Haslach im Kinzigtal

Trockenheit setzt dem Haslacher Stadtwald ordentlich zu

Aline Fischer
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
02. Dezember 2022
Die Trockenheit in diesem Jahr hat den Wäldern im Forstbezirk Wolfach sehr zugesetzt.

Die Trockenheit in diesem Jahr hat den Wäldern im Forstbezirk Wolfach sehr zugesetzt. ©Aline Fischer

Der Haslacher Stadtwald hat in diesem Jahr extrem unter der Hitze gelitten. Auch Schädlinge setzten dem Holz zu. Die Prognose von Förster Frank Werstein fällt nicht gerade positiv aus.

„Der Klimawandel ist leider auch voll hier im Kinzigtal angekommen“, berichtet Frank Werstein. Der Haslacher Forstrevierleiter und sein Kollege Mario Herz als Nachfolger von Silke Lanninger haben im Haslacher Gemeinderat am Dienstagabend die Bilanz des Stadtwalds für dieses Jahr vorgestellt – und die fällt sehr wechselhaft aus.

Einerseits habe man in diesem Jahr dank des hohen Holzpreises einen Rekordüberschuss von rund 228.000 Euro erzielt, andererseits haben die Mitarbeiter des Forstes auch die starke Hitze in diesem Sommer zu spüren bekommen.

Viel Schadholz gefällt

„2022 war ein Jahr der Trockenheit, wir haben im Haslacher Stadtwald allein 2200 Festmeter sogenanntes Kalamitätsholz, also durch Stürme, Trockenheit oder Schädlinge beschädigtes Holz, gefällt“, berichtet Mario Herz. Das seien 41 Prozent der insgesamt abgeholzten Bäume, im gesamten Kinzigtal sei nur die Gemeinde Hofstetten noch stärker betroffen.

Generell sei ein West-Ost-Gefälle erkennbar, das heißt, dass das vordere Kinzigtal stärker von Trockenheit und Schädlingen betroffen war als das Wolftal. Der Schädlingsbefall und die zunehmende Trockenheit seien die beiden Probleme, die die Forstwirte in den kommenden Jahren wohl am meisten beschäftigen. „Auch der Borkenkäfer zeigt, wie groß das Problem der Klima­erwärmung ist, weil er trockene Wälder noch mal stärker belastet“, so Werstein.

Viel Fläche könnte schnell verschwinden 

Die „Krönung“ sei dieses Jahr, dass ganz schnell große Flächen verschwinden können, was der Waldbrand in Kirnbach gezeigt hatte. Doch nicht nur dort stand der Wald in Flammen: „In fast jeder Gemeinde hat es Brände gegeben und der Boden sieht aus wie Wüste und ist ausgetrocknet, die Bäume sind schwarz, – da weiß man, wie das aussehen kann und welche Probleme wir in den kommenden Jahren dadurch haben könnten“, lautet die düstere Prognose des Revierförsters.

Abgesehen von den Problemen des Klimawandels sei der Stadtwald selbst aber in einem sehr gutem Zustand, die Förster hätten viele Pflanzen gespendet bekommen und fast alle Arten wachsen sehr gut. Vor allem die Elsbeere sei besonders resistent und bringe wertvolles Holz.

- Anzeige -

„Wir haben hier in Haslach schöne Hölzer und insgesamt einen gemischten und alten Wald. Wenn man den mit den Wäldern in anderen Ländern vergleicht, wo fast nur noch Kahlschlag herrscht oder eintönige Baumarten wachsen, leben wir hier noch im Paradies“, sagte Werstein.

Gute Holzqualität

Diese gute Holzqualität hat sich auch am Holzpreis gezeigt, man habe bundesweit mit rund 93 Euro pro Festmeter die besten Preise erzielen können und damit in diesem Jahr insgesamt 504.000 Euro erwirtschaftet. Statt wie geplant 200 neuen habe man ganze 700 Bäume neu gepflanzt.

Abzüglich aller Kosten für Personal, Fahrzeuge und die Holzernte mit Unternehmern konnte das Amt für Waldwirtschaft des Ortenaukreises mit dem Haslacher Stadtwald statt wie geplant rund 77.000 Euro nun stolze 228.000 Euro Überschuss erzielen – eine Rekordsumme, die laut Werstein die gute Arbeit der Förster widerspiegele.

