stiftung sieht jährliche Kosten für eine Halbtagesstelle in Höhe von 37 367 Euro vor. Das Land fördere die Stelle mit 8350 Euro, der Landkreis mit 11 000 Euro. Von den verbleibenden circa 18 000 Euro müsse Schenkenzell basierend nach den aktuellen Schülerzahlen rund 5400 Euro pro Schuljahr tragen, rechnete der Bürgermeister aus.

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Vorstellung im Gemeinderat

Auf Anfrage aus dem Ratsgremium erklärte Breddin, dass die Stellenausschreibung in Gemeindeblättern, Tageszeitungen und bei DH-Standorten erst nach der Beauftragung durch die Gemeinden erfolge. Aus den Bewerbern treffe die Stiftung eine Vorauswahl, die dann der Schule vorgestellt würden. Wenn die endgültige Wahl getroffen sei, werde sich diese Person jeweils im Gemeinderat vorstellen.

Werner Kaufmann (CDU) wollte wissen, wie in der Schulsozialarbeit mit dem Datenschutz umgegangen werde und ob es eine Vertretung bei Krankheit gibt. „Die Einverständniserklärung holen wir uns bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Eltern und den Lehrern. Wenn es um das Kindeswohl geht, brauchen wir eine solche nicht. Eine Krankheitsvertretung ist nicht vorgesehen. Nur wenn er länger ausfallen sollte, werden wir uns um Ersatz bemühen“, erklärte Schneider.

Bei Bedarf aufstocken

Rat Stefan Mäntele (FWV) war beim Konzept aufgefallen, dass der paritätische Wohlfahrtsverband eine Vollzeitkraft ab 150 Schülern empfiehlt. Eine Halbtagesstelle an Grundschulen reiche erfahrungsgemäß aus, erwiderte Breddin. Anhand der Fallzahlen könne festgestellt werden, wie stark der Schulsozialarbeiter ausgelastet sei. Bei Bedarf könne dann nachjustiert werden. „Die Hoffnung, so der Bürgermeister, dass wir den Schulsozialarbeiter in ein paar Jahren nicht mehr brauchen, ist äußerst gering. Die Stelle ist längerfristig vorgesehen. Das Konzept der Stiftung ist schlüssig, gut aufgestellt und vernetzt. Manchmal reicht ein Schüler aus, um die ganze Klasse durcheinander zu bringen.“ so der Bürgermeister.

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