Seminarkurs am Hausacher Wirtschaftsgymnasium

Schüler nehmen Gesundheit wissenschaftlich aufs Korn

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 4 Minuten
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23. November 2017

(Bild 1/4) Alexander und Jessica mischen den Teig für die Tofu-Burger, im Hintergrund schneidet Lehrer Jochen Beck mit einer Schülerin die Zwiebeln für das vegane Menü. ©Claudia Ramsteiner

Ein Jahr lang arbeiten acht Zwölftklässler des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schulen wissenschaftlich am Thema Gesundheit. Diese Woche stand ein praktischer Unterrichtsteil zum Schwerpunktthema Ernährung an: veganes Kochen in der Mensa.
 

Einträchtig verarbeiten Jessica und Alexander hinter der Verkaufstheke der Mensa im Schulzentrum einer großen Schüssel Tofu, Zwiebeln, Knoblauch, frischen Paprika, Sojasauce, Paniermehl, Johannisbrotkernmehl, und Gewürze zu einem Burgerteig. In der Küche wird Paprika geschnibbelt. Sven und Anette Götz sowie die Mensa-Chefin Elke Nolte geben praktische Tipps: So sah am Montag der praktische Teil eines Seminarkurses aus, auf den sich acht Zwölftklässler des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schule eingelassen haben.
»Gesund sein – gesund leben« lautet das Thema, das von den Schülern ein ganzes Jahr lang wissenschaftlich erarbeitet wird (siehe »Stichwort«). Angeboten haben es die Lehrer Thomas Schneeberger (Theologe) und Jochen Beck (Biologie- und Sportlehrer). Von drei Themen haben sich die Schüler für dieses entschieden – und obwohl der Seminarkurs das Thema Gesundheit in allen Facetten behandelt, haben sie sich bald am Thema Ernährung »festgebissen«. In der Woche zuvor ging es um einen wissenschaftlichen Text »Gesundheit durch Entschlackung« über die basische Ernährung. 

Gesünder oder nicht?

Und nun stand ein praktischer Teil zum Thema vegane Ernährung an. Dazu hatte Jochen Beck, der sich »im Alltag ohne tierische Eiweiße ernährt, aber auch mal Ausnahmen macht«, zwei Kinzigtäler Experten ein: Sven Götz und seine Frau Annette. Sven Götz ist Initiator der Gruppe »Kinzigtal goes vegan« und leidenschaftlicher Verfechter der Ernährung ohne Tierprodukte.

Dass der Geschmack darunter nicht leiden muss, das hat er den Schülern ihren Reaktionen beim anschließenden Essen zu urteilen, sehr erfolgreich vermittelt. Elke Nolte stellte nicht nur die Mensaküche zur Verfügung, sie kochte auch aktiv mit. Vegan sei tatsächlich ein immer größer werdendes Thema, sagt sie. Vegetarisches hat sie ohnehin im Angebot, und wer sich vegan ernähren möchte, findet in der Mensa auch täglich ohne tierisches Eiweiß hergestellte Salate und Gemüse. 
»Mehr vegane Vollwertkost auf der Speisekarte ist aus Kostengründen nicht machbar«, sagt sie. Sowohl Produkte wie Soja- und Mandelmilch seien ungleich teurer, auch sei die Zubereitung veganer Gerichte zeitaufwendiger. Ob vegane Ernährung wirklich auch gesünder ist – das könnte eine der wissenschaftlichen Problemstellungen sein, die die Schüler erarbeiten könnten.

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Tofu schmeckt zunächst einmal nach gar nichts, stellen sie fest. Und schmunzeln, als ihnen Sven Götz erwidert: Ein rohes Schnitzel vom Metzger schmeckt zunächst auch einmal nach gar nichts. Unter seiner Anleitung entsteht dann tatsächlich ein veganes Menü, das die Schüler durchaus überzeugt: Feldsalat mit Avocado-Birnen-Dressing, Tofu-Burger mit Avocadocreme und Chili-Ketchup und zum Nachtisch Mini-Crunch-Pancakes mit Himbeer-Joghurt-Eis. 
»Es geht nicht darum, den Schülern Königswege zu vermitteln«, sagt Jochen Beck. Inhaltlicher Ausgangspunkt des Unterrichts, der seit Schuljahresbeginn immer montags als Doppelstunde staffindet, seien die Grunddimensionen Körper, Geist und Seele und deren Einfluss auf die Gesundheit. Dabei orientiere sich die lehrergestützte Phase im ersten Halbjahr an den Interessen der Schüler. 

Entscheidungsgründe für den Kurs

Im Anschluss suchen sich die Schüler aus den Themen Problemstellungen aus, die sie intensiv erarbeiten und zu denen sie Stellung beziehen. Jedes Team aus zwei bis drei Schülern schreibt über das gewählte Thema eine wissenschaftliche Arbeit über etwa 30 Seiten. 

»Ich wollte etwas über die Ernährung lernen und vor allem die wissenschaftliche Arbeit als Grundlage für das Studium kennenlernen«, begründet Alexander Himmelsbach aus Zell, weshalb er sich für den Seminarkurs entschieden hat. Und Jessica Ruhmann aus Hausach hat »einfach das Thema Gesundheit an sich interessiert«. Dabei gehe es nicht nur um Ernährung, »vegan ist bei uns sehr aktuell«, sondern auch um andere interessante Aspekte wie Bewegung oder Piercing. 

Das vegane Menü hat die Schüler übrigens zumindest soweit überzeugt, als der Geschmack offensichtlich nicht unter dem Verzicht auf tierische Produkte leidet. In der nächsten Woche geht es nach Freiburg in die Unibibliothek – dort geht es um eine ganz andere Art von Praxis: »Wie geht man bei der Literaturrecherche vor?«
Info: Die Note für den Seminarkurs geht neben den vier schriftlichen Abiturprüfungen gleichwertig ins Abitur ein

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