Schiltach

Serie: Lieblingsplätze der Heimatführer (6)

Autor: 
Annika Morgenstern
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13. September 2017

Die Stadt- und Heimatführer in Schiltach und Schenkenzell zeigen ihre Lieblingsplätze. Wo verweilen sie in ihren Ortschaften gerne, was ist ihnen wichtig und was zeigen sie mit Vorliebe? Heute: Martina Baumgartner.

Seit mittlerweile fünf Jahren ist Martina Baumgartner als Stadtführerin in Schiltach unterwegs. Zum Schienenbus kommt sie selten, er gehört nicht zum Standard-Programm. Regelmäßig wird er aber als Teil der Stadtführung von »Eisenbahnern« angefragt, eine besondere Herausforderung für die gebürtige Ostfriesin. Denn diese Fachleute auf ihrem Gebiet »wissen meistens mehr als ich«. 

Das war anfangs schon beunruhigend, gibt sie lächelnd zu, mittlerweile sieht sie es entspannt: »Die Stadtführungen sind ein Geben und ein Nehmen. Ich weiß viel von Schiltach, das die nicht wissen, und die wissen ganz viel über den Schienenbus. Und die Begeisterung funkelt in ihren Augen.« 

Da wird das Schaltpult genau unter die Lupe genommen, die Sitze werden hin- und hergeklappt, Erinnerungen schweben durch den Wagen. »Weißt du noch?« Die Geschichten verklingen, und es ist die Aufmerksamkeit da für die Geschichte der Bahn in Schiltach. 

Viel gibt es zu berichten: Von Streitereien um den Standort des Bahnhofs und warum Schiltach bis heute gleich zwei davon hat und einst sogar noch zusätzliche Haltepunkte, vom Tunnelbau und von Brücken oder von der kompliziert anmutenden Streckenführung. Aber eins ist Baumgartner besonders wichtig zu vermitteln: »Diese Eisenbahngeschichte war im ländlichen Raum so wichtig, weil die Menschen zuvor kaum von dort fortkamen. Und dann bestand plötzlich die Verbindung zum Rheintal, nach Schramberg und nach Stuttgart – das war schon klasse. Es ist nicht verwunderlich, dass im 19. Jahrhundert im Monat bald 3000 Fahrkarten verkauft wurden.«

Die Eisenbahn hat heute durch den Wechsel der Verkehrsinfrastruktur schwer an Bedeutung eingebüßt – verdrängt vom Automobil. Nicht nur im Kinzigtal. Doch sei dieses durch die geografischen Gegebenheiten für den Straßenverkehr kaum ausbaufähig. »Da frage ich mich, warum man nicht mehr auf die Schiene bringt.« Vielleicht zweigleisig und die Bahn im Halbstundentakt? Die passionierte Bahnfahrerin würde es freuen. 

Doch zurück zu den Stadtführungen: »Ich kann in kurzer Zeit eine geballte Ladung Menschen haben.« Und die können verschiedener kaum sein. Mitarbeiter des Landratsamts Rottweil interessieren sich für die Lokalgeschichte beispielsweise auch in Bezug »auf die Auswirkung der Geschichte auf die Jetzt-Zeit«. Ganz anders aber »wenn ich eine Führung von Hansgrohe habe. Da kommen Leute aus Australien, Neuseeland, Amerika, Asien, überall aus der Welt, die interessiert die regionale Stadtgeschichte relativ wenig. Da muss man gucken, dass man passende Inhalte der Stadtgeschichte an den Mann bringt.« 

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Manchmal bedeutet das auch zu Schwarzwälder Kirschtorte einzukehren: »Da hab’ ich zehn Stück Torte bestellt, jedem eine Gabel in die Hand gegeben und sie haben gekostet.« Es ist das Spontane, das Stadtführungen so reizvoll macht, keine Führung gleicht exakt der anderen. »Routine stellt sich nicht ein. Ich bin immer gespannt, auf wen ich mich einstellen muss. Passt gut mit meinem Beruf zusammen. Und ich hab’ Geschichte studiert und mach’ sonst nichts mehr mit damit. So hab’ ich wenigstens einen Hauch davon.«

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