Schiltach

Titelseiten von Zeitungen im Vergleich

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 3 Minuten
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04. Oktober 2016

Sensibilisiert für die Auswahl von Nachrichten im Vergleich von Titelblättern der Zeitungen gehen die Besucher kritisch durch die Sonderausstellung. ©Martina Baumgartner

Noch gut in Erinnerung sind die Titelseiten der Zeitungen von Januar 2015 bis Juni 2016. Diese trug der Leiter der städtischen Museen Andreas Morgenstern für eine Sonderausstellung zusammen. Eine »Geschichte, die noch qualmt«, versprach er bei deren Eröffnung.

Nichts sei unwichtiger als die Zeitung von gestern, sagte Museumsleiter Andreas Morgenstern am Freitagabend bei der Eröffnung der Sonderausstellung »18 Monate – Titelseiten der Zeitungen« im Museum am Markt. Dennoch lohnte es sich für die Gäste einen genauen Blick auf die vergangenen Ausgaben der Blätter regionaler und einiger überregionaler Zeitungen und Magazine zu werfen. 

Jeden Tag eine neue Schlagzeile

Die Ausstellung von Titelblättern von Januar 2015 bis Juni 2016 soll aufzeigen, in welchem Tempo die Zeit vergeht, denn Tag für Tag bestimmt ein neues Thema, ein neues Bild und eine neue Schlagzeile die Wahrnehmung der Leser.
Am Beispiel der Häufigkeit der Berichterstattung zur Finanzkrise in Griechenland argumentierte der Museumsleite sich entlang des Ausstellungsthemas und zeigte kritisch auf, welche Auswahl für die Titelseiten getroffen würde, wer sie bestimmt und wie sie letztlich die »mündigen Zeitung lesenden Bürger« wahrnehmen – oder eben auch nicht. »Das Problem des Euro in Griechenland wurde erkannt, jedoch nicht gelöst. Trotzdem ist in den Zeitungen heute kaum mehr die Rede davon«, so Morgenstern. Es sei also nicht unbedingt ein gutes Zeichen, wenn Medien nicht mehr darüber berichten würden. Vielmehr würden täglich neue Ereignisse geschehen und jeder  Nachrichtenauswahl stünde immer die Frage nach dem Interesse des Lesers voran. Eine Auswahl bedeute jedoch auch Auslassung oder Hervorhebung eines Themas, erklärte der Museumsleiter.

Leser bestimmen

»Seien Sie vorsichtig«, empfahl er vor dem Rundgang durch die Ausstellung. Die dortigen Bilder und die Fotos der Titelblätter seien danach ausgewählt, den Betrachter und Leser zu überwältigen und Geschichte vermitteln – »dafür sind sie ausgewählt«. Doch genau das erfordert eine kritische Auseinandersetzung und Verantwortung für den Umgang mit Nachrichten. Das Interesse und die Aufmerksamkeit des Lesers bestimmen einerseits die Themen und andererseits die Intensität der Berichterstattung. 

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Andere Themen in ausländischer Presse

Redner Thomas Haas, Bürgermeister Schiltachs fiel auf, dass in der ausländischen Presse andere Themen diskutiert würden, als in der deutschen. Dies könne an der Wahrnehmungsfähigkeit der Leser oder an einer Auswahl durch die Medien liegen. Er fragte kritisch, ob Medien die Aufmerksamkeit der Leser lenken und gab mit dem Thema Atomkraft eines von mehreren Beispielen: Während in Deutschland das Ende des Atomzeitalters prognostiziert und vorangetrieben würde, höre man im Ausland von reger Bautätigkeit von Atomkraftwerken. »Demnach könne davon nicht die Rede sein«, stellte er fest.

Vielfältige Informationsmöglichkeiten

Außerdem wunderte er sich, dass trotz einer viefältigen Informationslandschaft, die öffentliche Meinung dennoch eher »Mainstream« sei. Einfache Lösungen scheine es nicht mehr zu geben, so Haas. Nichts sei nur schwarz oder weiß, gut oder böse, deshalb erfordere es eine kritischen Auseinandersetzung. 

Presse absolut notwendig

Er hielt eine kritische Presse für ein »absolut notwendiges Korrektiv der Politik«. Deshalb sei es wichtig unabhängig zu informieren, was wiederum eine Garantie für einen »gesunden Staat« sei. Rege diskutierten die Ausstellungsbesucher, auch mit den Vertretern der regionalen Presse, über Nachrichten, ihrer Auswahl und deren Aufbereitung.

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