Schiltach

Serie: Lieblingsplätze der Heimatführer (5)

Autor: 
Annika Morgernstern
Lesezeit 3 Minuten
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06. September 2017

Hans-Jürgen Krischak ist seit rund einem Jahr Stadtführer in Schiltach, dort ist er zu Hause. Der Marktplatz war einst und ist für ihn heute noch Treffpunkt. ©Annika Morgenstern

Die Stadt- und Heimatführer in Schiltach und Schenkenzell zeigen ihre Lieblingsplätze. Wo verweilen sie in ihren Ortschaften gerne, was ist ihnen wichtig und was zeigen sie mit Vorliebe? Heute: Hans-Jürgen Krischak aus Schiltach.

Hans-Jürgen Krischak, geboren in Hornberg, ist ein echter Schwarzwälder – und er ist stolz darauf: »Der Schwarzwald ist sowas Herrliches, viele Leute kommen her und machen Urlaub – wir können hier leben.« Mit ebensolcher Begeisterung führt er seit gut einem Jahr Besucher durch’s Schiltacher Städtle. Dabei verweilt er mit ihnen gerne an einem seiner Lieblingsorte, dem Stadtbrunnen, »weil der am Marktplatz ist und der Marktplatz ist das Wesentliche an Schiltach. Nirgendwo sonst sind Tradition und Innovation so dicht zusammen wie hier.« Nur wenige hundert Meter sind es von dort zu den Schiltacher Unternehmen, deren Produkte weltweit bekannt sind.

Leben von einst war nicht romantisch

Der Marktplatz selbst war durch den Brunnen als Wasserversorgung über die Jahrhunderte der Treffpunkt in der Stadt. Zudem wurden hier, am »Dienstleistungszentrum der früheren Zeit«, Informationen ausgetauscht, Handel getrieben, Kutschen und Pferde sowie Reisende versorgt. Krischak nimmt den Besucher gerne mit zurück in diese Zeit, erzählt von den Stadtbränden und macht deutlich, dass wir heute »ein recht verklärtes Bild vom Leben damals« haben – viel zu romantisch: »Das Leben war hart und dreckig. Besonders bei den Flößern erzähle ich immer, dass das kein Abenteuer war, sondern ein Knochenjob.« Der Stadtführer verknüpft gerne die Geschichte mit dem Heute – anhand der Bädergeschichte im Speziellen und der Altstadtsanierung seit der Mitte der Siebzigerjahre im Allgemeinen. Was auf den ersten Blick überraschend anmutet, verwundert kaum, wenn man bedenkt, dass er 44 Jahre bis zum Ruhestand vor eineinhalb Jahren bei einem Hersteller sanitärtechnischer Produkte in Schiltach arbeitete. Krischak erlebte die Modernisierung aus der Nähe, er ist seit 1971 in Schiltach.

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"Modernisierung" von Schiltach miterlebt

Kurz zuvor hatte er erste Kontakte zu Schiltachern, auf der Handelsschule in Hausach: »Da waren Menschen, die etwas anders gesprochen haben wie sonst typisch im Kreis Wolfach.« Der schwäbische Dialekt verriet die Nähe zu Württemberg. Doch zurück in die Altstadt, die sich nicht nur in den Häusern veränderte. Ihr gesamtes Antlitz wandelte sich, die Fachwerkfassaden wurden Haus um Haus freigelegt. Viele Jahrzehnte hatten sie unter Putz gelegen, waren teils mit grellen Farben verunziert. Mit einem Schaudern erinnert sich Krischak an »die lilafarbene Fassade des ›Kreuzes‹ «. Doch »seitdem hat sich Schiltach zum Juwel entwickelt«.  

Verbindungen zur Stadt ermöglichen

Mit Gästen genießt Krischak den »360-Grad-Rundumblick auf die wunderschönen Fachwerkhäuser.« Bei jeder Gruppe schaut er nach Gemeinsamkeiten, nach Anknüpfungspunkten – lagen die Orte auch an einer Römerstraße? Gab es Flößerei oder Gerberei? Herrschten Urslinger im Lande? Jeder soll sich wiederfinden, seine Geschichte mit der Schiltachs verbinden können. Der »Umgang mit fremden Personen« reizt ihn dabei, der Kontakt mit Fremden gibt ihm viel. Seit dem Ruhestand »fehlte diese Herausforderung«. Und er will mit seiner Begeisterung anstecken: »Die Leute sind nachher fasziniert, wenn man mit ihnen die Runde gemacht hat. Und es ist toll, wenn die Gruppe am Schluss vor einem steht und applaudiert.« Wie er auf den Gedanken kam, als Stadtführer zu agieren? »Auf die Idee bin ich gekommen, weil eine Freundin einen Betriebsausflug organisierte und fragte, ob ich mit einer Gruppe durch die Stadt laufen könnte. Damit fing alles an.«

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