Gutach

Warum südkoreanische Förster die Prechtaler Schanze besuchen

Autor: 
Anke Kaspar
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2018

Südkoreaner bekommen Infos am Windpark Prechtalter Schanze (von links): Ulrich Fischer, Gerhard Kienzler (beide (Windkraft Schonach GmbH), Gutachs Revierförster Frank Werstein, Pyunghwa Yoon, stellvertretende Direktorin beim Korean Forest Service, welche die Delegation der südkoreanischen Forstbeamten und Forscher anführte. ©Anke Kaspar

Den Windpark an der Prechtaler Schanze haben in Rahmen einer Bildungsreise südkoreanische Förster und Forscher besucht. Sie waren sehr erfreut, so viele interessante Informationen zu bekommen.

Das Ziel der Bildungsreisenden aus Südkorea war es zu erfahren, wie in Deutschland mit gesellschaftlichen Konflikten im Wald, vor allem im Zusammenhang mit der Erzeugung erneuerbarer Energien umgegangen wird. Unter anderem waren sie am Freitag beim Besuch des Windparks Prechtaler Schanze beeindruckt. 

Die Forstbeamten und Forscher aus Südkorea machten bei ihrer Bildungsreise auch Halt in Freiburg. Hier wurden sie von der Firma »Unique forestry and land use«, einer international tätigen Beratungsfirma für Waldwirtschaft und nachhaltige Landnutzung, betreut. Eva Meier-Landsberg organisierte ein Treffen mit Gerhard Kienzler, dem Geschäftsführer der Windkraft Schonach GmbH und Ulrich Fischer, dem Leiter für neue Projekte in Sachen Windenergie.  

Bürokratischer Dschungel

Bevor sie in den Südwesten gereist waren, standen Besuche von Abteilungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung in Berlin und Bonn an. Die Leitung der Forschungsgruppe hatte Pyunghwa Yoon, stellvertretende Direktorin der Regierungsreinrichtung »Korean Forest Service«. Ihr oblag es auch in Gutach, alle Informationen, die von Ulrich Fischer auf Englisch gegeben wurden, flugs auf Koreanisch an die Gruppenmitglieder weiterzugeben. So kam trotz Sprachbarriere bald ein reger Informationstausch zustande. 

Vor allem war es der Delegation wichtig, zu erfahren, wie die Wege für den Windradbau entstanden, welche Genehmigungen in Deutschland vorab einzuholen sind und vieles mehr. Es war freilich nicht ganz einfach zu erklären, wie die Verfahren in Deutschland ablaufen. Doch mit Hilfe von Grafiken und Zeitleisten gelang es, Licht in den bürokratischen Dschungel zu bringen. Genehmigungs- und Ausgleichsverfahren wurden erklärt. 

Wegebau als Vorteil

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Frank Werstein, der für das Forstrevier Gutach zuständige Förster, berichtete der stellvertretenden Institutsleiterin aus seiner Berufspraxis, da er auch während der Planungs- und Bauphase der Windräder involviert war. Wissen wollten sie neben rechtlichen Vorgaben auch, wie die flächenmäßig betroffenen Gemeinden in das Windkraftprojekt eingebunden wurden. 

Werstein gab auch Auskunft darüber, dass viele von den Windkraftprojekten profitieren, wenn zum Beispiel ein Waldbesitzer durch Wegebau nun auch bisher nicht erschlossene Waldgrundstücke besser erreichen kann, um Holz zu ernten. So war es etwa im Bereich der Schorenkopf-Anlage. Ein 1,5 Kilometer langer Weg wurde hier neu angelegt. 

Immer wieder fragten die wissbegierigen Windpark-Besucher aus Südkorea ganz genau nach, beispielsweise wie viele Bürger etwa durch ein Windrad mit Strom versorgt werden können oder wie die Windgeschwindigkeit gemessen wird. 

Vegetation im Blick

Gerhard Kienzler sagte, dass es oft vorkommt, dass Studenten oder Schüler die Anlagen besichtigen und viel über Windkraft erfahren wollen. So gab es Seitens der Windkraft Schonach bereits einen Vortrag zur Windkraft im Wald an der Universität Freiburg. Studenten aus aller Herren Länder studieren hier im Schwarzwald und interessieren sich sehr für die erneuerbaren Energien. 

Für die Südkoreaner war es ein Erlebnis, die Schwarzwälder Landschaft zu Fuß zu erkunden. Immerzu wanderte der Blick auf die Vegetation, da wurden Blätter an jungen Bäumchen befühlt, gedreht und ganz genau begutachtet. Unzählige Fotos entstanden an diesem Vormittag. 
Besonders beeindruckt waren die Besucher von den Windrädern und als sie sogar die technischen Anlagen im Inneren begutachten durften, strahlten ihre Augen fast noch mehr, als beim Anblick von Wäldern und Wiesen.

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