Neue Förderrichtlinie

Mario Herz stellte eine neue Förderrichtlinie des Bundes vor, der sich der Forstbezirk aber nicht anschließe, da diese einen deutlichen Mehraufwand an Organisation (zum Beispiel beim Arbeitsschutz und der Ökologisierung) für wenig Ertrag biete. „Der Stadtwald leistet heute schon einen deutlichen Beitrag für Klimaschutz, Biodiversität und das Wohlbefinden der Bevölkerung“, so Herz.

Auch Stadtrat Joachim Prinzbach freute das „sehr gute Ergebnis“, er gab aber zu bedenken, dass sich die Rohstoffpreise gegenüber vor zwei Jahren verdoppelt hätten und deshalb das gute Ergebnis zustande komme. Außerdem regte er, ob des Alters einiger Forstmitarbeiter, eine Diskussion an, noch einen Forstwirt auszubilden oder einzustellen.

Dass die Forstwirte einer hohen Belastung ausgesetzt sind, bestätigte Werstein: „Sie arbeiten fast nur noch in der Abholzung und es hat in diesem Jahr einige schwere und auch tödliche Unfälle im Bezirk Wolfach gegeben. Auch die Hitze macht ihnen zu schaffen.“ Der Praktikant sei da ein kleiner Wermutstropfen gewesen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

