Wolfach

Sozialstation Kinzig-/Gutachtal feiert 40-jähriges Bestehen

Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Oktober 2018
Mehr zum Thema

Pflegedienstleiterin Barbara Plaasch (rechts) und Heike Zwikirs, die das Team der Caritas-Sozialstation seit 1. August als Pflegekoordinatorin unterstützt, vor der Planungswand. An der wurden die Ideen für die zwei Festtage festgehalten. ©Tobias Lupfer

40 Jahre Caritas-Sozialstation in Wolfach werden an diesem Wochenende gefeiert. Am Samstag intern mit den betreuten Klienten, am Sonntag öffentlich mit einem Gottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche sowie einem anschließenden Empfang im katholischen Gemeindehaus.

Von Oberwolfach über Wolfach, Hausach, Gutach bis Hornberg und Niederwasser erstreckt sich das Einzugsgebiet der Caritas Sozialstation Kinzig-/Gutachtal – und zwar seit 40 Jahren. Ihren Sitz hat die Sozialstation am Wolfacher Kirchplatz. Rings um den wird am Samstag und Sonntag der »runde Geburtstag« gefeiert, auch öffentlich.

Kirchliche Kooperation zu Beginn

Genau am 1. Oktober 1978 sei die Sozialstation gegründet worden, blickt Pflegedienstleiterin Barbara Plaasch zurück. Angefangen habe damals alles als kirchliche Sozialstation in einer Kooperation der katholischen und evangelischen Gemeinden. Die Ordensschwestern, die zuvor über Jahrzehnte hinweg in allen Gemeinden unterwegs waren, wurden immer weniger und konnten die Betreuung nicht mehr aufrechterhalten. Die Lösung: die kirchliche Sozialstation.

Unter dem Dach der Caritas ist sie seit 2003. »Vorher war das ehrenamtlich.« Der erste Vorsitzende der Sozialstation wurde 1978 Bernhard Schrempp. Der werde am Sonntag ebenfalls zur Feier kommen. Organisatorisch hat sich einiges verändert, ebenso wie im Umfang des Leistungsangebots. Das Ziel der Sozialstation aber sei bis heute gleich geblieben: die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Plus bei Jüngeren

- Anzeige -

Das gelingt auffällig gut, denn der Blick in die Altersstatistik der Klienten zeigt: Mehr als 200 der bis dato 483 Klienten im Jahr 2018 sind zwischen 80 und 100 Jahren alt. Auch die Zahl der Klienten unter 40 Jahren habe in den vergangenen Jahren aber stetig zugenommen, erklärt Plaasch. Bei den Jüngeren gehe es insbesondere um psychische Erkrankungen und deren Konsequenzen.

Wo die Schwestern einst den Ton angaben, wie die Pflege oder Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich auszusehen hat, entscheide heute der Patient, was er möchte. »Das hat sich schon verändert zu früher.« Im Erstgespräch werde sich ein Bild von den Bedürfnissen gemacht, und die Wünsche werden notiert – dann gibt es einen Kostenvoranschlag. Unabhängig davon habe der Wille des Patienten Priorität: »Manchmal sind uns da auch die Hände gebunden.« 

Komplexes Feld

Es ist ein komplexes Spannungsfeld, in dem die 15 Pflegekräfte, viele davon in Teilzeit tätig, aktiv sind. Unterstützt werden sie von sechs hauswirtschaftlichen Kräften, drei Auszubildenden, ehrenamtlichen Helfern und externen Pflegeschülern. Die Liste der Dienstleistungen ist um ein Vielfaches länger als einst bei den Ordensschwestern, für bestimmte Bereiche gibt es im Team Spezialistinnen. »Man muss es aber auch in Anspruch nehmen.« Gerade bei der älteren Generation stehe das traditionelle Rollenverständnis der ihren Mann umsorgenden Hausfrau oftmals noch der modernen Pflege gegenüber, weiß Pflegekoordinatorin Heike Zwikirs.

