Bürgerbeteiligung

Viele Ideen für Steinacher Ortsmitte

Autor: 
Anke Kaspar
Lesezeit 4 Minuten
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23. Oktober 2018

Ingo Vivell (links) war einer der Ideenwerkstatt-Teilnehmer, unterstützend war Johannes Michel von der Firma Kommunale Stadterneuerung GmbH stets zur Stelle. ©Anke Kaspar

Zur Ideenwerkstatt »Gemeinsam, Ortsmitte, gestalten« im »Haus der Vereine« in Steinach kamen am Montagabend rund 20 interessierte Bürger. Sie bewerteten realisierte Maßnahmen und stellten eine Wunschliste auf.

Ziel der Ideenwerkstatt sollte es am Montagabend sein, Projekte für die Ortsmitte festzulegen und zu priorisieren. Denn bald sollen im Rahmen des noch bis 2023 laufendenden Landessanierungsprogramms die nächsten Projekte angestoßen werden.  

An vier Tischen arbeiteten 20 Freiwillige unter der Anleitung von Sybille Hurter und Johannes Michel von der Kommunalen Stadterneuerung GmbH aus Freiburg an der Zukunft Steinachs. »Die Ortsmitte ist ein zentraler Bereich, der die Gemeinde schon längere Zeit beschäftigt«, erklärte Bürgermeister Nicolai Bischler.

Er blickte auch auf die bisherigen Beteiligungsmöglichkeiten zurück. Nun sei es wichtig, die damaligen Ideen und Themen weiterzuspinnen und neue einzubringen. »Die Gemeinde stellt den Bürgern keinen fertigen Plan vor, ich möchte Sie ermutigen, sich einzubringen«, sagte er. Hurter stellte dabei klar, dass die Planungen gesetzlichen Restriktionen wie Lärmschutzregelungen, Sicherheit und Baurecht unterliegen und dass der Gemeinderat bei Entscheidungen letztlich das letzte Wort habe. 

Sanierungsziele sind die Schaffung einer neuen Ortsmitte, die Aufwertung des öffentlichen Raums, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer, der Erhalt und die Verbesserung des Wohnungs- und Gebäudebestands sowie die Stärkung der kommunalen Infrastruktur. 

Lob und Kritik geäußert

Beim »Rückblick auf Maßnahmen im Sanierungsgebiet« gab Hurter anhand eines Planes einen Überblick über Projekte der vergangenen fünf Jahre. Beim ersten Arbeitsfeld »Was finde ich in der Ortsmitte gut gelungen?« lobten die Teilnehmer die Fördermöglichkeiten für private Hausbesitzer und die Gemeinde.

Auch dass die Bürger immer wieder an den Planungen beteiligt werden, kam gut an. Es sei ganz toll, dass es Interesse am Kauf des Pfarrhauses gibt, da es Möglichkeiten für die Gemeinde eröffnet. Der Erhalt des historischen Rathauses wurde für gut befunden. Die Parkplätze, der Trinkbrunnen und der Zugang zum Dorfbach am Adlerplatz, die neue Vorrichtung für den Narren- und Christbaum und der Café-Freisitz kamen gut an. Weitere Sitzmöglichkeiten haben den Platz als Treffpunkt attraktiver gemacht. 

Auf dem Gelände der Metzgerei »Flasche« sei als private Maßnahme viel passiert und dadurch verbessere sich auch die Verkehrssituation, meinten die Bürger. 

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In der zweiten Arbeitsphase sollten die Teilnehmer darüber sprechen, was in der Ortsmitte hätte besser laufen können. Beim »Adlerplatz« wurde die unübersichtliche Verkehrsführung kritisiert. Schlecht kommt auch die neue Ampel weg. So sei es inzwischen normal, dass die Menschen an der Stelle der ehemaligen Ampel die Straße überqueren. 

Lange Wunschliste erstellt

Kritisiert wurde einmal mehr der Wegfall der öffentlichen Toilette am Rathaus, bevor eine neue zur Verfügung stand. Man könne mit dringenden Geschäften nicht warten, bis es Zuschuss gibt. »Ich hoffe, dass dies eines der dringendsten Projekte wird, das als nächstes umgesetzt wird«, sagte Alexandra Vollmer-Himmelsbach. 

»Was beim Adlerplatz ursprünglich gewollt wurde, dass man durch eine Sanierung eine Verkehrsberuhigung hinbekommt, das ist nicht gelungen«, fügte sie an. In Haslach gehe in Sachen Verkehr nichts voran, und es würden viele Fahrzeuge durch Steinach fahren. 

Die Denkmalvorschriften in Sachen Eingang des Rathauses nahmen die Teilnehmer mit Schulterzucken hin. Angemerkt wurde, dass es besser gewesen wäre, das Minigolf-Gelände hinter dem Rathaus nicht zu verkaufen und zu bebauen. Hier hätte man Gemeindevorhaben  umsetzen können. 

Und was soll als nächstes Projekt in der Ortsmitte angegangen werden? Die Wunschliste der Teilnehmer war lang. Auf dieser stand ein besseres Verkehrskonzept für die Hauptstraße und Sperrung für Laster-Verkehr, eine lebendige Dorfmitte mit Umnutzung des Pfarrgartens als Begegnungsplatz des Pfarrhauses und ein Seniorenzentrum mit betreutem Wohnen. 

Gemeinderat entscheidet

Die Sanitäranlagen in der Halle sollten ebenfalls in den planerischen Fokus rücken. Die Badener Straße von »Gühr« bis zur Apotheke könnte nur einspurig verlaufen, dafür wäre eine Zweispurigkeit am Adlerplatz besser, befanden die Teilnehmer. Auch die Erweiterung des Sanierungsgebiets wurde gewünscht. 

Die gesammelten Ideen werden nun an den Gemeinderat als das demokratisch legitimierte Organ zur Entscheidung weitergegeben. Bischler nahm gerne den Wunsch auf, dass Pläne künftig besser visualisiert und die Öffentlichkeit noch mehr eingebunden werden soll. 

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