Kinzigtal

Vom Herrensitz zum Kinderheim

Autor: 
Erich Bächle
Lesezeit 3 Minuten
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10. Januar 2009
Foto: Erich Bächle - Die Villa Hohenhaus heute: Die Ursprünge des einstigen Herrensitzes sollen zurückreichen bis zu den Geroldseckern des 12. Jahrhunderts.

Foto: Erich Bächle - Die Villa Hohenhaus heute: Die Ursprünge des einstigen Herrensitzes sollen zurückreichen bis zu den Geroldseckern des 12. Jahrhunderts.

Die »Villa Hohenhaus«, in Schapbach gemeinhin einfach »Schlössle« genannt, hat eine sehr bewegte Geschichte. Das meiste, was davon bekannt ist, hat der Schriftsteller und Kunsthändler Siegfried Aram im Jahr 1929 notiert. In zwei Folgen stellen wir Haus und seine Bewohner vor.
Bad Rippoldsau-Schapbach. Seit 1956 verbringen die Kinder der Betriebsangehörigen des Mannheimer ABB-Konzerns unentgeltlich ihre Ferien in der ehemaligen »Villa Hohenhaus«, landläufig als »Schlössle« bekannt. Wo heute Stadtkinder durch den weitläufigen Park toben, lustwandelten einst Damen und Herren der feinen Gesellschaft, trafen sich Künstler, Kunsthändler und Kunstsammler zu festlichen Soiréen, manchmal auch zu ausgedehnten Gelagen. Jüdische Aufzeichnungen Das Anwesen hat eine bewegte Geschichte. Das meiste, was heute von den Ursprüngen und der Historie bekannt ist, wurde 1929 von dem Schriftsteller und Kunsthändler Dr. Siegfried Aram, dem die Villa Hohenhaus in den 20er-Jahren zusammen mit seinem Onkel, dem Galeristen und Ehrensenator der Universität Hohenheim, Heinrich Grünwald, gehörte. Die Besitzer waren vermögende Juden und in der Gegend von Heilbronn beheimatet. Aram hat 1962 von New York aus in einem ausführlichen Brief an den Heilbronner Historiker Hans Franke, der die Geschichte der Heilbronner Juden aufarbeitete, seine Lebensgeschichte erzählt, insbesondere die Zeit der Verfolgung und Emigration. Burg der Geroldsecker Nach Arams Aufzeichnungen sollen die Grundmauern des »Schlössle« aus den Trümmern der am Eingang des Wildschapbachtales stehenden Veste Romburg stammen, die, in einer Urkunde des Jahres 1309 erstmals erwähnt, im Besitz derer von Geroldseck stand und 1499 an die Grafen von Fürstenberg überging. Im 17. Jahrhundert kam das Hofgut am Schmidsberg als fürstenbergisches Lehen in den Besitz des Freibauerngeschlechts Schmid, das dem »Schmidsberg« und dem »Schmidsbergerhof« seinen Namen gab. Das »Bauern-Dynasten-Geschlecht« der Schmidsberger war, so schreibt Heinrich Hansjakob in seinen »Erzbauern«, fast so mächtig und so reich wie das der Harter über dem Berg drüben im Kaltbrunn, dessen Chef Andreas I. Harter sich sogar eine eigene Miliz mit Musik leisten konnte. Das Geschlecht der Schmidsberger starb aus. Der letzte Schmidsberger hatte 1840 seine Tochter mit Alois Harter, dem Sohn des schon erwähnten Andreas I., verheiratet. 20 Jahre später verkaufte Harter, der wie sein Vater Vogt (Bürgermeister) in Kaltbrunn war, den Schmidsbergerhof an einen Badegast aus dem nahen Rippoldsau, dem Frankfurter Handelsherrn und Senator Johann Georg Schöffer, dem der weite Blick ins Tal und das Gebirgspanorama so gefallen haben muss, dass er sich am Hang des Schmidsbergs die »Villa Hohenhaus« im Stil der Spätromantik mit einem schlanken Eckturm erbauen ließ. Schöffer war ein direkter Nachfahre jenes Mainzer Buchhändlers und Verlegers Peter Schöffer, der Johannes Gutenbergs Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern vervollkommnete und so erheblichen Anteil am technologischen Siegeszug dieser Erfindung hatte. Da Senator Schöffer Teilhaber namhafter Verlagsanstalten war, hatte er in »Hohenhaus« immer wieder Schriftsteller und Dichter wie Berthold Auerbach oder Victor von Scheffel zu Gast. Unter der Besitzherrschaft von Senator Schöffel wurde der 330 Hektar große Schmidsbergerhof zerschlagen und im Detail verkauft. So kam auch die Gemeinde Schapbach zu ihrem Vorzeigedistrikt des Gemeindewaldes, dem Sandeckwald.

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