Amtsgericht Wolfach

Sieben Zeugen können Schuldfrage in Schlägerei nicht klären

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 2 Minuten
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10. September 2018

©Archivfoto: Mittelbadische Presse

Der Vorfall, der sich am 12. Mai dieses Jahres in der Haslacher Diskothek »Blockhaus« zugetragen hatte, war in seiner Wirkung erheblich: Eine junge Frau erlitt eine zweifache Nasenbeinfraktur. Wegen dieses Vorfalls wurde am Donnerstag gegen einen 23-jährigen Kinzigtäler vor dem Amtsgericht Wolfach verhandelt.
 

Ganze sieben Zeugen waren zu dem Verfahren geladen – und ein weiterer wurde telefonisch herbeizitiert. Aber auch dieses große Zeugenaufgebot konnte keine Ordnung in das »heillose Durcheinander«, wie Richterin Ina Roser die Situation in der Diskothek zur Tatzeit bezeichnete, bringen.

Keine genauen Angaben

Anscheinend hatte das Ganze mit einer »Rangelei« im Raucherbereich des Lokals begonnen, an der der Angeklagte, der sich zu dem ganzen Vorgang nicht äußerte, offensichtlich beteiligt war. Ein Faustschlag hat nach den Aussagen einiger der Zeugen die junge Frau, die an der Theke stand, getroffen. Nach anderen Aussagen soll ein gläserner Gegenstand durch den Raum geflogen und die Geschädigte verletzt haben. Selbst der Barkeeper, der von seinem privilegierten Platz aus die beste Übersicht hatte, konnte keine genaueren Angaben über den Tathergang machen. Er habe lediglich »aus dem Augenwinkel« eine Faust bemerkt, die die junge Frau im Gesicht getroffen habe.

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Die Zeugen gaben an, allesamt erheblich alkoholisiert und in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt gewesen zu sein. Jedenfalls sollen einige der Anwesenden den vermeintlichen Täter überwältigt, auf den Boden gedrückt und der Polizei übergeben haben. Die verletzte junge Frau wurde von der Ambulanz ins Wolfacher Krankenhaus eingeliefert. Dort sei sie lediglich mit einem Pflaster verarztet und nach Hause geschickt worden, sagte sie. Am folgenden Tag sei sie ins Klinikum Lahr gefahren. Dort habe man sie umgehend am Nasenbein operiert.

Sachverhalt bleibt unklar

»Der Sachverhalt bleibt trotz der vielen Zeugen unklar«, befand die Staatsanwältin. Der Tathergang lasse sich nicht rekonstruieren. Weder der Schlag gegen die junge Frau noch der angebliche Glaswurf seien direkt gesehen worden, stellte sie fest und forderte Freispruch für den Angeklagten. Auch der Verteidiger empfahl dem Gericht einenFreispruch. »Wir haben so viele Varianten gehört, dass sich die Tat keinem der Beteiligten genau zugeordnet werden kann«, stellte er fest.
Auf Freispruch erkannte schließlich auch Richterin Ina Roser. Allerdings war sie der Meinung, dass »irgend einer« den Schlag gegen die junge Frau hätte sehen müssen. Die Kosten des Verfahrens gehen zu Lasten der Staatskasse.

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