Fischerbach

Tafel erinnert an Entstehung der Fischerbacher Kapelle

Autor: 
Christine Aberle
Lesezeit 3 Minuten
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24. März 2020

Die Kriegergedächtniskapelle in Fischerbach wurde unter großem Engagement der Bürger erbaut – sie brachten sich nicht nur durch Spenden, sondern auch durch Arbeitsleistung ein. ©Christine Aberle

Mit einer Gedenktafel im Innern der Fischerbacher Kriegergedächtniskapelle erinnert der Hobby-Historiker Alfred Buchholz an deren Geschichte.

Für den Hobby-Historiker Alfred Buchholz aus Fischerbach war es ein Anliegen, die Geschichte der Kriegergedächtniskapelle festzuhalten und in einer Gedenktafel der Öffentlichkeit zuzuführen. Die Tafel wurde inzwischen in der Kapelle angebracht. 

Der Text erinnert an die Entstehungsgeschichte des kleinen Gotteshauses: Nach der leidvollen Erfahrung zweier Weltkriege mit vielen Toten kam auch hier vor Ort die Idee auf, eine Gedenkstätte zu schaffen, um den Toten dauernd zu gedenken und um ein Mahnmal gegen Kriege zu errichten und künftigen Generationen zum Frieden aufzurufen. 

Erbaut wurde die Gedächtniskapelle für die Opfer der beiden Weltkriege in der schwierigen Nachkriegszeit von 1947 bis 1949. Hauptinitiatoren waren aus der Eschau Sophie Eble, Andreas Eble, Heinrich Schöner und der damalige Ortsdiener Hermann Schmid, der von den Bergeckhöfen stammte. Volle Unterstützung fanden sie bei Bürgermeister Johann Eble, den Gemeinderäten, dem Ortsgeistlichen Pfarrer Franz Mayer und der gesamten Bevölkerung.

Bergeckhofbauer Georg Schmid stellte den Standplatz, das sogenannte Birkenböschle im Gewann Obere Klinge, zur Verfügung und Oberbaurat Schmieder aus Haslach übernahm die Planung.

Freiwillige Arbeit

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Welch enormer Idealismus seinerzeit in der Gemeinde herrschte, verdeutlicht die Tatsache, dass das Mahnmal ohne Gemeindemittel, sondern nur durch Spenden und freiwillige Arbeit vieler Bürger errichtet wurde. Für das Mauerwerk verwendete man Sandsteine aus dem Waldstein. Die Waldbesitzer spendeten das erforderliche Holz, kostenlos zugeschnitten vom Sägewerk Mayer.

Bauausführende waren vorwiegend einheimische Handwerker wie Maurer Gottfried Schätzle, Mitarbeiter der Zimmerei Schmidt und der Schreinerei Schorn. Die Glasfenster fertigte die Firma Schell und Vittali aus Offenburg – allerdings war dies erst möglich, nachdem der Ortspfarrer zu Weichblei-Spenden aufgerufen hatte. Die Sandsteinplatten für Fußboden und Eingangsbereich wurden aus Loßburg herangeschafft. 

Auftrag für 5000 Reichsmark

Ein großes Problem war die Beschaffung eines Altarbildes. Nach vielen Bemühungen gelang es, den aus Offenburg stammenden Kunstbildhauer Ferdinand Kossian zu gewinnen, dem dann der Auftrag für 5000 Reichsmark erteilt wurde. Das Motiv des Reliefbilds zeigt die Erscheinung der Gottesmutter in Fatima. Seitlich der Altarnische wurden auf Holztafeln die Namen der Gefallenen angebracht, die später durch zwei Sandsteinplatten ersetzt wurden.

Am 9. Oktober 1949 war die feierliche Einweihung des Ehrenmals unter Mitwirkung aller örtlichen Vereine. Die Festpredigt hielt Pater Rupert aus Zell, selbst kriegsversehrt. Den Altar weihte Stadtpfarrer Vetter aus Haslach.

Öfters erklingt nun das Glöcklein der Kapelle, eine Stiftung der Familie Heinrich Schöner aus der Eschau. Ihr weithin hörbarer Klang soll uns alle an die bei der Einweihung gesprochenen Schlussworte erinnern: „Möge die Kapelle den Toten ein dauerndes Gedenken sichern und die Lebenden aber stets zur Gerechtigkeit und zum Frieden ermahnen!“
 

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