Pilzserie

Steinpilze lieben sauren Boden

Autor: 
Björn Wergen
Lesezeit 3 Minuten
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11. Juli 2016

Was viele nicht wissen: Von den Steinpilzen gibt es gleich drei Arten ©Karin Pätzold

Schon einige Jahre informieren Pilzsachverständige aus Hornberg in einer Sommerserie über Wissenswertes rund um die Pilze. Dabei erläutern sie nicht nur viele Arten, sondern weisen auf wichtige Merkmale hin, die für die richtige Bestimmung nötig sind. Auch das Umfeld der Pilze ist sehr interessant.

Der Ph-Wert des Bodens spielt für unsere heimische Flora und auch für unsere Pilze eine entscheidende Rolle. Ob sauer oder basisch, jede Art hat ihre spezielle Vorliebe und reagiert empfindlich auf Veränderungen. Der erste Beitrag zur diesjährigen Reihe beschäftigt sich mit dem sauren Laubwald, dessen Boden einen Ph-Wert von unter sieben aufweist.
Manche Pilzarten mögen es sauer, andere gar nicht. So kommt es, dass gerade durch die Veränderung der Böden durch anthropogene Einflüsse wie dem sauren Regen einige Pilzarten seltener, andere häufiger werden. Dabei stellt sich den Pilzsammlern immer wieder dieselbe Frage: wie erkenne ich eigentlich, ob ein Wald sauer ist, ohne dabei wissenschaftliche Chemie betreiben zu müssen? Man achte auf die sogenannten Zeigerpflanzen. Das sind Pflanzenarten, die den sauren Boden bevorzugen und daher ausschließlich in entsprechenden Bereichen anzutreffen sind. Da es recht viele Zeigerpflanzen für saure Böden gibt, hat man sich einige häufige und leicht kenntliche Arten herausgesucht: Heidelbeere, Stechpalme, Sauerklee, Torfmoos.

Saurer Laubwald

Hauptsächlich besteht ein saurer Laubwald aus Buchen, Eichen, Birken und speziell in Auwäldern auf saurem Boden auch aus Erlen und Weiden. Dabei sind diese Bäume keine Anzeiger für den Ph-Wert des Bodens, sondern vielmehr für Feuchtigkeit oder Wärme: Die Eiche mag es gerne warm und sonnig, die Erle eher schattig und feucht.

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Stark zunehmende Arten

Nun kommen wir zu den Pilzen, die diesen Bodentyp bevorzugen. Da seien zunächst die essbaren Arten erwähnt: Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis), Pfifferling (Cantharellus cibarius), Flockenstieliger Hexenröhrling (Neoboletus luridiformis) und viele verschiedene Täublingsarten (Russula spec.). Gerade die Steinpilze lieben sauren Boden und haben daher aufgrund der Oberflächenversauerung der Böden in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. 
Was viele nicht wissen: es gibt nicht nur eine Art Steinpilz, sondern gleich drei. Der Sommer-Steinpilz ist grundsätzlich an die Eiche gebunden und erscheint schon ab Mitte Mai. Der eigentliche, häufiger gesammelte Pilz ist aber der Fichten-Steinpilz (Boletus edulis), der im Volksmund auch Herrenpilz genannt wird. Diese Art ist im sauren Fichtenwald heimisch und kommt gewöhnlich erst im Herbst. Und schließlich sei noch der Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus) erwähnt, mit seinem stattlichen, mehr roten als braunen Hut und dem Vorkommen in sauren Kiefernwäldern.

Beliebter Pfifferling

Eierschwammerl, so wird der Pfifferling im Volksmund in Süddeutschland, vorzugsweise in Bayern, genannt. Entweder wegen seiner dottergelben Farbe, oder weil man so gut Omeletts aus ihm machen kann. Wie man es auch sieht, die freudig gefärbte Art, die eine Hutbreite von über zehn Zentimetern erreichen kann, ist ein begehrter Speisepilz. Sie wird zu den Leistenpilzen gezählt und hat daher keine Lamellen auf der Hutunterseite, sondern Leisten. 
Pfifferling-Doppelgänger
Der Unterschied ist einfach erklärt: Lamellen erscheinen bei einem Pilz wie angeklebt, man kann sie vom Hut ablösen, ohne diesen zu zerstören. Leisten dagegen sind wie eingeritzt, sie sind Teil des Hutes und nicht von ihm zu trennen. 
Das unterscheidet insbesondere den Pfifferling von seinem Doppelgänger, der ihm zuweilen in den sauren Laubwald folgt: dem Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca).
 

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