Haslach im Kinzigtal

Stefania Stiefvater wird von der Küchenhilfe zur Köchin

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csa/mb
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19. August 2019

Kurt und Christa Sütterlin sind sichtlich stolz auf ihr »Eigengewächs« Stefania Stiefvater (Mitte), das die beiden inzwischen als Köchin unterstützt. ©Martin Schwendemann

Stefania Stiefvater hat als Küchenhilfe beim Gasthaus »Kanone« in Haslach angefangen. Inzwischen hat sie sich dort mit Unterstützung ihrer Chefs zur Köchin hochgearbeitet. 
 

 Bevor sich Stefania Stiefvater vor einigen Jahren im Gasthaus »Kanone« in Haslach als Küchenhilfe bewarb, arbeitete sie als Hilfskraft im Schwarzwaldwohnstift. »Sie arbeitete dann zunächst nur Teilzeit bei uns, weil sie als Sperwerferin beim TV Haslach sehr aktiv war«, erzählte »Kanone«-Wirtin Christa Sütterlin.  Die junge Frau habe sich dann aber gegen die sportliche Karriere entschieden und »wir haben sie Vollzeit eingestellt«, ergänzte Kurt Sütterlin.  

Die beiden Restaurantprofis merkten schnell, dass mehr in ihrer Mitarbeiterin steckte, als eine einfache Küchenhilfe. »Sie hat eine unheimlich schnelle Auffassungsgabe«. lobt Christa Sütterlin und ihr Mann erzählte: »Ich sagte zu ihr: Wenn du etwas werden willst, brauchst du eine ordentliche Ausbildung. Sonst bleibst du dein Leben lang eine Aushilfe.«

Im November 2015 entschloss Stefania Stiefvater sich mit der Unterstützung ihrer Chefs eine Fachausbildung zu machen. 
Den theoretischen Teil zur anerkannten Köchin absolvierte sie in einem dreijährigen Fernlehrgang bei einem Konstanzer Ausbildungsspezialisten, der Firma Poppe und Neumann. 

Sämtliche praktischenArbeiten erlernte sie in der »Kanone«. Christa und Kurt Sütterlin sind sichtlich stolz auf ihre Mitarbeiterin, die »alle Stationen in der Küche mit Bravour durchlaufen hat«, so Kurt Sütterlin. 
Im Mai 2019 begannen die Vorbereitung zur Prüfung, die Stefania Stiefvater im Juni bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt absolvierte. »Sie musste dort ein Fünf-Gänge-Menü kochen«, schilderte Christa Sütterlin.

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»Das hat sie gut bewältigt.« Mit ihrem erfolgreichen Abschluss darf sie sich nun ausgebildete Köchin nennen. 
Christa und Kurt Sütterlin sind froh über das »Eigengewächs«, zumal Stefania Stiefvater sich durch große Zuverlässigkeit, Kreativität und fachliches Können auszeichnet. »Für uns ist es gut, dass sie sich für den Beruf entschieden hat und nicht für den Sport«, betonte Christa Sütterlin. 

In der Küche seien sie inzwischen sehr gut aufgestellt. Probleme bereite eher der Service. »Wir sind froh, auf einen guten Mitarbeiterstamm zählen zu können«, so Kurt Sütterlin. Die beiden Wirte sind sich einig, dass die Gastronomie zu Unrecht so einen schlechten Ruf in Bezug auf die Arbeitstage habe.

»Es gibt so viele andere Berufe, in denen am Wochenende gearbeitet werden muss.« Und die »Kanone« habe dafür montags und dienstags Ruhetage. An den anderen Tagen seien die Arbeitszeiten geregelt. »Die Küche hat kaum Überstunden.«  Da es aber auf dem Arbeitsmarkt nicht so einfach gute Kräfte zu bekommen, sind die beiden immer bemüht, eigene Talente zu fördern. So habe sich eine junge Frau, die in der Spülküche angefangen habe, als Servicetalent entpuppt. »Es macht Spaß, den jungen Leuten etwas zu vermitteln«, schwärmt Christa Sütterlin und betont: »Wir wünschen uns noch mehr solche Leute.«

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. So sagt Stefania Stiefvater über ihre Chefs: »Es ist alles sehr familiär und wenn man Hilfe braucht oder ein Problem hat, kann man mit ihnen super reden und sie sind dann auch da – besser geht es einfach nicht.«

Info

Auszeichnung

Das Foodmagazin »Feinschmecker« hat die »Kanone« in diesem Jahr im redaktionellen Teil in einen großen Bericht über die »500 besten Restaurants für jeden Tag« aufgenommen.

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