Schiltach

Schiltachs Flößer meistern Rhein-Testfahrt auf 16 Fichtenstämmen

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red/tol
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14. Juni 2021
Floßmeister Thomas Kipp (Zweiter von links) und seine Mitstreiter ließen ihr Rheinfloß bei Steinmauern für den behördlich überwachten Testlauf zu Wasser. Nach bestandener Prüfung läuft nun die Vorbereitung für das eigentliche Projekt.

Floßmeister Thomas Kipp (Zweiter von links) und seine Mitstreiter ließen ihr Rheinfloß bei Steinmauern für den behördlich überwachten Testlauf zu Wasser. Nach bestandener Prüfung läuft nun die Vorbereitung für das eigentliche Projekt. ©Privatfoto

406 Kilometer über den Rhein: Das ehrgeizige Projekt der Schiltacher Flößer ist einen entscheidenden Schritt näher – denn die Fluss-Testfahrt unter strengen Behörden-Augen ist bestanden.

Der Leverkusener Stadtteil Hitdorf – Ziel des neuesten Projekts der Schiltacher Flößer – ist noch weit weg. Doch der Start für die Floßfahrt auf dem Rhein ist ein gutes Stück näher gerückt. Denn: Floßmeister Thomas Kipp und seine Mitstreiter haben den Testlauf gemeistert und bewiesen, dass ihr Rheinfloß sicher manövrierbar ist.

Lange Vorbereitungszeit

„Am Anfang war die Vision, auch einmal auf dem bedeutenden, großen Heimatfluss Rhein mit einem Floß zu fahren“, blickt Kipp zurück auf die Idee zum Projekt. In Kipps Werkstatt in Vorderlehengericht bauten er und seine Mitstreiter in den vergangenen Monaten das Floß, mit dem dieses Abenteuer Realität werden soll (wir berichteten). „Anfang 2020 nahm ich Kontakt mit dem Schifffahrtsamt auf. Bald war klar, dass für eine Floßfahrt auf dem Rhein, der zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas gehört, eine gutachterliche Prüfung des Floßes und eine Probefahrt auf dem Rhein erforderlich wird.“

Zur Unterbringung aller Habseligkeiten wurde eine stabile Floßhütte nach historischen Vorgaben gebaut. „Am Heck wurde eine Vorrichtung für zwei Hilfsantriebe errichtet. Die sind notwendig, um auf dem Rhein sicher manövrieren zu können“, erklärt Kipp. Noch bevor es zur Testfahrt ging inspizierte ein vereidigter Sachverständiger vom Bodensee das Floß Ende April in Kipps Werkstatt. „Sein Gutachten wurde vom Schifffahrts­amt anerkannt und so konnte die Probefahrt organisiert werden.“ Als idealen Startplatz machten die Schiltacher den alten Floßhafen in Steinmauern aus. „Dort wurde in früheren Zeiten das Floßholz aus der Murg und das Holz aus dem Kinzigtal zu kleineren Rheinflößen zusammengebaut.“

Vorab wird das Material getestet

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Vor der eigentlichen Fahrt musste vom Sachverständigen noch ein sogenannter Krängungsversuch durchgeführt werden. Dabei wird das Schiff oder eben das Floß in Schräglage gebracht, um die Lage des Schwerpunkts zu ermitteln. Tags darauf durften die Schiltacher auf den Rhein. Überwacht wurden sie dabei von der Wasserschutzpolizei und einem Peilschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrts­amts.

„Der Rhein hatte ordentlich Wasser und eine Fließgeschwindigkeit von etwa zwölf Stundenkilometer. Zur Probefahrt gehörten auch einige Manöver, um die Fahrtauglichkeit unseres Floßes und der Steuermänner unter Beweis zu stellen“, erklärt Kipp. „So haben wir in voller Strömung das Floß um 180 Grad gedreht, sind rückwärts gefahren, dann wieder um 180 Grad gedreht, um in die Normalposition zu kommen.“ Auf der etwa 20 Kilometer langen Strecke sei das Schiff zahlreichen großen Frachtschiffen begegnet. „Die schmale Einfahrt in den Pionierhafen von Karlsruhe-Maxau war eine besondere Herausforderung.“ Nachdem auch das gemeistert war kam das erlösende Urteil vom Peilschiff per Funk: „Der Fachbereichsleiter für Schifffahrt teilte uns mit, dass unsere Manöver bestens gelungen sind.“

406 Kilometer bis zum Ziel

Diese Fahrt auf dem Rhein mit 16 gebundenen Fichtenstämmen sei möglicherweise seit der aktiven Flößerzeit die Erste dieser Art gewesen. „Die Vision und der Teamgeist leben weiter – nach dieser erfolgreichen Probefahrt können wir das eigentliche Ziel in Angriff nehmen: Einen Holztransport mit 14 gebundenen Fichtenstämmen von Steinmauern bis in den Hafen von Hitdorf.“ 406 Flusskilometer wären bis zu diesem historisch überlieferten Flößer-Ziel zu bewältigen.

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