Obendrein gebe es heute in der häuslichen Pflege viel Konkurrenz. Da sehen es Plaasch und Zwikirs kritisch, dass in der öffentlichen Wahrnehmung oft alle über einen Kamm geschoren würden. Auch wenn der Tourplan heute voller sei als früher: Einfach sitzen gelassen würden die Klienten nicht. »Da geht niemand einfach«, betont Zwikirs – eher nehme man sich mehr Zeit. 
 

Info

Programm

Der Gottesdienst zum 40. Geburtstag der Sozialstation beginnt am Sonntag um 9.30 Uhr in der St.-Laurentius-Kirche. Anschließend sind alle Interessierten zu einem Stehempfang mit einem Blick zurück auf die Geschichte und Infos über die heutige Arbeit der Sozialstation ins Gemeindehaus eingeladen.

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

Kai Duffner (links) kann als neuer Pächter der „Kanone“ auf die tatkräftige Unterstützung von Kurt und Christa Sütterlin setzen.
vor 6 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Erstmals unter einem neuen Pächter hat am heutigem Samstag das Traditionsgasthaus „Kanone“ in Haslach geöffnet. Zuvor hatte dort knapp 20 Jahre das Ehepaar Sütterlin das Sagen.
Michael Reutter kandidiert in Hornberg zum siebten Mal für ein Bürgermeisteramt.
vor 12 Stunden
Hornberg
Michael Reutter kandidierte seit dem Jahr 2000 bei jeder Bürgermeisterwahl in Hornberg und Gutach. Seine Bewerbung um das Hornberger Bürgermeisteramt ist seine siebte.
Dan-Prüfung im Ohkami-Dojos in Oberwolfach. Michael Franki (von links), stehend Wolfgang Dieterle, Igor Reitmann, Martin Sum, Eduard Welsch, Markus Harter, Michael Brucher, Eugen Fritsch, Jochen Haberer, Martin Dieterle, Joachim Feger. Vorne v.l. Florian Wolber, Manfred Bleile, Marcel Franki, Wilfried Groß, Sophia Spinner
vor 12 Stunden
Oberwolfach
Am Ohkami-Dojo in Oberwolfach absolvierten 16 Karateschüler nach langer Trainingszeit ihre nächst­höhere Dan-Prüfung im Jiu-Jitsu und Okinawa-Karate.
Die „Homberle Bläch Bänd“ sorgt am Samstag im Festzelt bei der Firma Beha für Unterhaltung.
vor 13 Stunden
Steinach
Zwei große Feste stehen an diesem langen Wochenende in Steinach auf dem Programm: Am Samstag feiert der SV Steinach sein 75-jähriges Bestehen und am Montag ist die Mostwanderung des Musikvereins.
250 Stühle standen am Mittwoch in der Festhalle bereit – fast alle waren besetzt. Die potenziellen Wähler nutzten ihre Chance, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen.
vor 19 Stunden
Wolfach
Knapp 250 Zuhörer nutzten am Mittwoch bei der offiziellen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl die Chance zu Fragen an die Bewerber. Carsten Boser, Thomas Geppert und Kordula Kovac zeigten sich in ihren Antworten teils durchaus kämpferisch.
Die für viele Menschen unüberwindbaren Treppen zu den Gleisen könnte man mit einem Aufzug entschärfen. Wenn der Bahnsteig nicht angehoben wird, bleibt aber die Stufe zum Zug bestehen. 
vor 21 Stunden
Hausach
Bürgermeister will mit dem Büroleiter des Verkehrsministeriums über die Barrierefreiheit des Hausacher Bahnhofs verhandeln. 25 Prozent von 19 Millionen Euro sind für Hausach nicht zu stemmen.
Die Straßenbeleuchtung in Mühlenbach wurde auf das höchstmögliche Maß herabgedimmt.
vor 22 Stunden
Mühlenbach
Wie alle Kommunen muss sich auch Mühlenbach Gedanken machen, wie Energie eingespart ­werden kann. Darum ging es am Mittwochabend im Gemeinderat.
