Fischerbach

Vertrauen ist in der Pflege wichtiger als eine App

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red/lr
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24. Oktober 2020

Madeleine Renyi von der Hochschule Furtwangen hatte das Pflegeprojekt in Fischerbach im Januar 2019 vorgestellt. ©Christine Aberle

Im Projekt „Eiki“ wurde unter anderem in Fischerbach die Situation Pflegender analysiert. Die Sozialstation Haslach und die Bürgergemeinschaft Fischerbach vertieften dabei die Zusammenarbeit.

Die Situation Pflegender analysiert und verbessert haben in den vergangenen zwei Jahren die Gemeinden Fischerbach, Mönchweiler und St. Georgen.

Im Rahmen eines Projekts mit dem sperrigen Titel „Einflussfaktoren zur erfolgreichen Implementierung einer mobilen Applikation zur Kooperationsunterstützung in informellen Versorgungsstrukturen“, kurz Eiki, haben sie untersucht, wie Pflege konkret organisiert ist, wie Technik die Pflege unterstützen kann, und für wen die Technik geeignet ist. In St. Georgen wurde nun Bilanz gezogen. Darüber wird in einer Pressemitteilung berichtet. 

Strukturanalysen in den Gemeinden

Das Projekt „Eiki“ startete mit Strukturanalysen in den Gemeinden. Sie zeigten, welche Akteure für die pflegerische Versorgung zur Verfügung stehen und wie gut sie vernetzt sind.

Den so genannten Hilfemix bilden Familienmitglieder, Nachbarn, Bürgerinnen und Bürger der Quartiere, Vereine und Interessengemeinschaften wie etwa die Nachbarschaftshilfe, außerdem professionelle Anbieter wie Pflegedienste, Ärzte, Sanitätshäuser oder Apotheken. Wo Lücken erkennbar wurden, konnten so neue Partner identifiziert werden. 

„Wir haben festgestellt, dass Technik, wie etwa eine Netzwerk-App für pflegende Angehörige nicht zwingend erforderlich ist“, sagte Projektleiterin Madeleine Renyi von der Hochschule Furtwangen.  Entscheidend seien gegenseitiges Vertrauen, Abbau des Konkurrenzdenkens und ein gemeinsames Zielverständnis von professionellen und ehrenamtlichen Mit- und Zuarbeitern.

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Gut vernetzt

In Fischerbach habe die Strukturanalyse gezeigt, dass die Sozialstation der Raumschaft Haslach vor allem mit den professionellen Akteuren gut vernetzt sei. Die Praxispartner Sozialstation Haslach und Bürgergemeinschaft Fischerbach vertieften die Zusammenarbeit.

Gerade bei herausfordernden Einsätzen könne ein Austausch, etwa innerhalb einer gemeinsamen Fallbesprechung, gelingen. Die Erkenntnisse und Empfehlungen sollen dann in Gespräche mit den Kunden einfließen.

Transparenz schaffen

Auch in Bezug auf Leistungsabrechnungen wurden Absprachen vereinbart, um Überschneidungen zu vermeiden. Dies schaffe Transparenz für die Kunden und erleichtert ihnen, Leistungsansprüche optimal auszuschöpfen. Die Kooperation ermögliche die Teilnahme an gemeinsamen Schulungen und Fortbildungen. Gesprächsplattformen ermöglichen den Austausch.

Der Caritasverband Kinzigtal integriere seit März  2020 kleinere Kooperationspartner, wie etwa die Bürgergemeinschaft Fischerbach, in vorhandene Schulungsangebote, und reduziert so deren Aufwand.

Begleitet wurde das vom Land geförderte Projekt von einer Forschungsgruppe des Instituts Mensch, Technik, Teilhabe der Hochschule Furtwangen unter der Leitung von Madeleine Renyi, und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Weitere Infos gibt es auf:

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