Wolfach

Stadtkapelle Wolfach: Dramatik und Harmonie in der Kirche

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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03. Dezember 2019
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Die Stadtkapelle Wolfach unter der Leitung von Joachim Riester begeisterte bei ihrem Kirchenkonzert in der stimmungsvoll illuminierten St.-Laurentius-Kirche zugunsten des Caritas Babyhospitals Bethlehem restlos. ©Andreas Buchta

Ausgefeiltes harmonisches Zusammenspiel präsentierte die Stadtkapelle Wolfach am Sonntag in der St.-Laurentius-Kirche. Der Abend, bei dem Spenden zugunsten des Caritas Babyhospitals gesammelt wurden, schloss das Doppel-Konzertwochenende für den guten Zweck ab.

Die Stadtkapelle Wolfach unter Leitung von Joachim Riester begeisterte am Sonntag in der nahezu voll besetzten St.-Laurentius-Kirche mit einem großartigen Konzert. Das auch bei schwierigen Stücken exzellente Zusammenspiel riss die Zuhörer zu ausdauerndem Applaus hin.
„Ich begrüße Sie zum Aufzug in den Musikhimmel“, eröffnete Pfarrer Hannes Rümmele das Konzert in der gut besuchten Kirche. Er bezog sich auf das Zitat eines unbekannten Autors: „Wenn Musik die Leiter zum Himmel ist, dann ist Kirchenmusik der Aufzug.“ Renate Bröhl dankte der Stadtkapelle, dass sie den Erlös dem Caritas Babyhospital in Bethlehem spendet. 

Harmonisches Zusammenspiel

Auffallend für alle Stücke war ein bei aller Dramatik und Gegensätzlichkeit ausgefeilt harmonisches Zusammenspiel aller Register. Mit der Fantasie über „Lobe den Herren“ von Roland Kernen gelang der Kapelle ein ebenso festlicher wie kraftvoller Einstieg. 
Bei „Variants on an English Hymn Tune“ glänzte Solist Patrick Riester am Euphonium, um das herum Philip Sparke das Stück mit seinen Variationen des englischen Lieds „Holy, holy, holy!“ geschrieben hat: Ein höchst kontrastreiches Lobeslied mit maßgeschneiderten, brillant ausgespielten Euphonium-Soli und mehreren dramatischen Höhepunkten.

„Mosaichoralmente“ von Thiemo Kraas ist eine sehr freie Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs Choral „Was mein Gott will, das g’scheh allzeit“. Es war bemerkenswert, wie die Register und wechselnde Solisten erst nacheinander, dann zusammen die Choralmelodie anrissen, sie in ihre Bestandteile zerlegten, und die „Scherben“ dann wieder zusammenfügten. Kompositorisch wie spielerisch ein kleines Meisterwerk.

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Sanfte Zwischentöne

John Newtons „Amazing Grace“ widmete sich die folgende Komposition von Frank Tichely. Nach einem sanften, höchst festlichen Beginn mit Flöten, Holzbläsern und Saxofonen, in die nach und nach die übrigen Register einstimmten, verdichtete sich das Stück zu einem kraftvollen hymnischen Ganzen. So sanft, wie es begonnen hatte, klang es auch aus.

Ernest Golds Filmmusik „Exodus“, die die Musiker bei aller kolossalen Wucht detailfreudig gestalteten, spiegelte musikalisch die Ereignisse um Israels Staatsgründung im 1947 wider: Eine Musik, die einem unter die Haut gehen konnte. Die Mauern sprengenden Posaunen von Jericho ertönten in Bernd Appermonts gleichnamiger Komposition. Sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten und sehr plastisch dargestellt ging das eroberte Jericho im Triumph der Siegesfeier mit wilden, ausgelassenen Tänzen unter.

Komplexer Rhythmus

„Rikudim“ hieß das letzte offizielle Stück. Es vereinte in ausgelassenem Tanzrhythmus Melodien jiddischer Tradition in ihrer Lebensfreude bei gleichzeitiger Melancholie. Die schwierig zu spielende Komposition in ihrem komplexen, rhythmisch rigiden Aufbau wurde von den Musikern wundervoll interpretiert. 

  • INFO: Die Höhe der Spenden zugunsten des Caritas Babyhospitals wird nach Auskunft der Organisatoren noch ermittelt und bei der offiziellen Übergabe bekanntgegeben.

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