Haslach im Kinzigtal

Selbsthilfetag in Haslach: Unterstützung in vielen Facetten

Christiane Agüera Oliver
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18. Oktober 2016

Die unterschiedlichsten Selbsthilfegruppen stellten sich am Sonntag im Haslacher Bildungszentrum vor. ©Christiane Agüera Oliver

Zahlreiche Interessierte kamen am  Sonntag zum Ortenauer Selbsthilfetag ins Haslacher Bildungszentrum. Infos gab es dabei unter anderem  mehr als 220 Gruppen, in denen man Halt finden oder auch etwas gemeinsam unternehmen kann.
 

»Du bist nicht allein«, wurde beim achten Ortenauer Selbsthilfetag im  Haslacher Bildungszentrum nur allzu deutlich vermittelt. An mehr als 30 Infoständen, bei Vorträgen und in Gesprächsrunden bot sich für die zahlreichen Interessierten eine gute Gelegenheit sich bei dem bunten Querschnitt aus mehr als 220 Selbsthilfegruppen (SHG) im Ortenaukreis zu informieren.
Unterschiedlicher hätten die SHG nicht sein können, doch sie hatten auch einiges gemeinsam, wie sich in Gesprächen herausstellte. »Hier findet man Halt und wird zum ersten Mal richtig verstanden«, hieß es da.  

»Jeder Mensch hat seine Geschichte, erzählt von seinen Erfahrungen«, berichtet Dietmar Krieger vom Institut für Krisen- und Stressbewältigung. In der von ihm vor mehr als 16 Jahren initiierten »Männergruppe Offenburg/Lahr« geht es darum regelmäßig, »über alles zu sprechen, worüber Mann im normalen Alltag nicht spricht«, erklärt Krieger. Ein Mann müsse stark sein, heiße es nach außen. Hier werde ein Raum geschaffen, wo es um die unterschiedlichsten Gesprächsthemen wie unter anderem Existenzängste, Trauer, Liebe, Partner- oder Vaterschaft ginge. 

Hilfe für trauernde Eltern

Beim Kontaktkreis »Sternschnuppe« werden trauernde Eltern unterstützt, die ein Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt oder kurz nach der Geburt verloren haben. »Dies ist nach Monaten nicht erledigt, doch im Familien- oder Bekanntenkreis wird es nicht so verstanden«, berichtet Begleiterin Sabine Mast. Sie unterstützt schon seit Jahren Gruppenleiterin und Gründerin Ulrike Grass. »Es ist wichtig, dass Leute da sind, die damit umgehen können«, betont Sabine Mast. 

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Genauso ist es bei der SHG »Frauen mit Krebs-Gruppe Offenburg«. »Gute medizinische Versorgung ist das eine, aber wo finde ich Orte, an denen ich lerne zu begreifen, anzunehmen und zu kämpfen?«, sagt Christa Vollmer. Sie gehört zu den neun Frauen des Leitungsteams. »Wichtig ist bei uns das Vertrauen. Was gesprochen wird, bleibt in dem geschützten Rahmen«, erklärt sie, was auch für alle anderen SHG gilt. »Bei uns wird nicht nur über die Krankheit gesprochen«, betont Christa Vollmer. Es wird auch gemeinsam gekocht, Modenschauen für Frauen die an Brustkrebs erkrankt sind veranstaltet oder Gehirnjogging betrieben. 

Marianne und Ricarda Bönisch vom »NmuTreff-Ortenau« informierten über ihre SHG die sich mit Lebensmittel-Intoleranzen beschäftigt. Bei den regelmäßigen Treffen werde über das Krankheitsbild aufgeklärt, Erfahrungen ausgetauscht oder auch mal Einkaufshilfestellungen gegeben. »Beim Blitzlichtgespräch spricht jeder bei den Treffen über seine Belange. Man fühlt sich viel freier, es gibt einem das Gefühl, dass man wieder ein hochwertiger Mensch ist«, spricht Marianne Bönisch aus eigener Erfahrung. Sie und ihre Tochter Ricarda leiden selbst an multipler Unverträglichkeit, weshalb sie die Gruppe gründeten.  Schon jetzt wiesen sie auf einen besonderen Anlass hin. Ein »glutenfreier Weihnachtsmarkt« findet vom 25. bis 27. November am Bischenberg in Sasbachwalden statt. 

Nicht heilbar

»Nach einer Erstdiagnose bricht oft eine Welt zusammen«, erklären Manuela Zachmann-Schneider und Karl Oehler von der SHG »Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Ortenau/Kehl«. So sei es auch, wenn die derzeit nicht heilbare chronisch entzündliche Darmerkrankung festgestellt werde. »Wer fängt uns dann auf? Alle die, die in Selbsthilfegruppen mit Herzblut ehrenamtlich tätig sind«, brachte es Zachmann-Schneider auf den Punkt. 

Héctor Sala von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis war begeistert von dem Selbsthilfetag und der tollen Atmosphäre in Haslach. Seiner Erfahrung nach werden sich in den kommenden Wochen neue Teilnehmer in den SHG einfinden. »Zum Teil wurden nach solchen Veranstaltungen auch schon neue Gruppen gegründet«, berichtet er. »Manchmal braucht es Mut und Anstoß«, erklärte er.

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