Gutach

Dieser Gutacher lässt Fußballer hungern – fürs Training

Claudia Ramsteiner
Lesezeit 5 Minuten
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04. August 2016
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Gute Freunde: Der aus Gutach stammende Kurt Mosetter (links) ist Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft der USA von Trainer Jürgen Klinsmann. ©Markus Gilliar

Der international bekannte Arzt, Forscher und Heilpraktiker Kurt Mosetter hat seine Wurzeln in Gutach nie vergessen. Hier unterhält er auch noch eine kleine Praxis, und am Donnerstag, 11. August, wird er in der Festhalle aufzeigen, wie jeder von seiner Forschungsarbeit profitieren kann. Von ihm stammt ein  Ernährungs- und Muskeltrainingskonzept, auf das Fußballtrainer weltweit setzen.

»Pizza- und Colaverbot unter Guardiola« titelten Ende Juli »Spiegel« und »Bild«. Was dort nicht zu erfahren war: »Schuld« daran ist ein Gutacher. Auf das Ernährungs- und Muskeltrainingskonzept von Kurt Mosetter, das Pep Guardiola bei Manchester United eingeführt hat, setzen auch bekannte Bundesliga-Trainer wie Thomas Tuchel (Dortmund), Roger Schmidt (Leverkusen) oder Ralf Rangnick (Leipzig). Und natürlich sein Freund Jürgen Klinsmann, der Kurt Mosetter als Mannschaftsarzt zur amerikanischen Nationalmannschaft geholt hat.  

Hätte Pep in Bayern das Triple geschafft?

Im Juni haben es Klinsis Kicker immerhin bis ins Halbfinale der »Copa America«, vergleichbar mit den Europameisterschaften, geschafft und sind dort erst an Argentinien gescheitert. Übrigens habe Pep Guardiola auch in Bayern schon versucht, die strengen Ernährungsrichtlinien umzusetzen, dies sei aber von Spielern boykottiert worden. Wer weiß, vielleicht hätte Pep sonst mit den Bayern das Triple geschafft?

Alzheimer vorbeugen

Am Donnerstag, 11. August, können auch hiesige Sportler hautnah von dem in Gutach aufgewachsenen Arzt, Heilpraktiker und Forscher erfahren, wie sich die Leistung durch das Mosetter-Trainingsprogramm KID (Kraft in der Dehnung) und eine optimale Ernährung steigern lässt. »Mit der richtigen Ernährung kann man den Stoffwechsel stärken und dafür sorgen, dass die Muskeln besser versorgt werden«. 

Jeder kann profitieren

Und das betrifft nicht nur die Sportler: Jeder könne davon profitieren und nicht nur für seine körperliche Gesundheit etwas tun, sondern auch für die geistige. Seit mehr als 20 Jahren ist Kurt Mosetter in der Forschung tätig und ist sicher: Alzheimer sei eigentlich ein »Diabetes Typ III«, quasi »Zucker im Hirn«. Und das lasse sich ebenso präventiv bekämpfen wie der Typ II. »Das betrifft nicht nur die Großeltern, sondern jeden, der bis ins Alter gesund bleiben will«, so Mosetter im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. 

Kurt Mosetter hat im Parlamentarischen Ausschuss für Gesundheitsprävention auch am Präventionsgesetz des Gesundheitsministeriums mitgewirkt, nachdem Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun, belohnt werden sollen. »Nur durch mehr Eigenverantwortung kann man den Kollaps Gesundheitssystem verhindern«, so Mosetter. Dafür werde es immer mehr Anreize geben. 

Kein Eintritt

In Gutach funktioniere das hervorragend – dort ist statistisch immerhin jeder Zweite im TuS Gutach, dessen Einladung Kurt Mosetter gern folgt. Honorarfrei – deshalb wird auch kein Eintritt erhoben. 

Der Vortrag in Gutach steht auch unter dem Thema »Schmerzen ursächlich behandeln«. Der Erfinder der Myoreflextherapie. die mittlerweile weltweit auf Erfolgskurs ist,  wird hier Möglichkeiten vorstellen, wie Schmerzen verschiedener Ursachen bekämpft und vermieden werden können – indem man nicht ihre Symptome behandelt, sondern das Übel an der Wurzel packt.  

Der Vortrag mit Kurt Mosetter beginnt am Donnerstag, 11. August, um 19 Uhr in der Gutacher Festhalle. Der TuS Gutach sorgt für eine kleine Bewirtung, der Eintritt ist frei. 

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Zur Person

Wenn Kurt Mosetter damals schon gewusst hätte, was er heute weiß – vielleicht hätte er seinem Vater vieles ersparen können. Als Bub zuschauen zu müssen, wie es dem Vater trotz vieler Medikamente immer schlechter ging, hat den jungen Gutacher dazu gebracht, nach dem Abitur 1985 am Hausacher Robert-Gerwig-Gymnasium nicht Malerei in Padua zu studieren, sondern Medizin. 

Ein Schlüsselerlebnis war die Begegnung mit dem Facharzt für Orthopädie Tilmann Goerttler in Badenweiler. Dieser hatte sofort gesehen, dass sein Vater nicht an Multipler Sklerose erkrankt war, sondern dass sein Leiden durch einen Unfall mit Schleudertrauma verursacht worden war. »Das will ich lernen«, sagte sich Kurt Mosetter, der nicht akzeptieren wollte, dass es für seinen Vater keine Hilfe geben sollte.

Nach dem Studium nach Tibet

Der eiserne Wille, die Zusammenhänge im Körper zu verstehen, führte ihn nach Tibet – um die im Medizinstudium in Deutschland erarbeitete Kenntnis der Anatomie zu verbinden mit der Lehre der asiatischen Akupunktur. Dies war der Grundstein für die Myoreflextherapie, die Kurt Mosetter inzwischen weltweit berühmt gemacht hat. In dieser Therapie hat er verschiedene Bausteine zusammengefügt: Biomechanik, traditionelle chinesische Medizin, klassische Anatomie, Orthopädie, tibetische Medizin und moderne Neurologie.

Werner Reutter öffnete Türen

Bei  seiner Arbeit stieß er auf Professor Gottfried Fischer, Pionier der Psychotraumatologie. Dank der grenzüberschreitenden Forschung konnte Mosetter gemeinsam mit Tilmann Goerttler seinem Vater noch eine neue Lebensqualität ohne Rollstuhl ermöglichen. »Werner Mosetter läuft?« – diese unglaubliche Nachricht rief dessen Freund Werner Reutter auf den Plan. Der vor wenigen Wochen verstorbene Hornberger, ehemals Leiter des Instituts für Molekularbiologie und Biochemie in Berlin, förderte den vielversprechenden Medizinstudenten und öffnete ihm wichtige Türen. 

Forschungsprojekte in ganz Europa

Kurt Mosetter arbeitet heute an Forschungsprojekten unter anderem in Berlin, am Hirnforschungszentrum der Uni Zagreb, an der ETH Zürich, der Uni Kopenhagen – und immer wieder kehrt er zu seinen Wurzeln nach Gutach zurück. Seine Hauptpraxis ist in Konstanz. 

Bruder Reiner wichtigster Partner

Wichtigster Partner ist sein Bruder Reiner. Der Philosoph, Psychologe und Germanist trägt als Wissenschaftstheoretiker entscheidend dazu bei, dass die Menschen verstehen, was sein Bruder forscht. Er koordiniert auch die Unikontakte, schreibt die Mosetter-Fachbücher und wissenschaftliche Texte. 

 

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