Wolfach

Strafprozess am Amtsgericht Wolfach beruht auf Falschaussage

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 2 Minuten
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13. Oktober 2018

©Archivfoto: Mittelbadische Presse

Vorsätzlich Handel mit Betäubungsmitteln getrieben zu haben wurde am Freitag einem 19-jährigen Kinzigtäler am Amtsgericht Wolfach vorgeworfen. Doch offenbar war er zu Unrecht angeschwärzt worden.
 

Ein Zeuge hatte ihn beschuldigt, im November 2016 von einem Freund 25 Gramm Marihuana in Kommission genommen und weiterverkauft zu haben. Besagter Freund, der in der Verhandlung als Zeuge auftrat, beteuerte, dass dies überhaupt nicht sein könne. Er habe mit dem Beschuldigten seit mindestens zwei Jahren keinerlei Kontakt mehr. Er selbst habe, seit einer einschlägigen Verurteilung durch das Amtsgericht Gengenbach 2017, auch keinen Kontakt mehr mit der Rauschgiftszene. Derjenige, der den Angeklagten beschuldigt habe, sei selbst in die Drogenszene involviert und habe sich durch die Anschuldigung Strafminderung erhofft.

Ein als Zeuge auftretender Polizeibeamter sagte aus, dass bei dem jungen Mann, von dem die Anschuldigung ausging, 25 Gramm Marihuana gefunden worden seien. Dieser habe den Angeklagten als Abnehmer genannt. Auch der Polizist war der Meinung, dass die Hoffnung auf Strafminderung Motiv für die Beschuldigung gewesen sein könnte.

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Strafminderung als Motiv

Der 22-Jährige, von dem die Anschuldigung ausging, geht keinem Beruf nach und befindet sich derzeit in Therapie. Die war ihm bei seinem eigenen Verfahren in Gengenbach zur Auflage gemacht worden. Er sagte jetzt aus, er habe die Anschuldigung auf Druck der Polizei ausgesprochen. Er selbst habe die Marihuana-Übergabe nicht beobachtet, er wisse davon nur aus zweiter Hand. »Sie wissen schon, dass Sie durch Ihre Anschuldigung ein Strafverfahren in Gang gesetzt haben?«, hielt Richterin Ina Roser dem jungen Mann vor. Das sei strafbar, betonte sie. Der Staatsanwalt brachte die Glaubwürdigkeit des Zeugens auf den Punkt: »Ich glaube Ihnen kein Wort!« Er habe falsche Aussagen gemacht, nur um Strafminderung zu erhalten. »Der Angeklagte sitzt jetzt hier, nur aufgrund Ihrer Aussage«, stellte die Richterin fest.

In seinem Plädoyer erklärte der Staatsanwalt, das ganze Verfahren sei nur durch die Aussage des 22-Jährigen in Gang gekommen. Dem Angeklagten sei mithin nichts nachzuweisen. Er beantragte Freispruch und die Übernahme der Verfahrenskosten durch die Staatskasse. Diesem Vorschlag folgte die Richterin in ihrem Urteil. Begründung: Die Anklage stehe auf wackligen Beinen. Der Zeuge habe nichts gesehen und habe durch die Beschuldigung für sich nur Strafminderung erreichen wollen.

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