Hausach

Theater-AG spielte »Terra inkognita«

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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17. Februar 2014
Die Aktivisten haben sich hoch in den Baumwipfeln eingerichtet: Szene aus dem Theaterstück »Terra incognita« der Großen Theater-AG des Hausacher Gymnasiums.

Die Aktivisten haben sich hoch in den Baumwipfeln eingerichtet: Szene aus dem Theaterstück »Terra incognita« der Großen Theater-AG des Hausacher Gymnasiums. ©Andreas Buchta

Eine sehenswerte und sehr dramatische Parabel vom Durchhalten führte die Große Theater-AG des Robert-Gerwig-Gymnasiums am Wochenende auf. Das zahlreiche Publikum dankte den jungen Darstellern mit großem Beifall.

Recht gut besucht war die Premiere des Theaterstücks »Terra incognita« des Theaterpädagogen Clemens Schäfer, das die Große Theater-AG des Hausacher Gymnasiums am Wochenende aufführte. Ein schwierige Parabel vom Durchhalten, die auf der Bühne nur schwer dramatisch umzusetzen ist. Den jungen Schauspielern aber gelang das Kunststück souverän: Sie legten mit minimalem Aufwand an Staffage ein ebenso schlüssiges wie dramatisch mitreißendes Stück Theater auf die Bühne, das die Zuschauer am Ende begeistert feierten.

Unter leiser Musik und der Projektion eines Frühlingsbildes öffnet sich der Vorhang in der Aula des Gymnasiums. Um einen Wald vor der Abholzung zu schützen, haben sich zwölf Baumaktivisten hoch oben in den Wipfeln ihrer geliebten Bäume eingerichtet. Und alle nur denkbaren Medien sind alarmiert, denn die jungen Leute wollen ein Zeichen setzten gegen die Naturzerstörung durch einen Autobahnbau.

Zwölf junge Menschen verschiedenster Charaktere haben da die Bäume besetzt: Von der selbstverliebten Diva, die sich unentwegt in die günstigste Positur wirft, über die Baumfanatikerin mit ihren Durchhalteparolen und den verträumten Naturschwärmer bis hin zum betrügerischen Verwalter, der die Versorgung unterschlägt und hinter vorgehaltener Hand über die Aktivisten als »Ökofuzzis« und »Ökoaffen« lästert: Solch gegensätzliche Naturen müssen einfach zum Eklat führen.
»Nur zusammen können wir etwas erreichen«, lautet die Devise. An alles ist gedacht – und nichts will so richtig klappen. Die Verpflegung wird knapp, nicht zuletzt durch die Betrügereien des Anführers, das Interesse der Medien lässt sehr bald nach, und die Aktion droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Endlos dehnt sich die Zeit, unerträglich wird die Einsamkeit droben in den Wipfeln. Die Aktion beginnt, eine Eigendynamik zu entwickeln.

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Angst vor der Häme
Auch endlose Diskussionen, die sich im Kreis drehen, bringen nicht weiter: Der Wunsch nach Abbruch der Aktion wird immer stärker. Wozu auf ein angenehmes Leben verzichten, wenn’s doch keiner merkt? Warum all Entbehrungen auf sich nehmen, wenn keiner Notiz davon nimmt? Es wird Sommer, und drunten rücken die Bagger an; es wird Herbst und die Aktivisten sitzen immer noch frustriert in den Wipfeln. Als es schließlich Winter wird, da geht die Motivation der Baumbesetzer trotz immer fanatischer werdender Durchhalteparolen und Allgemeinplätzen wie »Wer A sagt muss auch B sagen« so richtig in den Keller. Nur die Angst vor der Häme, die lässt sie noch durchhalten: »Die warten doch nur darauf, dass wir abbrechen!« Dann fällt schließlich Schnee und deckt die sich immer noch leise Mut zusprechenden Aktivisten zu.

Großer Beifall am Schluss für alle Beteiligten: 23 verneigen sich schließlich mit den Regisseuren Thomas Rothkegel und Sabine Pelz immer und immer wieder auf der Bühne und nehmen sichtlich stolz die Ovationen in Empfang.

Musical
Das Robert-Gerwig-Gymnasium arbeitet in diesem Jahr auch wieder an einer großen Musicalproduktion. Am 23. Mai ist die Premiere von »Evita«, dem berühmten Andrew-Llloyd-Webber-Musical über die argentinische Präsidentengattin Eva Perón.

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