Martin Aßmuth steht für die deutsche Nationalelf der Bürgermeister im Tor.
vor 23 Stunden
Kinzigtal
Mit Hofstettens Rathauschef Martin Aßmuth im Tor tritt die deutsche Nationalmannschaft der Bürgermeister am Wochenende bei einem Turnier an. Am Rande geht es auch um politische Themen.
David Sorg hielt einen interessanten Vortrag zum Thema Starkregen-Risikomanagement und Hochwasserpass für Hausbesitzer.
29.09.2022
Hofstetten
Über das Thema Starkregen-Risikomanagement und Hochwasserpass für Hausbesitzer wurde am Mittwochabend im Bürgersaal der Gemeinde Hofstetten informiert.
Drei Autos waren in den schweren Unfall involviert.
29.09.2022
Schiltach
Eine Mini-Fahrerin geriet auf der Bundesstraße 294 auf die Gegenfahrbahn
Sven Plöger kommt im Januar zu einer Veranstaltung nach Gutach. Schon heute zerstreut er die Bedenken der Gutacher, die Wolken könnten es bei einem weiteren Ausbau von Windkraftanlagen nicht mehr zu ihnen schaffen. 
29.09.2022
Interview
Sven Plöger, der „Mr. Wetter“ der ARD, geht in einem Interview unter anderem auf die Ängste von Bürgern in Gutach ein, noch mehr Windräder könnten die Wolken von ihrem Ort fernhalten.
Wanderführer Martin Lietzau las auf dem Weg zum Mühlstein aus Hansjakobs Geschichte „Vogt auf Mühlstein“.
29.09.2022
Haslach im Kinzigtal
Die Hansjakob-Wandertage 2022 fanden bei schönstem Herbstwetter statt. Auch sonst zeigte man sich höchst zufrieden mit dem Verlauf dieser drei Tage.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Im neu eingerichteten Küchenstudio können die Kunden 40 Musterküchen in Augenschein nehmen.
    vor 3 Stunden
    4. bis 15. Oktober: Küchen-Service-Wochen bei Möbel Seifert
    Fünf Etagen, 5000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, Qualität zu fairem Preis und immer wieder Sonderaktionen – das ist Möbel Seifert in Achern. Aktuell rücken die Küchen in den Fokus. Im neu eingerichteten Studio gibt es ab 4. Oktober Sonderkonditionen beim Küchenkauf.
  • Claudio Labianca lädt zum verkaufsoffenen Sonntag, 9. Oktober, in Offenburg zum Streifzug durch die modernisierten Räume in der Zährigerstraße ein. 
    vor 3 Stunden
    Geschäfts- und Ausstellungsräume rundum modernisiert
    Das Klavierhaus Labianca in der Zährigerstraße in Offenburg präsentiert sich am verkaufsoffenen Sonntag, 9. Oktober, in neuem Glanz. Verkaufs- und Ausstellungsflächen wurden nach 17 Jahren von Grund auf modernisiert und neu strukturiert – es hat sich sichtbar gelohnt!
  • Das E5-Team vor dem Studio in der Offenburger Okenstraße 65. 
    vor 3 Stunden
    Wendepunkt: Für mehr Effektivität und Wohlbefinden im Leben
    Egal ob Rückenprobleme oder einfach mehr körperliche Fitness – wer rasche Erfolge erzielen möchte, für den bietet sich das EMS-Training im Studio von Simone Metz in der Okenstraße 65 in Offenburg an.
  • Modern, sicher, barrierefrei und zentrumsnah in Achern wohnen.
    vor 3 Stunden
    Attraktives Konzept: AcherApartments – Wohnungen fürs Alter
    Wir werden immer älter, bleiben dabei meist fit und gesund. Neue Wohnformen für die Generation 65plus sind gefragt. Und genau hier wird in Achern eine Lücke gefüllt. "Unser Konzept ist einzigartig in der Region", so Diplom Ingenieur und Architekt Michael Wilhelm.