Die Bergwacht bringt bei der Übung eine an Höhenangst leidende Mitarbeiterin auf sicheren Boden zurück. 
vor 6 Stunden
Schiltach
Die Rottweiler Bergretter spielten beim Schiltacher Unternehmen Vega drei Übungsszenarien durch. Eine besondere Herausforderung war der Einsatz im Hochregallager.
Zum Jahresende 2022 ist Hermann Allgaier (links) nach 48 Jahren beim Autohaus Neumaier in Rente gegangen. Ralf Neumaier hat ihn mit einem Präsent verabschiedet.
vor 14 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Das Autohaus Neumaier in Haslach hat seinen langjährigen Mitarbeiter Hermann Allgaier in den Ruhestand verabschiedet. Er hatte 1974 seine Ausbildung angefangen und war dem Betrieb treu geblieben.
Vier Gemeinderäte hatten zunächst den Antrag gestellt, die Ausgaben für Pfarrgarten- und Pfarrhausumgestaltung zu deckeln, zogen diesen aber wieder zurück.
vor 21 Stunden
Steinach
Der Steinacher Gemeinderat hat den Haushaltsplanentwurf für 2023 beraten. In der Sitzung am kommenden Montag soll das Zahlenwerk verabschiedet werden.
Bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands Bad Rippoldsau-Schapbach: Vorsitzender Kurt Schmieder (von links), Beisitzer Stefan Schmid, Landtagsabgeordnete Katrin Schindele und Bürgermeister Bernhard Waidele.
vor 21 Stunden
Bad Rippoldsau-Schapbach
Hauptversammlung des Ortsverbandes
Imposanter Schwarzwald-Ausblick vom Westweg aus: Die Szene ist Teil der Dokumentation "Wildwestwegs".
vor 23 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Der Film "Wildwestwegs" bietet faszinierende Aus- und Einblicke in Landschaft und die Geheimnisse der Natur. Gut 320 Zuschauer kamen zum Treff mit den Machern ins Kinocenter Haslach.
Imker-Präsident Klaus Schmieder (Fischerbach) und die neue Geschäftsführerin des Landesverbands Badischer Imker, Kristin Marie Krewenka.
07.02.2023
Kinzigtal
Kristin Marie Krewenka ist seit Anfang Januar die neue hauptamtliche Geschäftsführerin des Landesverbands Badischer Imker.
Rund ums Thema Imkern dreht sich das Wochenende 18. und 19. März – hier der Vorsitzende des Bezirksimkervereins Haslach, Hermann Matt, bei einem Schülerprojekt.
07.02.2023
Haslach im Kinzigtal
Der Landesverband Badischer Imker veranstaltet am 18. und 19. März in Haslach den Badischen Imkertag. Hierzu wird auch Landwirtschaftsminister Peter Hauk als Schirmherr erwartet.
Cristina Bravo und Thomas Nutzenberger begeisterten in Wolfachs Blauem Salon mit ihrem „Fasnachtsliederabend“.
07.02.2023
Wolfach
"Von Hexen, Geistern und Feen" handelte das mitreißende Programm, mit dem Cristina Bravo und Thomas Nutzenberger am Sonntag in der Reihe der Konzerte im Blauen Salon ein großes Publikum begeisterten.
Aus dem Hausacher Stadtarchiv: Ausgaben für die „Armen-Polizei“ im Rechnungsjahr 1841/42 in Höhe von 554 Gulden. 
07.02.2023
Hausach
Hausacher Stadtgeschichte (32): Zur Einführung des „Bürgergelds“ hat sich Stadtarchivar Michael Hensle die „Sozialpolitik“ vergangener Jahrhunderte angesehen. Heute: die Armenunterstützung.
Der Nutzungsänderung vom ehemaligen Restaurant und Hotel "Winterhaldenhof" in eine Praxis für Psychosomatik gab der Gemeinderat grünes Licht.
07.02.2023
Schenkenzell
Der Nutzungsänderung vom ehemaligen Restaurant und Hotel "Winterhaldenhof" in eine Praxis für Psychosomatik gab der Gemeinderat grünes Licht.
Mit 17 Mann und vor zahlreichen Zaungästen wurde der Halbmeiler Narrenbaum Layla gestellt.
07.02.2023
Wolfach - Halbmeil
Mit viel Trara und unzähligen Zaungästen wurde am Samstag in Halbmeil der inzwischen 32. Narrenbaum gestellt.
Das Bildungszentrum stellt sich am 1. März vor.
07.02.2023
Haslach im Kinzigtal
Am 1. März stellt sich die Schule beim Tag der offenen Tür vor. Anmeldungen sind in der Zeit vom 7. bis 9. März möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Rauchmelder sollten einmal im Jahr auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Diese Sorgfalt kann Leben retten, vor allem, wenn nachts ein Feuer entsteht und die Bewohner schlafen.⇒Foto: Martin Gerten/dpa
    05.02.2023
    Kreisbrandmeister Bernhard Frei lobt die Ortenauer. Sie würden meist die Rauchwarnmelderpflicht ernst nehmen. Er weiß, dass die kleinen Geräte schon öfters Schlimmeres verhindert haben.
  • Egal ob jung oder jung geblieben: Beim Line Dance kann jeder die Freude an Rhythmus und Bewegung entdecken. 
    27.01.2023
    Mit DanceInLine in Offenburg die Freude am Tanz entdecken
    In toller Gesellschaft Tanzen lernen – auch ohne festen Tanzpartner, dafür auch mal mit Baby. Das bietet Julia Radtke in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg an. Hier entdecken Junge und jung Gebliebene Teilnehmer die Freude an Rhythmus und Bewegung.
  • Die Kunden trainieren in den M.O.H.A.-Studios in Offenburg, Oberkirch und Haslach in moderner Atmosphäre. 
    27.01.2023
    EMS-Training in Offenburg, Oberkirch und Haslach entdecken
    Gesundheit, mehr Attraktivität, dazu Kraft- und Leistungssteigerung – und schnell sichtbare, spürbare und messbare Erfolge. Was unglaublich klingt, ist mit dem gezieltem EMS-Training bei M.O.H.A. an den Standorten Offenburg, Oberkirch und Haslach absolut möglich.
  • Vom Azubi bis zum Quereinsteiger: J. Schneider Elektrotechnik bietet viele  Karrierechancen.
    24.01.2023
    J. Schneider Elektrotechnik – Bewerben und durchstarten!
    Fachkräfte, Anlernkräfte, Quereinsteigende, Azubis: Die Bewerbertage bei J. Schneider Elektrotechnik in Offenburg am 3. und 4. Februar 2023 wenden sich sowohl an diejenigen, die beruflich neue Wege gehen möchten, als auch an Berufseinsteiger.