Schiltach-Hinterlehengericht

Bakterien: Trinkwasser muss abgekocht werden

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 3 Minuten
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16. Februar 2016

©Martina Baumgartner

Das Trinkwasser in Teilen des Hinterlehengerichts ist mit Bakterien belastet. Die Bewohner dort müssen seit Montag ihr Trinkwasser abkochen. Das Gesundheitsamt berät und unterstützt die Stadt bei der Suche nach der Ursache der Verunreinigung.

Die Trinkwasserverordnung schreibt mindestens viermal im Jahr  Routinekontrollen des Trinkwasserversorgers vor. Dabei stellte der städtische Wassermeister am Montag eine Unregelmäßigkeit fest und informierte und das Gesundheitsamt in Rottweil. 
Die Mitarbeiter der Behörde  entnahmen ebenfalls Proben an unterschiedlichen Stellen des Versorgungsnetzes und  fanden einen Hinweis auf Enterokokken im Bereich der Abnehmer des Hochbehälters »Eichberg«.

Gesundheitsamt erteilt Trinkwasserabkochgebot

Der positive Befund von elf Einheiten in 100 Milliliter Trinkwasser – der Grenzwert liegt bei null  Einheiten – löste eine vorsorgliche Maßnahme aus: In Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Gesundheitsamt wurde ein Trinkwasserabkochgebot im Ortsteil Hinterlehengericht für die Straßen Am Herdweg, Scheuernacker, Welschdorf, Alte Mühle, Am Hof Konradshof und Eichberg erlassen. Zur Desinfektion des Versorgungsnetzes und des Trinkwasserbehälters wird dem Leitungswasser Chlor zugegeben, informierte die Stadtverwaltung. »Das schriftliche Trinkwasserabkochgebot haben wir mit Unterstützung von drei Kameraden der Schiltacher Feuerwehr sofort an die Bewohner von rund 50 betroffenen Haushalten verteilt«, informierte Bürgermeister Thomas Haas auf Nachfrage des Offenburger Tageblatts. 

Weitere Keime

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»Enterokokken sind ein Hinweis auf einen möglichen fäkalen Eintrag ins Trinkwasser«, erklärte Heinz-Joachim Adam, Dezernent Ländlicher Raum des Landratsamts Rottweil. Er schließt aber auch eine Übertragung durch Insekten nicht aus. Außerdem seien Enterokokken ein Indikator für mögliche weitere Verunreinigungen. »Trinkwasser ist immer desinfiziert. Enterokokken sind lange resistent gegen manche Desinfektionsmittel und -maßnahmen. 
Deshalb könnte es sein, dass noch andere Keime, die der Desinfektion nicht so gut standhalten, ins Trinkwasser gelangten und bereits abgetötet wurden«, erklärte der Chef des Gesundheitsamts am Dienstag. Um mögliche andere Keime nachzuweisen, werden Kulturen im Labor der Gesundheitsamtes angelegt. 

Suche nach Ursache

Zeitgleich wird in Schiltach nach der Verschmutzungsursache gesucht. Die könnte an Endnahmestellen zu finden sein, ihren Ursprung im Hochbehälter haben oder beim örtlichen Leitungsnetz, beispielsweise durch einen Eintrag bei einem nicht festgestellten Rohrbruch, liegen, erklärte der Bürgermeister.

Keine bisherige Erkrankung

Eine bisherige Erkrankung durch den Bakterieneintrag schließt Adam wegen des Infektionsschutzes – die Meldepflicht der medizinischen Versorger bei verdächtigen Infekten – aus. Das Trinkwasser wird zurzeit regelmäßig kontrolliert. »Ist der Grenzwert von null erreicht, wird die Chlorung noch eine Weile zur sicheren Desinfektion der Installationen beibehalten und dann eingestellt«, erklärte Adam. Darüber hinaus entnimmt die Behörde weiterhin »engmaschig« Trinkwasserproben in Schiltach und dessen Qualität bleibt im Fokus des Gesundheitsamtes.
»Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat bisher hervorragend geklappt«, lobte Adam und bemerkte, dass das nicht selbstverständlich sei. Die Gemeinde informiert darüber, wann das Abkochgebot aufgehoben wird. »Vielleicht schon in den kommenden Tagen«, stellte der Dezernent in Aussicht.

Stichwort

Enterokokken

... sind Darmbakterien des Menschen und Tieren, sie gehören zur Familie der Streptokokken. Sie gelangen durch fäkale Ausscheidungen in die Umwelt. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko bei Enterokokkenbelastung haben vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Häufige Krankheiten in diesem  Zusammenhang sind Harnwegs- und Wundinfektionen.

Info

Die Stadt Schiltach empfiehlt

  • Leitungswasser nur abgekocht oder abgepackt trinken
  • Abkochen: sprudelnd drei bis fünf Minuten und über zehn Minuten abkühlen lassen
  • Ausschließlich abgekochtes Wasser verwenden bei: Nahrungszubereitung, Zähne putzen und zur Reinigung offener Wunden
  • Wäsche waschen, baden und duschen nach Möglichkeit vermeiden
  • Leitungswasser für andere Zwecke oder die Toilettenspülung kann ohne Einschränkung genutzt werden
  • Das mit Chlor desinfizierte Leitungswasser ist für Aquarien ungeeignet

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